|
|
Holprig statt hungrig: Der Saisonstart des VfL Wolfsburg
Bundesliga verrückt! Hoffenheim, Kaiserslautern und Mainz an der Spitze, Stuttgart Tabellenletzter und Schalke, Wolfsburg und Bayern im Tabellenkeller! Was war los an den ersten beiden Spieltagen der Bundesliga-Saison 2010/2011?
Von Marco SCHYNS
Wolfsburg. Den Saisonstart haben sich die Wolfsburger Fans sicher anders vorgestellt. Trotz des Krachers gleich zum ersten Spieltag beim amtierenden Meister in München waren die Hoffnungen groß, dass nach einer enttäuschenden Saison mit wechselnden Trainern und der sportlichen Talfahrt nun wieder Ruhe einkehrt beim VfL - und gleichbedeutend damit auch der Erfolg. Stattdessen blickt man nach zwei Spieltagen auf die Tabelle und sieht den VfL mit null Punkten und bereits sechs Gegentoren auf Platz 14 statt auf einem der erhofften Champions-League-Plätze. Ein Drama in fünf Akten...
Akt 1: Die Sommerpause
Nachdem man schon kurz nach der abgelaufenen Saison den Engländer Steve McClaren als neuen Cheftrainer in Wolfsburg vorstellte, machte dieser direkt seinen größten Wunsch klar: Edin Dzeko soll bleiben! Keine einfache Aufgabe angesichts der vielen Angebote europäischer Top-Klubs. Doch letztlich war keiner bereit, die geforderten 40 Millionen Euro Ablöse zu bezahlen und der eigentlich wechselwillige Stürmer musste sich mit seinem Verbleib anfreunden. Der Kader der „Wölfe“ wurde zusätzlich verstärkt durch die beiden Verteidiger Simon Kjaer (US Palermo) und Arne Friedrich (Hertha BSC) sowie den Mittefeld-Allrounder Cicero (ebenfalls Hertha BSC) und den kroatischen Stürmer Mandzukic (Dinamo Zagreb). Zu diesem Zeitpunkt hatte der VfL bereits etwa 25 Millionen Euro in neue Spieler investiert. Dementsprechend waren die Erwartungen für die neue Saison also groß und die Marschroute klar: Die enttäuschende letzte Saison abhaken und an die Leistungen der Meistersaison anknüpfen. Keine leichte Aufgabe also für Steve McClaren.
Akt 2: Auftakt beim Meister
Als Meister der Saison 2008/2009 durfte man die neue Saison mit dem Meister des Vorjahres, dem FC Bayern München, einleiten. Keine leichte Aufgabe, am ersten Spieltag in München zu bestehen. Doch die Wolfsburger und ihr neuer Trainer Steve McClaren gaben sich zuversichtlich. Zwar enttäuschte man in der ersten Halbzeit und kassierte nach einem Fehler von Simon Kjaer auch prompt das erste Gegentor der neuen Saison. Doch in der zweiten Hälfte waren die Niedersachsen über weite Strecken dem Meister überlegen und kamen durch den Superstar Edin Dzeko zum verdienten Ausgleich. Es wäre eine faire Punkteteilung zum Auftakt gewesen, doch ein spätes Tor von Bastian Schweinsteiger (90.+2) bescherte dem FC Bayern noch den Sieg und versetzte die Wolfsburger in eine Schockstarre. Trainer Steve McClaren bezeichnete die späte Niederlage als „besonders schmerzhaft“ und auch die Spieler wussten, dass sie um ihren verdienten Lohn gebracht wurden.
