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Die Abwehr des FC Bayern: Stabil genug für Europas Thron?
Thomas Müller, Miroslav Klose, Ivica Olic, Mario Gomez, Arjen Robben (sobald er wieder fit ist) und Franck Ribéry – keine Frage, die beeindruckende Angriffsreihe des FC Bayern muss sich hinter keiner Konkurrenz in Europa verstecken. Doch wie ist es um die Abwehr bestellt? Für diesen Mannschaftsteil erhofften sich viele Fans zur neuen Saison Verstärkungen. Doch im Gegensatz zur hektischen Betriebsamkeit mancher Konkurrenten reagierte der FC Bayern nicht, hielt sich sogar gänzlich mit Neuverpflichtungen zurück. Die richtige Entscheidung?
(eln) München. Sicher, der FC Bayern gewann vergangene Saison das Double aus Meisterschaft und Pokal, verpasste mit der Niederlage im Champions League – Finale gegen Inter Mailand sogar nur knapp das geschichtsträchtige weil erstmalige Triple. Dennoch sieht sich die Defensive des FC Bayern immer wieder mit Kritik konfrontiert. Zu Unrecht also?
Einzelleistungen glichen Abwehrfehler aus
Nur bedingt. Sicherlich: Für Bundesliga-Ansprüche mag das Defensivverhalten der Münchener zur Titelverteidigung genügen. Doch in der Königsklasse? Leicht gerät in Vergessenheit, dass der Finaleinzug vergangene Saison glücklich zustande kam und der FC Bayern schon in der Vorrunde so gut wie ausgeschieden war, ehe er dank der Schützenhilfe von Girondins Bordeaux (das Juventus Turin besiegte) noch weiterkam. In den K.o.-Spielen waren es dann die überragenden Einzelaktionen vor allem von Arjen Robben gegen den AC Florenz oder Manchester United, die eklatante Abwehrschwächen ausbügelten.
Bei beiden Auswärtspartien kassierte der FC Bayern jeweils drei Gegentore – eindeutig zuviel. Ohne seine Weltklasse im Sturm, die in diesen Spielen drei bzw. zwei eigene Treffer beisteuern konnte, wäre die Mannschaft von Louis van Gaal bereits vorzeitig ausgeschieden. Als Robben im Finale gegen Inter (0:2) aus dem Spiel genommen wurde und die Verteidigung bei beiden Gegentoren schlecht aussah, hatte der FC Bayern nichts mehr entgegen zu setzen.
Die Neuen sind alte Bekannte
Einige Namen wurden während des sommerlichen Transferfenster gehandelt, vor allem der des portugiesischen Außenverteidigers Fabio Coentrao von Benfica Lissabon oder der seines niederländischen Pendants Gregory van der Wiel (Ajax Amsterdam), doch letztlich beließ es der deutsche Rekordmeister dabei, lediglich seine beiden Leihspieler Breno (1. FC Nürnberg) – immerhin ein Abwehrspieler – und Toni Kroos (Bayer Leverkusen) zurück zu holen. Sportdirektor Christian Nerlinger erklärte bereits während des Münchener Trainingslagers am Gardasee: „Wir haben Vertrauen in unseren Kader.“ Doch es stellt sich die Frage: Wird die Qualität des Kaders in der Defensive auch für den neuerlichen Angriff auf Europas Thron genügen?
Problemzone linker Außenverteidiger
Gehen wir die Positionen in der Viererkette durch: Nachwuchsentdeckung Holger Badstuber verrichtete auf der linken Abwehrseite letztes Jahr einen soliden Job, ohne jedoch zu glänzen. Flankenläufe waren von ihm kaum zu sehen. Doch kein Wunder: Der Jung-Nationalspieler war auf dieser Position eine Notbesetzung, er ist in der Abwehrzentrale zuhause. Edson Braafheid und Danijel Pranjic hatten den Eignungstest als linker Außenverteidiger zuvor nicht bestanden. Nun darf sich mit dem 20-Jährigen Diego Contento ein weiterer Youngster aus der eigenen Jugend versuchen; man darf van Gaal für seinen Mut und seine Nachwuchsförderung Respekt zollen. Ob das Jugendkonzept bei Contento wie bei Thomas Müller und Badstuber erneut gelingen wird?

