FC St. Pauli: Die Bilder einer verrückten Saison

Mit großer Euphorie ging Aufsteiger St. Pauli die Bundesliga-Saison. Und es sah tatsächlich lange danach aus, als ob die Kiezkicker den Klassenerhalt schaffen könnten.

Von Torsten PAULY

Back from hell - St. Pauli spielt wieder 2. Bundesliga (Goal.com)
Torsten Pauly

Hamburg. Ein spektakulärer Auftakt-Sieg beim SC Freiburg verschaffte dem FC St. Pauli einen perfekten Start in die Bundesliga-Saison und das obwohl zuvor in der 1. Runde des DFB-Pokals bei Viertligist Chemnitzer kläglich ausgeschieden war (0:1).


Nach acht Spieltagen rangierten die Hamburger auf einem beachtlichen sechsten Platz und waren durchaus eine Bereicherung fürs deutsche Oberhaus. Kurz vor der Winterpause ging den Kiezkickern ein wenig die Luft aus, doch die Truppe von Trainer Holger Stanislawski rettete sich auf einem Nichtabstiegsplatz ins neue Jahr. Klassenerhalt war ohnehin das das erklärte, große und einzige Ziel.

St. Pauli startete prächtig ins neue Jahr, und holte aus den ersten vier Spielen der Rückrunde zwei Siege und zwei Remis. Mit zehn Punkten im Rücken ging es zum großen Derby gegen den Hamburger SV. Das Spiel wurde auf einen Mittwochabend verlegt, da der frisch verlegte Rasen im HSV-Stadion aufgrund Dauerregens angeblich nicht bespielbar – eine Lachnummer. Und David setzte Goliath noch einen drauf, lieferte eine tollen Fight und bezwang den Erzfeind durch ein Tor von Gerald Asamoah mit 1:0. St. Pauli feierte Party in der imtech-Arena. Der erste Derbysieg nach langen 34 Jahren!

Doch vielleicht vernebelte der Derbysieg den Blick auf die Realität. Denn danach ging so gut wie nichts mehr. Aus den folgenden elf Spielen holte die Braun-weißen nur einen einzigen Punkt, verspielte bessere Resultate und vor allem Punkte oft in der Schlussphase.

Der unrühmliche Höhepunkt einer verkorksten Rückrunde war der Becherwurf gegen Schalke 04, der Paulianern eine harte Strafe und ein Spiel Platzsperre einbrachte. Und damit nicht genug: St.Pauli-Legende Holger Stanislawski verlässt nach 18 Jahren den Verein und trainiert künftig die TSG 1899 Hoffenheim.


In der ersten Runde des DFB-Pokals schied der FC St. Pauli bei Viertligist Chemnitzer FC nach einer enttäuschenden Leistung mit 0:1 aus.


Ein anderes Bild zum Bundesliga-Auftakt. St.Pauli dreht beim SC Freiburg in der Schlussphase einen 0:1-Rückstand in einen 3:1-Sieg um.


Endlich wieder ein Derby gegen den Stadtrivalen Hamburger SV. Das erste Duell gegen den früheren Weltklasse-Stürmer Ruud van Nistelrooy endete 1:1.


Die HSV-Fans zündelten beim Spiel am Millerntor ordentlich.


Raul trifft gegen den FC St. Pauli - dass der Superstar überhaupt mal in einem Punktspiel gegen FC St. Pauli spielt, schien noch vor nicht allzulanger Zeit utopisch.


St. Pauli gegen den FC Bayern München - von der früheren tiefen Feindschaft zwischen Arm und Reich ist schon lange nichts mehr zu spüren. Der deutsche Rekordmeister hatte aber auch so mit dem Underdog wenig Erbarmen, siegte im Heimspiel 3:0.


Ein Tor für die Ewigkeit - Gerald Asamoah köpft das 1:0 im Derby gegen den Hamburger SV, was folgte war eine ausgelassene Party


Derby-Held Benedikt Pliquett. Er kam wie aus der Kiste in die Kiste beim FC St. Pauli und sicherte den DERBY-SIEG!!!


Der Anfang vom Ende - in Nürnberg gab es ein 0:5-Debakel. Das Spiel war bereits nach 17 Minuten gelaufen, da lagen die Paulianer schon mit 0:3 hinten.


Thomas Kessler war oft der beste Spieler des FC St. Pauli. Als er Wechselgedanken beim möglichen Abstieg äußerte, fand er sich fast nur auf der Bank wieder.


Der Becherwurf vom Millerntor führte zum Spielabbruch der Partie gegen Schalke 04


Schiri-Assistent Thorsten Schiffner hatte einen fast vollen Bierbecher an den Hinterkopf bekommen, ging danach zu Boden. Referee Aytekin blieb nicht viel anderes übrig, das Spiel beim Stand von 2:0 für Schalke kurz vor Schluss abzubrechen.


...die Fans fanden es nicht lustig, so dass sich Keeper Pliquett beim Gang in die Kabine mutig vor das Schiri-Trio stellte



Peinlich, peinlich - gegen die Bayern hagelte es beim Heimspiel eine 1:8-Klatsche


Bye, bye St. Pauli! Nicht genug, dass die Freibeuter der Liga absteigen, verlässt auch noch Trainer Holger Stanislawski den Verein und trainiert künftig die TSG Hoffenheim 1899

Eure Meinung: Wie habt Ihr die Sasion des FC St. Pauli gesehen? Was waren für euch die Höhepunkte, was die Tiefpunkte der Saison?



 
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