Akt 3: Niederlage abhaken, das erste Heimspiel
In den Tagen nach dem Spiel schien man dann realisiert zu haben, dass es zwar ein Niederlage war und dazu noch eine sehr bittere, aber dennoch: Man hatte ein Auswärtsspiel beim scheinbar übermächtigen FC Bayern verloren. Eine Niederlage für die man sich nun wirklich nicht schämen muss. Jetzt hieß es also Kräfte sammeln und die volle Konzentration auf das erste Heimspiel der Saison – gegen des FSV Mainz 05. Die kamen zwar mit voller Selbstvertrauen, da sie in der Vorwoche Stuttgart überzeugend besiegt hatten, angereist, doch in Wolfsburg war die Stimmung prächtig. Dies lag nicht zuletzt daran, dass nur 2 Tage vor dem Spiel, nach wochenlangem Hin und Her, endlich die Verpflichtung von Diego (ehemals Werder Bremen) perfekt gemacht wurde. 15,5 Millionen Euro hat man für Ihn an Juventus Turin überwiesen. Doch in der VW-Stadt war man sich sicher, dass dieser Mann sein Geld auf jeden Fall Wert ist. Und das stellte er auch gleich eindrucksvoll unter Beweis. Etwas überraschend stand Diego gegen Mainz direkt in der Startelf, während Spielmacher Zvejzdan Misimovic erneut auf der Bank schmorte. Die Wölfe zündeten ein Feuerwerk und nach nur 30 Spielminuten stand es bereits 3:0. Die beiden Superstars Diego und Dzeko (2) erzielten die Tore und zeigten was man von den „Wölfen“ in dieser Saison noch so alles erwarten kann. Die VW-Arena glich einem Tollhaus. Doch damit war es dann schneller vorbei als gedacht. Die Mainzer kamen noch vor der Halbzeit zum 1:3-Anschlusstreffer und verspürten plötzlich wieder Hoffnung. Nach einem erneuten Mainzer Tor, früh in der zweiten Hälfte, war jedem im Stadion klar, dass dieses Spiel noch lange nicht entschieden ist. Und so kam es dann auch, fast schon mit Ansage, das 3:3 nach knapp einer Stunde durch André Schürrle. Und als sei das für die Wolfsburger noch nicht genug gewesen, traf auch noch Szalai knapp 10 Minuten vor Schluss zum 3:4. Die Mainzer hatten tatsächlich einen 0:3-Rückstand aus den ersten 30 Minuten komplett gedreht.
Akt 4: Zwei Spiele, Null Punkte
Das zweite Spiel, die zweite sehr bittere Niederlage. Wie geht es nun weiter beim VfL? Wie sehr ist das Selbstbewusstsein der Spieler durch die beiden äußerst schmerzhaften Niederlagen gebrochen? Fragen, auf die Trainer Steve McClaren schnellstmöglich eine Antwort und vor allem ein Lösung finden muss. Dennoch wird es auch ihm nicht entgangen sein, dass er auch aus den zwei Niederlagen sehr viel Positives ziehen kann, worauf sich aufbauen lässt. Die gute kämpferische Leistung in der zweiten Halbzeit in München oder die hervorragenden ersten 30 Minuten zuhause gegen Mainz. Das Leistungspotenzial bei den Wölfen scheint also sehr groß zu sein, jetzt kommt es nur darauf an, ob man dieses auch über ein gesamtes Spiel bzw. über die ganze Saison wird abrufen können.
Akt 5: Das Wechseltheater
Mit der Verpflichtung von Diego wurde das richtige Zeichen gesetzt – in der VW-Stadt soll in den nächsten Jahren Spitzenfußball geboten werden! Edin Dzeko konnte man, trotz aller Angebote von europäischen Spitzenclubs und den Wechselwünschen des Spielers, halten und hat nun zwei echte Topstars in seinen Reihen. Durch den Verkauf vom ehemaligen Spielmacher Zvejzdan Misimovic, noch kurz vor Ablauf der Transferperiode, zu Galatasaray Istanbul, kann jetzt auch endlich Ruhe einkehren und die Diskussionen um seinen Platz beim VfL können ein Ende nehmen. Denn auch wenn sich viele Fans seinen Verbleib gewünscht hätten, schien die Entscheidung, ohne Misimovic zu planen, bei Trainer und Manager bereits seit längerer Zeit beschlossene Sache.
Goal.com-Fazit
Knapp 40 Millionen Euro für neue Spieler, zwei etablierte europäische Superstars im Kader und einen erfolgsorientierten Trainer und Manager. Die Wolfsburger müssen jetzt zeigen, was in Ihnen steckt und beweisen, dass die zwei bisher absolvierten Spiele zur Ausnahme gehören. Die anstehende Länderspielpause gibt den Verantwortlichen jetzt Zeit alles aufzuarbeiten, zu ordnen und einen Neuanfang am 3. Spieltag zu starten: mit dem Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund.
Eure Meinung: Was haltet ihr vom neuen Traumgespann Diego / Dzeko und vom Verkauf von Misimovic?
