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Das Bundesliga-Zeugnis: Hannover 96
„Sechs, setzen!“ Wer hat als Schüler diesen Satz nicht schon einmal gehört? Doch jetzt müssen die Vereine zittern. Goal.com stellt ihnen wie immer das Zwischenzeugnis aus. Wurden die Erwartungen erfüllt, oder sogar übertroffen? Wer hat seine Hausaufgaben nicht erledigt? Wer muss um die Versetzung bangen? Das Goal.com-Zeugnis der Hinrunde gibt Auskunft.
Von Claas PHILIPP
Bundesliga: Platz 4
DFB-Pokal: ausgeschieden (1. Runde, 4:5 n.E. gegen SV Elversberg)
Zielsetzung: In der vergangenen Saison war der Verein stark gebeutelt, der Selbstmord von Kapitän und Torwart Robert Enke zog eine Serie von zwölf Partien ohne Sieg nach sich und das Team konnte erst am letzten Spieltag den Nichtabstieg sichern. So war Hannover vor der Saison für viele der Abstiegskandidat Nummer eins und die Zielsetzung klar: Die Klasse muss gehalten werden.
LIGA & POKAL - Note: voll gut (2+)Die Saison begann denkbar schlecht, nach der Pleite gegen Viertligist Elversberg in der ersten Runde des DFB-Pokals schien die Trennung von Coach Mirko Slomka nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Umso überraschender war es, das am ersten Spieltag die Frankfurter Eintracht mit 2:1 besiegt werden konnte. Was folgte, war eine beeindruckende Hinserie: Unter dem Strich standen 31 Punkte und der vierte Platz - eigentlich eine glatte eins, wäre da nicht das blamable Pokal-Aus gewesen.
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UNTERHALTUNG - Note: (3)Es war ganz sicher kein Hurra-Fußball, den 96 den Zuschauern in der Hinrunde bot. Das Erfolgsgeheimnis liegt darin, dem Gegner das Feld zu überlassen und nach gewonnenem Ballbesitz blitzschnell zu kontern. Das allerdings machte man großartig - für die zügig vorgetragenen Tempogegenstöße sind Offensiv-Akteure wie Didier Ya Konan prädestiniert, schöne Spielzüge waren keine Mangelware.

Aber auch das Pressing funktioniert gut, angefangen bei den Stürmern verteidigt die Mannschaft effektiv im Gesamtverbund. Wenn Hannover allerdings das Spiel machen muss, kommt in der Regel nichts Gescheites bei raus. Positiv: In dieser Saison gab es bei hannoverscher Beteiligung noch nicht eine einzige Nullnummer.
TRANSFERMARKT – Note: voll gut (2+)
Die Sorge war groß, dass der Abgang des ablösefrei nach Leverkusen abgewanderten Hanno Balitsch im defensiven Mittelfeld eine große Lücke hinterlassen würde, aber sowohl der Sechser als auch Jan Rosenthal (wechselte für 550.000 Euro zum SC Freiburg), Arnold Bruggink (Vertrag wurde nicht verlängert) und Publikumsliebling Jiri Stajner (ging nach acht Jahren zurück zu Heimatverein Slovan Liberec) wurden kaum vermisst.
Was nicht zuletzt daran lag, dass die Neuverpflichtungen fast allesamt einschlugen: Vor allem Innenverteidiger Emanuel Pogatetz (kam ablösefrei vom FC Middlesbrough) und Stürmer Mohammed Abdellaoue (1 Mio. Euro von Valerenga IF) fügten sich nahtlos in das Gefüge ein. Aber auch die ebenfalls kostenlos gekommenen Lars Stindl (Karlsruher SC) und Moritz Stoppelkamp (RW Oberhausen) erwiesen sich als Verstärkung, wobei letzterer zuletzt verletzt ausfiel. So gelang es, die Mannschaft für wenig Geld punktuell effektiv zu verstärken. Pech hatte man allerdings mit dem vom FC Basel gekommenen Carlitos, der sich schon nach wenigen Bundesliga-Minuten einen Kreuzbandriss zuzog.

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TRAINER & UMFELD – Note: gut (2)
Vor dem ersten Bundesliga-Spiel galt Coach Mirko Slomka noch als Wackelkandidat Nummer eins, inzwischen ist er nahezu unantastbar. Die Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrages dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein - Erfolg ist eben ein gutes Argument. Auch das nicht gerade als ruhig und geduldig geltende hannoversche Umfeld ist mit der momentanen Situation verständlicherweise hochzufrieden, so dass das Verhältnis zu Presse und Fans getrost als harmonisch bezeichnet werden kann.
GESAMTNOTE: gut (2)
Das Saisonziel Nichtabstieg ist so gut wie erreicht, sobald man die noch fehlenden neun Zähler für die nötigen 40 Punkte zusammen hat, sollen neue Ziele gesteckt werden, so Slomka. Heißt: Die internationalen Wettbewerbe werden anvisiert, was allerdings keine einfache Aufgabe werden dürfte. So wird auch sicherlich niemand sauer sein, falls die Europa-Pokal-Plätze verpasst werden und man „nur“ im Mittelfeld der Tabelle landet- denn allein schon das bisher Erreichte kann als großer Erfolg bezeichnet werden.
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