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Aus nach 18 Jahren: Der tränenreiche Abschied des Holger Stanislawski
Selten war eine Pressekonferenz so emotional, wie die am Mittwoch in Hamburg. Eine Ära endete und mit ihr eine Zeit der großen Erfolge an der Elbe, weil Akkus nicht mehr laden...
Von Dennis Weinacht
„Es ist Zeit für Veränderungen“
Der Trainer selbst konnte dann auf der Pressekonferenz nicht wirklich souverän erscheinen, aber das erwartete auch niemand. „Stani“ gab seinen Abschied bekannt. Das Angebot des Kiez-Klubs sei lukrativ gewesen, dennoch sagte er mit Tränen in den Augen und schluchzender Stimme: „Es ist Zeit für eine Veränderung, auch deshalb, weil die letzten Jahre so viel Kraft gekostet haben.“ 18 Jahren hat er dem Verein vom Millerntor die Treue gehalten, vier Jahre war er Cheftrainer gewesen und seine Erfolge sind imponierend: Er hat den Klub im deutschen Profifußball wieder etabliert, ihn letztlich sensationell im vergangenen Sommer in die Bundesliga zurückgeführt.
„Ein sehr trauriger Tag“
Als er am Mittwoch auf der Geschäftsstelle seinen Abschied erklärte, sollen Tränen geflossen sein. Auch der Mannschaft habe er den Entschluss bereits mitgeteilt, das sei „brutal“ gewesen. Sein Vertrag wäre ursprünglich noch bis 2012 gelaufen, allerdings hat er eine Ausstiegsklausel im Kontrakt, die er nun gezogen hat. Aller Voraussicht nach wird er also von einem neuen Klub aus seinem Papier freigekauft werden. Sportdirektor Helmut Schulte zeigte sich sichtlich betroffen: „Es ist ein sehr trauriger Tag, an dem wir unseren Frontmann verlieren.“ Ein Frontmann, der bei allen beliebt war und von den Fans vergöttert wurde. Ein Mann, der eben auch bei den Spielern nie seine Wirkung verlor.

Büskens soll folgen
Klar ist deshalb auch, dass es sein Nachfolger nicht einfach haben wird. Die Lücke wird man nicht eben so schließen können. Mike Büskens zählt zu den Kandidaten, er steht derzeit bei der SpVgg Greuther Fürth unter Vertrag. Wer allerdings Stanislawski aus seinem Vertrag kaufen wird und somit die neue Herausforderung des Trainers stellen wird, scheint bereits sehr klar zu sein: Der charismatische Coach steht unmittelbar vor einem Engagement bei der TSG 1899 Hoffenheim. Die Kraichgauer hatten am Dienstag die Trennung von Trainer Marco Pezzaiuoli zum Saisonende bekannt gegeben und das Interesse an Stanislawski bestätigt.
„Akkus laden nicht mehr“
Das wollte Stanislawski aber noch nicht endgültig bestätigen: „Da wird eine finale Entscheidung erst in den nächsten Tagen fallen. Es sind noch Detailfragen zu klären.“ Aber nicht nur wegen seiner eigenen Perspektive, sondern auch wegen der Liebe zum Kiez-Klub geht er jetzt: „Ich denke schon seit Wochen darüber nach. Zuletzt waren es wahnsinnig intensive Jahre, meine Akkus laden einfach nicht mehr voll auf. Jetzt muss ein Einschnitt kommen, jemand Frisches muss hierher.“ Auch wenn das die Fans und die Verantwortlichen derzeit noch nicht so recht wahrhaben möchten und den Coach schon jetzt vermissen.
„You´ll never walk alone“
So ist es definitiv kein normaler Tag am Kiez. Bei der Pressekonferenz flossen Tränen unter den Menschen, die ihren „Stani“ ins Herz geschlossen haben und ihn jahrelang begleiten durften. Für ihn beginnt ein neuer Abschnitt. Für den Verein vermutlich eine neue Zeitrechnung. Und viele Fans können wohl nur dem zustimmen, was in der emotionalen Mitteilung ganz am Schluss stand: „An dieser Stelle aber schon mal ein herzliches, aufrichtiges und wehmütiges DANKESCHÖN, lieber Stani. You’ll never walk alone (*wischteineTräneausdemAuge).“ Selbst wenn der Verein diese Saison absteigt: Ihren Holger werden sie am Millerntor nie vergessen...

Eure Meinung: Was haltet Ihr von dieser Entscheidung Stanislawskis? Und ist Büskens ein guter Nachfolger? Sollte „Stani“ nach Hoffenheim wechseln?
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