Akt 1: Die Sommerpause
Nachdem man schon kurz nach der abgelaufenen Saison den Engländer Steve McClaren als neuen Cheftrainer in Wolfsburg vorstellte, machte dieser direkt seinen größten Wunsch klar: Edin Dzeko soll bleiben! Keine einfache Aufgabe angesichts der vielen Angebote europäischer Top-Klubs. Doch letztlich war keiner bereit, die geforderten 40 Millionen Euro Ablöse zu bezahlen und der eigentlich wechselwillige Stürmer musste sich mit seinem Verbleib anfreunden. Der Kader der „Wölfe“ wurde zusätzlich verstärkt durch die beiden Verteidiger Simon Kjaer (US Palermo) und Arne Friedrich (Hertha BSC) sowie den Mittefeld-Allrounder Cicero (ebenfalls Hertha BSC) und den kroatischen Stürmer Mandzukic (Dinamo Zagreb). Zu diesem Zeitpunkt hatte der VfL bereits etwa 25 Millionen Euro in neue Spieler investiert. Dementsprechend waren die Erwartungen für die neue Saison also groß und die Marschroute klar: Die enttäuschende letzte Saison abhaken und an die Leistungen der Meistersaison anknüpfen. Keine leichte Aufgabe also für Steve McClaren.
Akt 2: Auftakt beim Meister
Als Meister der Saison 2008/2009 durfte man die neue Saison mit dem Meister des Vorjahres, dem FC Bayern München, einleiten. Keine leichte Aufgabe, am ersten Spieltag in München zu bestehen. Doch die Wolfsburger und ihr neuer Trainer Steve McClaren gaben sich zuversichtlich. Zwar enttäuschte man in der ersten Halbzeit und kassierte nach einem Fehler von Simon Kjaer auch prompt das erste Gegentor der neuen Saison. Doch in der zweiten Hälfte waren die Niedersachsen über weite Strecken dem Meister überlegen und kamen durch den Superstar Edin Dzeko zum verdienten Ausgleich. Es wäre eine faire Punkteteilung zum Auftakt gewesen, doch ein spätes Tor von Bastian Schweinsteiger (90.+2) bescherte dem FC Bayern noch den Sieg und versetzte die Wolfsburger in eine Schockstarre. Trainer Steve McClaren bezeichnete die späte Niederlage als „besonders schmerzhaft“ und auch die Spieler wussten, dass sie um ihren verdienten Lohn gebracht wurden.
Akt 3: Niederlage abhaken, das erste Heimspiel
In den Tagen nach dem Spiel schien man dann realisiert zu haben, dass es zwar ein Niederlage war und dazu noch eine sehr bittere, aber dennoch: Man hatte ein Auswärtsspiel beim scheinbar übermächtigen FC Bayern verloren. Eine Niederlage für die man sich nun wirklich nicht schämen muss. Jetzt hieß es also Kräfte sammeln und die volle Konzentration auf das erste Heimspiel der Saison – gegen des FSV Mainz 05. Die kamen zwar mit voller Selbstvertrauen, da sie in der Vorwoche Stuttgart überzeugend besiegt hatten, angereist, doch in Wolfsburg war die Stimmung prächtig. Dies lag nicht zuletzt daran, dass nur 2 Tage vor dem Spiel, nach wochenlangem Hin und Her, endlich die Verpflichtung von Diego (ehemals Werder Bremen) perfekt gemacht wurde. 15,5 Millionen Euro hat man für Ihn an Juventus Turin überwiesen. Doch in der VW-Stadt war man sich sicher, dass dieser Mann sein Geld auf jeden Fall Wert ist. Und das stellte er auch gleich eindrucksvoll unter Beweis. Etwas überraschend stand Diego gegen Mainz direkt in der Startelf, während Spielmacher Zvejzdan Misimovic erneut auf der Bank schmorte. Die Wölfe zündeten ein Feuerwerk und nach nur 30 Spielminuten stand es bereits 3:0. Die beiden Superstars Diego und Dzeko (2) erzielten die Tore und zeigten was man von den „Wölfen“ in dieser Saison noch so alles erwarten kann. Die VW-Arena glich einem Tollhaus. Doch damit war es dann schneller vorbei als gedacht. Die Mainzer kamen noch vor der Halbzeit zum 1:3-Anschlusstreffer und verspürten plötzlich wieder Hoffnung. Nach einem erneuten Mainzer Tor, früh in der zweiten Hälfte, war jedem im Stadion klar, dass dieses Spiel noch lange nicht entschieden ist. Und so kam es dann auch, fast schon mit Ansage, das 3:3 nach knapp einer Stunde durch André Schürrle. Und als sei das für die Wolfsburger noch nicht genug gewesen, traf auch noch Szalai knapp 10 Minuten vor Schluss zum 3:4. Die Mainzer hatten tatsächlich einen 0:3-Rückstand aus den ersten 30 Minuten komplett gedreht.
