Mark van Bommel: „Normalerweise verlieren die gegen uns“

Das Freitags-Spiel in der Bundesliga hatte es mächtig in sich. Am „Betzenberg“ verliert ausgerechnet der deutsche Rekordmeister beim ersten Heimspiel der „Roten Teufel“ nach vier Jahren in der zweiten Liga. Nach der Begegnung zeigen sich die Spieler aus München weitgehend sehr enttäuscht, meiden die Konfrontation mit der Öffentlichkeit. Aber der Kapitän meldete sich zu Wort – und war zufrieden!

Aus Kaiserslautern berichtet Dennis WEINACHT

Christian Tiffert gegen Mark van Bommel (Getty)

Kaiserslautern. Daniel van Buyten wollte sich nicht äußern. Als er den Flur der Kabine in Richtung Ausgang verließ, wies er die wartenden Journalisten zurück: „Heute nicht. Das geht wirklich nicht.“ Er wollte sich nicht zur Niederlage des FC Bayern München äußern. Beim 1. FC Kaiserslautern hatte es kurz zuvor ein 0:2 gegeben, dass den deutschen Rekordmeister sichtlich beschäftigte. Die Ursachenforschung begann noch unmittelbar an diesem Abend. Ebenso fragten sich natürlich alle, was diese Niederlage am zweiten Spieltag nun für Auswirkungen auf den weiteren Verlauf in der Bundesliga haben könnte.

„Hätten es verdient gehabt, zu gewinnen“

Für den Kapitän der Mannschaft, Mark van Bommel, lagen die Gründe zumindest nicht an der Stimmung in Kaiserslautern: „ Es lag nicht an dem Stadion oder der Atmosphäre. Wir haben nicht schlecht gespielt, sehr viele Chancen herausgespielt. Und es klingt vielleicht dumm nach einer 0:2-Niederlage, aber wir hätten es verdient gehabt, zu gewinnen.“ Eine Meinung, die sicherlich die FCK-Fans so nicht teilen. Für den Niederländer waren auch die beiden Gegentore innerhalb von 66 Sekunden nicht entscheidend: „Natürlich darf uns das nicht passieren, dass wir in einer Minute zwei Tore kassieren. Aber wir hatten noch genug Zeit, das Spiel zu drehen. Und das Gefühl hatte ich auch. Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir unruhig waren oder das Spiel schon verloren hatten nach dem 0:2-Rückstand, was normalerweise bei einem Auswärtsspiel so ist.“

„Die haben viel Glück“

Bestätigt sah er sich in dieser Annahme auch durch das Gezeigte auf dem Rasen: „Das hat sich mit unserem Fußball und unseren Chancen auch bestätigt.“ Aber die Chancen wurden an diesem Abend nicht genutzt. Scheiterte Thomas Müller nach 23 Minuten noch an sich selbst, fand Toni Kroos im zweiten Durchgang im FCK-Keeper Tobias Sippel seinen Meister. „Das sind Momente, in denen man denkt: Die haben viel Glück. Und normalerweise verlieren die das Spiel auch gegen uns. Wir kriegen die erste große Chance durch Müller. Da muss man das 1:0 machen und dann ist das Spiel gespielt“, sieht van Bommel die vergebenen Möglichkeiten. Spielerisch ist der Mittelfeldakteur aber von seinem Team keineswegs enttäuscht: „Das hört sich komisch an, aber ich hatte bis zum Schluss in diesem Spiel ein gutes Gefühl gehabt – wirklich. Das ist natürlich ärgerlich, wenn die Bälle nicht reingehen. Wir haben sehr viele gute Chancen gehabt.“

„Nicht wie in Mainz“

Viele Experten erinnerte diese Niederlage ein wenig an einen ähnlichen Ausrutscher vor einem Jahr beim 1. FSV Mainz 05. Aber zu diesem Spiel will van Bommel keine Parallelen ziehen: „Das letzte Bisschen hat gefehlt, aber ich mache mir keine großen Sorgen. Das ist keine Niederlage so wie letztes Jahr in Mainz.“ Vor allem die Mannschaft habe sich seitdem extrem geändert, sei „stabiler und wird das verkraften können“. Van Bommel sicher: „Das ist eine ganz andere Welt jetzt.Gegen Mainz war wirklich ein großer Ausrutscher, da haben wir ganz schlecht gespielt. Und das war hier nicht so. Ich denke, dass wir heute gut gespielt haben.“

„Sind froh, wenn alle bleiben“

Zur Personalplanung seines Vereins wollte er sich lieber nicht äußern. Auch wenn Martin Demichelis und Anatoliy Tymoshchuk noch mit dem Gedanken spielen, den Verein zu verlassen. „Das ist Sache zwischen den Spielern und dem Verein. Und wir Spieler müssen uns in die Diskussion nicht einmischen. Wir müssen einfach unseren Fußball spielen“, stellt van Bommel in dieser Diskussion klar. Er sieht auch das Tischtuch mit den abwanderungswilligene Kickern nicht zerschnitten: „Wenn sie bleiben, dann ist das auch kein Problem. Wir sind sehr froh, wenn sie alle bleiben.“ Und mit dem Siegen, so ist sich der Mann mit der Nummer 17 sicher, klappt es dann auch bald wieder.


Van Bommel würde sich über seinen Verbleib freuen: Martin Demichelis!

Eure Meinung: Van Bommel sieht Kaiserslautern im Glück und hätte den FCB als verdienten Sieger gesehen! Stimmt Ihr dem Niederländer zu?



 
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