FC Bayern: Christian Nerlinger über den FC Schalke, Mario Gomez und die Auferstehung des Franck Ribery

Der Sportdirektor der Bayern hat in seinem ersten Jahr bereits viel erlebt, sodass ihn nun eigentlich wenig schocken kann. Während er die Aktionen von Felix Magath nicht wirklich nachvollziehen kann, schwört Nerlinger selbst auf bodenständige Kaderplanung und seinen einzigartigen Trainer.

Nerlinger und van Gaal in Klausur (Getty)

(chv) München. Der „FC Hollywood“ ist der FC Bayern München inzwischen zwar nicht mehr, aber dennoch bietet der Rekordmeister genug Gesprächsstoff auf und abseits des Rasens. Sportdirektor Christian Nerlinger sieht die Mannschaft auf einem guten Weg. Zwei Sorgenkinder der letzten Zeit seien schon bald wieder da, wo man sie leistungsmäßig erwartet.

Schalker „Transferaktionismus“

Keinen einzigen Spieler von außen verpflichtete der FC Bayern und sorgte so für ein Novum. „Natürlich gab es viele Gerüchte und einige konnten auch nicht verstehen, dass wir nicht aktiv geworden sind. Aber wir haben von Anfang an immer gesagt, dass wir Vertrauen in unsere Mannschaft haben,“ verteidigt Nerlinger im Interview auf der offiziellen Homepage die eingeschlagene Marschroute. Das Vorgehen beim Vizemeister kann er – trotz deren Fehlstart – nicht nachvollziehen: „Wenn ich aber sehe, was sich in den letzten 24 Stunden auf Schalke getan hat... Das war ein für mich noch nie dagewesener Transferaktionismus.“

„Van Gaal möchte damit auch etwas provozieren“

Auch Abgänge hatte man in München kaum zu verzeichnen, obwohl zum Beispiel ein Tymochuck nur zum zweiten Glied gehört. „Und die meisten Spieler wissen auch, was sie am FC Bayern haben. Sie wollen nicht flüchten, sondern bleiben und wollen sich hier beweisen. Das finde ich eine sehr gute Reaktion.“ Dabei bekommt manch ein Star von Trainer Louis van Gaal klipp und klar gesagt, wie seine Perspektiven beim Meister sind. Nicht immer zu dessen Wohlgefallen: „Van Gaal möchte damit auch etwas provozieren und eine Reaktion beim Spieler herauskitzeln. Diese Spieler sollen ihm beweisen, dass sie unbedingt in die Mannschaft wollen.“

Der Meistertrainer gibt die Richtung vor - Louis van Gaal

Nerlinger glaubt an Gomez

Eine weitere Personalie neben Martin Demichelis, der aufgrund des Personalmangels in der Innenverteidigung nicht abgegeben wurde, ist Mario Gomez. Der Nationalstürmer blieb nach einem schweren, ersten Jahr: „Mario hat sehr gut daran getan, das Kapitel FC Bayern nicht schon nach einem Jahr zu beschließen […] Er kann jetzt ohne großen Erwartungsdruck den zweifelsohne großen Konkurrenzkampf im Sturm angehen.“

Ribery wird es „allen beweisen“

Auch Franck Ribery schrieb zuletzt nicht nur sportliche Schlagzeilen und stand immer öfter im Schatten von Arjen Robben. Dieser ist nun verletzt und der Franzose will diese Lücke schließen: „Er will es noch mal wissen und allen beweisen, was er für ein außergewöhnlicher Spieler ist. Ich glaube, die letzte Saison war die schwerste in seiner Karriere. Jetzt ist er doppelt motiviert, alles vergessen zu machen.“ Das merke man nicht nur auf dem Rasen, sondern auch abseits des Platzes: „Er spricht jetzt viel Deutsch, mit der Mannschaft und in den Interviews.“

Franck Ribery ist laut Nerlinger nun „doppelt motiviert“

Mannschaft wird sich stabilisieren

Als Ziel gibt Nerlinger aus, zur Winterpause noch in allen drei Wettbewerben im Rennen zu sein. Damit fuhr man in München im letzten Jahr sehr gut, und auch wenn nun ein Spiel gegen Kaiserslautern verloren wurde, gebe es keinen Grund zur Beunruhigung: „Ich glaube an das Potenzial der Mannschaft und dass sie sich rechtzeitig stabilisieren wird.“ Die nächste Standortbestimmung folgt schon am nächsten Spieltag: Dann geht es im Heimspiel gegen Werder Bremen.

Eure Meinung: Was sagt ihr zu den Äußerungen Nerlingers? Wird es Gomez in dieser Saison endlich packen? Kriegt Ribery wieder die Kurve nach oben?



 
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