Akt 4: Zwei Spiele, Null Punkte
Das zweite Spiel, die zweite sehr bittere Niederlage. Wie geht es nun weiter beim VfL? Wie sehr ist das Selbstbewusstsein der Spieler durch die beiden äußerst schmerzhaften Niederlagen gebrochen? Fragen, auf die Trainer Steve McClaren schnellstmöglich eine Antwort und vor allem ein Lösung finden muss. Dennoch wird es auch ihm nicht entgangen sein, dass er auch aus den zwei Niederlagen sehr viel Positives ziehen kann, worauf sich aufbauen lässt. Die gute kämpferische Leistung in der zweiten Halbzeit in München oder die hervorragenden ersten 30 Minuten zuhause gegen Mainz. Das Leistungspotenzial bei den Wölfen scheint also sehr groß zu sein, jetzt kommt es nur darauf an, ob man dieses auch über ein gesamtes Spiel bzw. über die ganze Saison wird abrufen können.
Akt 5: Das Wechseltheater
Mit der Verpflichtung von Diego wurde das richtige Zeichen gesetzt – in der VW-Stadt soll in den nächsten Jahren Spitzenfußball geboten werden! Edin Dzeko konnte man, trotz aller Angebote von europäischen Spitzenclubs und den Wechselwünschen des Spielers, halten und hat nun zwei echte Topstars in seinen Reihen. Durch den Verkauf vom ehemaligen Spielmacher Zvejzdan Misimovic, noch kurz vor Ablauf der Transferperiode, zu Galatasaray Istanbul, kann jetzt auch endlich Ruhe einkehren und die Diskussionen um seinen Platz beim VfL können ein Ende nehmen. Denn auch wenn sich viele Fans seinen Verbleib gewünscht hätten, schien die Entscheidung, ohne Misimovic zu planen, bei Trainer und Manager bereits seit längerer Zeit beschlossene Sache.
Goal.com-Fazit
Knapp 40 Millionen Euro für neue Spieler, zwei etablierte europäische Superstars im Kader und einen erfolgsorientierten Trainer und Manager. Die Wolfsburger müssen jetzt zeigen, was in Ihnen steckt und beweisen, dass die zwei bisher absolvierten Spiele zur Ausnahme gehören. Die anstehende Länderspielpause gibt den Verantwortlichen jetzt Zeit alles aufzuarbeiten, zu ordnen und einen Neuanfang am 3. Spieltag zu starten: mit dem Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund.
Eure Meinung: Was haltet ihr vom neuen Traumgespann Diego / Dzeko und vom Verkauf von Misimovic?
Goal.com-Flutlicht
/* empty because this one does not have controls */?>
-
Teenager-Tränen: Als Cristiano Ronaldo bei der Heim-EM 2004 nur Zweiter wurde
EXKLUSIV - Goal.com veröffentlicht exklusive Inhalte aus Luca Caiolis Buch „Ronaldo: Leidenschaft zur Perfektion“. Heute dreht sich alles um das Finale der EM 2004.
-
Sieger, Enttäuschungen, Torschützenkönig: Die Goal.com-Redaktionstipps zur EM
Bald geht es endlich los - der Startschuss zur Euro fällt! Die Goal.com-Redaktion hat im Kicktipp-EM-Spezial einmal einige Szenarien durchgespielt und diverse Tipps abgegeben.
-
Eden Hazard und die Geschichte des Millionentransfers, der ihn zu Chelsea führte
Es ging um richtig viel Geld, als der belgische Shootingstar beiden Großklubs aus Manchester absagte und an die „Stamford Bridge“ wechselte. Dort macht er nun so richtig Kasse.
-
Starte dein eigenes Tippspiel auf Kicktipp.de!
Ob Bundesliga, Fußball International oder EM 2012 - Tippe jetzt online gegen Freunde und Kollegen in deiner eigenen Tipprunde