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Zwischen Hoffen(heim) und Bangen – Borussia Mönchengladbach im Wechselbad der Gefühle
In den letzten Wochen hat sich einiges bewegt und verändert beim Bundesligisten vom Niederrhein, aber irgendwie dann doch nicht. Der Mann an der Seitenlinie wurde ausgetauscht, aber die Akteure auf dem Rasen blieben die Gleichen. Genauso sieht es mit deren Leistungen aus, die die Fans zur Verzweiflung bringen.
Von Christoph VOGEL
Mönchengladbach. Von einem Abstieg möchte man bei Borussia Mönchengladbach noch nicht reden. Zehn sogenannte Endspiele liegen vor den Fohlen und „es sind noch 30 Punkte zu vergeben“, wie Neu-Trainer Lucien Favre perfekt ausgerechnet hat. Einzig die Leistungen lassen nichts Gutes erahnen. Nach einem Zwischenhoch gegen den FC Schalke 04 befindet sich der Verein erneut im Tal der Tränen. Der dritte Abstieg ist bedrohlich nahe.
Nix zu holen in Sechs-Punkte-Spielen
Dabei sah es doch so gut aus: Nach dem 2:1 und damit dem Sieg beim Debüt von Lucien Favre als Coach der Borussen keimte Hoffnung auf. „Da geht noch was“ dachte sich manch ein Fan, aber Wolfsburg zeigte der Mannschaft die Grenzen auf. Schlimmer als die Niederlage an sich (und die dazu noch dramatisch abfallend schlechte Leistung auf allen Positionen) war die Tatsache, dass erneut gegen einen direkten Konkurrenten verloren wurde. Gegen Stuttgart (0:7, 2:3) und St. Pauli (1:3, 1:2) gab es jeweils zwei Pleiten. Gegen Bremen (1:4) und Kaiserslautern (0:3) gab es ebenfalls nichts zu holen.
Favre bleibt Optimist
„Jeder kann die Tabelle lesen,“ gibt sich Favre im Interview auf der Vereinshomepage frustriert, aber nicht resignierend. Der Schweizer ist ein ausgewiesener Fach-, aber kein Feuerwehrmann. Die Entlassung von Michael Frontzeck zu einem so späten Zeitpunkt wie nach der Niederlage in St. Pauli – sie kam wahrscheinlich zu spät. „Aber ich bin trotzdem überzeugt, dass es uns noch gelingen kann, den Abstieg zu vermeiden,“ so Favre.
Schalke-Effekt verpufft wirkungslos
Einige „Fans“ ließen ihrem Frust auf der Rückfahrt im Sonderzug von Wolfsburg nach Gladbach freien Lauf. Schon länger zählen nur noch Siege, der unerklärliche Werdegang der Niederlage bei den Wölfen ohne einen Ansatz von Rückenwind nach dem Erfolg gegen Schalke wirkt zermürbend. Das Restprogramm hat es ebenfalls in sich: In Bremen, München, Mainz, Hannover und Hamburg, sowie zu Hause gegen Kaiserslautern, Köln, Dortmund und Freiburg.
Das Restprogramm der Borussia auf einem Blick
Auf die neugewonnene Auswärtsstärke (zwei Siege zu Beginn der Rückrunde) kann man sich nach den Erkenntnissen aus der Autostadt nicht verlassen.

Eklatante Heimschwäche
Katastrophal und ein Hauptgrund für die Misere ist die Heimschwäche der Fohlen. Sechs Punkte aus zwölf Spielen sind alarmierend wenig. Das bedeutet den klaren letzten Platz in der Heimtabelle. Zum Vergleich: Die Mitkonkurrenten um den Klassenerhalt aus Kaiserslautern, St. Pauli (beide 15 Punkte) und Stuttgart (13) glänzen zwar auch nicht, haben aber jeweils mehr als doppelt so viele Punkte vor eigenem Publikum geholt wie die Borussen. Aber die geben sich noch nicht geschlagen. So hat das örtliche Entsorgungsunternehmen GEM nun zehn Müllwagen mit der Aufschrift „Jetzt erst recht!“ bedrucken lassen. Ob es hilft? Am Samstag gegen Hoffenheim geht es vielleicht schon um die letzte Chance.
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