Breno noch nicht einsatzbereit
Doch Weltklasse verkörpert in der Abwehr derzeit nur Philipp Lahm, der auch weiterhin die rechte Seite rauf und runter beackern wird. In der Innenverteidigung überzeugt Abwehrchef Daniel van Buyten zwar mit Kopfballstärke und physischer Robustheit, doch gegen wendige Gegenspieler wirkt der Belgier zuweilen etwas hüftsteif – wie zuletzt im Finale gegen Inter. Der Brasilianer Breno konnte zwar während seiner Auftritte für den 1. FC Nürnberg überzeugen, wird jedoch nach seinem Kreuzbandriss noch mehrere Wochen benötigen, um wieder fit zu sein.
Badstuber wechselte zur neuen Saison von außen nach innen und verdrängte dort Martin Demichelis auf die Bank. Badstuber ist ein großes Talent, zweifellos. Doch nach erst einer Saison im Profifußball kann er noch kein Souverän sein, wie vergangene Woche auch beim 1.FC Kaiserslautern (0:2) zu sehen war, als er vor dem zweiten Gegentor über den Ball trat.
Wackelkandidat Demichelis: Kampf um Stammplatz
Demichelis hingegen schmollte nach seiner Verbannung auf die Ersatzbank. Wobei: Dort saß er erst gar nicht, da sein „Trauermoment“ (O-Ton Louis van Gaal) über seine Degradierung einen Platz auf der Reservebank offenbar nicht zuließ und er somit gleich gar nicht zum Kader gehörte. Der Argentinier drohte mit seinem Abgang, doch in der Kürze der Zeit fand sich bis zur Schließung des Transferfensters kein Abnehmer mehr. Doch selbst wenn „Micho“ seinen Stammplatz zurückerobern sollte: Vergangene Saison war er fast in jedem Spiel für eine Nachlässigkeit gut, die zu einer Torchance für den Gegner führte und mit der er seine sonst oft guten Leistungen schmälerte.
Kongeniales Duo mit Lucio
In der Spielzeit 2007/08 bildete Demichelis zusammen mit Abwehrpartner Lucio ein kongeniales Duo. Nie zuvor kassierte eine Bundesliga-Mannschaft weniger Gegentore als der FC Bayern in dieser Saison (21). Ein wesentlicher Verdienst auch der beiden Südamerikaner. Lucio ist vor einem Jahr zu Inter Mailand weggeschickt worden, wo er anschließend herausragend spielte. Warum genau seine Dienste in München nicht mehr gewollt waren, ist bis heute unklar. Van Gaal betonte, der Brasilianer habe nicht in sein Anforderungsprofil an einen Abwehrspieler gepasst. Ein Weltmeister und neuerdings auch Champions League – Sieger, der nichts von seinem Leistungsvermögen eingebüßt hat, passte nicht? Erstaunlich.
Nun wäre fast auch Demichelis gegangen, ohne dass der Verein ihn durch einen Neuzugang ersetzt hätte. Der FC Bayern scheint wirklich voll und ganz auf seine Offensive zu setzen…
Eure Meinung: Genügt die Abwehr des FC Bayern höchsten Ansprüchen?
Einzelleistungen glichen Abwehrfehler aus
Nur bedingt. Sicherlich: Für Bundesliga-Ansprüche mag das Defensivverhalten der Münchener zur Titelverteidigung genügen. Doch in der Königsklasse? Leicht gerät in Vergessenheit, dass der Finaleinzug vergangene Saison glücklich zustande kam und der FC Bayern schon in der Vorrunde so gut wie ausgeschieden war, ehe er dank der Schützenhilfe von Girondins Bordeaux (das Juventus Turin besiegte) noch weiterkam. In den K.o.-Spielen waren es dann die überragenden Einzelaktionen vor allem von Arjen Robben gegen den AC Florenz oder Manchester United, die eklatante Abwehrschwächen ausbügelten.
Bei beiden Auswärtspartien kassierte der FC Bayern jeweils drei Gegentore – eindeutig zuviel. Ohne seine Weltklasse im Sturm, die in diesen Spielen drei bzw. zwei eigene Treffer beisteuern konnte, wäre die Mannschaft von Louis van Gaal bereits vorzeitig ausgeschieden. Als Robben im Finale gegen Inter (0:2) aus dem Spiel genommen wurde und die Verteidigung bei beiden Gegentoren schlecht aussah, hatte der FC Bayern nichts mehr entgegen zu setzen.
Die Neuen sind alte Bekannte
Einige Namen wurden während des sommerlichen Transferfenster gehandelt, vor allem der des portugiesischen Außenverteidigers Fabio Coentrao von Benfica Lissabon oder der seines niederländischen Pendants Gregory van der Wiel (Ajax Amsterdam), doch letztlich beließ es der deutsche Rekordmeister dabei, lediglich seine beiden Leihspieler Breno (1. FC Nürnberg) – immerhin ein Abwehrspieler – und Toni Kroos (Bayer Leverkusen) zurück zu holen. Sportdirektor Christian Nerlinger erklärte bereits während des Münchener Trainingslagers am Gardasee: „Wir haben Vertrauen in unseren Kader.“ Doch es stellt sich die Frage: Wird die Qualität des Kaders in der Defensive auch für den neuerlichen Angriff auf Europas Thron genügen?
Problemzone linker Außenverteidiger
Gehen wir die Positionen in der Viererkette durch: Nachwuchsentdeckung Holger Badstuber verrichtete auf der linken Abwehrseite letztes Jahr einen soliden Job, ohne jedoch zu glänzen. Flankenläufe waren von ihm kaum zu sehen. Doch kein Wunder: Der Jung-Nationalspieler war auf dieser Position eine Notbesetzung, er ist in der Abwehrzentrale zuhause. Edson Braafheid und Danijel Pranjic hatten den Eignungstest als linker Außenverteidiger zuvor nicht bestanden. Nun darf sich mit dem 20-Jährigen Diego Contento ein weiterer Youngster aus der eigenen Jugend versuchen; man darf van Gaal für seinen Mut und seine Nachwuchsförderung Respekt zollen. Ob das Jugendkonzept bei Contento wie bei Thomas Müller und Badstuber erneut gelingen wird?

Breno noch nicht einsatzbereit
Doch Weltklasse verkörpert in der Abwehr derzeit nur Philipp Lahm, der auch weiterhin die rechte Seite rauf und runter beackern wird. In der Innenverteidigung überzeugt Abwehrchef Daniel van Buyten zwar mit Kopfballstärke und physischer Robustheit, doch gegen wendige Gegenspieler wirkt der Belgier zuweilen etwas hüftsteif – wie zuletzt im Finale gegen Inter. Der Brasilianer Breno konnte zwar während seiner Auftritte für den 1. FC Nürnberg überzeugen, wird jedoch nach seinem Kreuzbandriss noch mehrere Wochen benötigen, um wieder fit zu sein.
Badstuber wechselte zur neuen Saison von außen nach innen und verdrängte dort Martin Demichelis auf die Bank. Badstuber ist ein großes Talent, zweifellos. Doch nach erst einer Saison im Profifußball kann er noch kein Souverän sein, wie vergangene Woche auch beim 1.FC Kaiserslautern (0:2) zu sehen war, als er vor dem zweiten Gegentor über den Ball trat.
Wackelkandidat Demichelis: Kampf um Stammplatz
Demichelis hingegen schmollte nach seiner Verbannung auf die Ersatzbank. Wobei: Dort saß er erst gar nicht, da sein „Trauermoment“ (O-Ton Louis van Gaal) über seine Degradierung einen Platz auf der Reservebank offenbar nicht zuließ und er somit gleich gar nicht zum Kader gehörte. Der Argentinier drohte mit seinem Abgang, doch in der Kürze der Zeit fand sich bis zur Schließung des Transferfensters kein Abnehmer mehr. Doch selbst wenn „Micho“ seinen Stammplatz zurückerobern sollte: Vergangene Saison war er fast in jedem Spiel für eine Nachlässigkeit gut, die zu einer Torchance für den Gegner führte und mit der er seine sonst oft guten Leistungen schmälerte.
Kongeniales Duo mit Lucio
In der Spielzeit 2007/08 bildete Demichelis zusammen mit Abwehrpartner Lucio ein kongeniales Duo. Nie zuvor kassierte eine Bundesliga-Mannschaft weniger Gegentore als der FC Bayern in dieser Saison (21). Ein wesentlicher Verdienst auch der beiden Südamerikaner. Lucio ist vor einem Jahr zu Inter Mailand weggeschickt worden, wo er anschließend herausragend spielte. Warum genau seine Dienste in München nicht mehr gewollt waren, ist bis heute unklar. Van Gaal betonte, der Brasilianer habe nicht in sein Anforderungsprofil an einen Abwehrspieler gepasst. Ein Weltmeister und neuerdings auch Champions League – Sieger, der nichts von seinem Leistungsvermögen eingebüßt hat, passte nicht? Erstaunlich.
Nun wäre fast auch Demichelis gegangen, ohne dass der Verein ihn durch einen Neuzugang ersetzt hätte. Der FC Bayern scheint wirklich voll und ganz auf seine Offensive zu setzen…
Eure Meinung: Genügt die Abwehr des FC Bayern höchsten Ansprüchen?
Goal.com-Flutlicht
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