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„Betzenberg“ kehrt heim: „Mir sin werre do!“
Der „Betzenberg“ ist wieder erstklassig! Rund drei Monate nach dem umjubelten Aufstieg des 1. FC Kaiserslautern findet nun am heutigen Freitag-Abend das erste Heimspiel der „Roten Teufel“ vor eigenem Publikum statt. Ein ganz besonders traditionsreiches Stadion feiert sein Comeback in der höchsten deutschen Fußball-Spielklasse und das ausgerechnet gegen den deutschen Rekordmeister FC Bayern München. Goal.com ist für Euch vor Ort und hat sich vor dem Spiel mit zwei Fans des Aufsteigers unterhalten.
Aus Kaiserslautern berichtet Dennis WEINACHT
Kaiserslautern. „Wir zeigen Herzblut“, steht auf ihrem T-Shirt geschrieben. Gekauft hat es sich Catherine S. nach dem Aufstieg des 1. FC Kaiserslautern in die Bundesliga. „Ein sehr glücklicher Tag“, erinnert sie sich zurück. Die Schülerin hat auch schon andere Zeiten erlebt – traurigere. Nur ungern erinnert sie sich an das Jahr 2008 zurück, in welchem die „Roten Teufel“ fast den Gang in die dritte Liga antreten mussten. Aber im Mai schaffte der FCK damals doch noch den Klassenerhalt. Mit einer beachtlichen Aufholjagd unter dem damaligen Trainer Milan Sasic wurde erst am letzten Spieltag die Klasse gehalten, der Weg nach oben begann. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir so schnell wieder in der Bundesliga sein werden“, weiß Catherine. Damals 2008 schien zwischenzeitlich alles verloren zu sein.
„Der FCK ist einfach da...“
Aber am Ende wurde alles gut – auch privat. „Am 9. Juli 2008 bin ich dann mit Max zusammengekommen“, schwärmt die 18-Jährige von der Begegnung mit dem angehenden Sozialassistenten. Seitdem sind die beiden unzertrennlich. Auch und gerade an den Wochenenden. Dann ist Fußball angesagt, wenn „ihr“ FCK spielt. Für Max ist in diesen Momenten alles andere unwichtig: „Wenn Lautern spielt, dann verfolge ich das mit meinem Schatz.“ In der Pfalz ist das ein Stück Lebensqualität. Und in der Pfalz ist der FCK nicht nur ein Verein, der eben Fußball auf hohem Niveau spielt. Nein, dieser Klub bedeutet den Anhängern wesentlich mehr. Das wird deutlich wenn Max über den Verein redet: „Wenn der FCK spielt, kann ich abschalten. Wenn es Probleme gibt, freut man sich auf das nächste Spiel. Dann geht häufig vieles einfacher im Alltag. Der FCK ist einfach da...“
Und plötzlich hat es geregnet
Catherine hat hingegen in diesem Moment andere Probleme. Denn am „Betzenberg“ beginnt es wenige Stunden vor dem Spiel noch einmal leicht zu regnen. Den ganzen Vormittag hatte es schon geregnet. Und auch das scheint besonders an diesem Klub zu sein: Freut man sich andernorts über Sonnenschein im Stadion, gibt es in Kaiserslautern nichts Schöneres als Regen. „Fritz-Walter-Wetter“ nennen sie das hier. Es scheint sonderbar, aber immer wenn es regnet, gehen den Fans die Herzen auf. Dann kann doch eigentlich nichts mehr schief gehen. Dann geraten die Anhänger ins Schwärmen. Sie reden von alten Zeiten, vergangenen Flutlichtspielen und großen Siegen. Sie denken an sagenumwobene Kämpfe auf dem grünen Rasen zurück. Sie denken auch an ihre Idole. Die Vorbilder von damals und vor allem auch die von heute.

Voller Körpereinsatz füreinander und für den 1. FC Kaiserslautern!
Ein Geben und Nehmen
„Wir müssen allmählich los“, macht Max seine Freundin aufmerksam. Das junge Paar will sich noch mit einigen Freunden treffen. „Wir sind immer eine Gruppe von fünf Leuten, wenn wir hier auf den Betzenberg gehen“, ergänzt Catherine. Das hat Tradition. Wie so ziemlich alles bei diesem Verein. Traditionell sind in diesem Jahr auch die Trikots der „Roten Teufel“. Man will damit an alte Zeiten erinnern. An Fritz Walter und die Anfangsjahre dieses Klubs. „Dem Verein tut die Bundesliga nach vier Jahren wieder richtig gut“, dreht Max sich zum Abschied noch einmal herum. Er winkt kurz und verschwindet dann mit Catherine in der Menschenmenge. „Dem Verein tut die Bundesliga gut“, hat er gesagt. Umgekehrt ist das nicht anders. Es scheint fast so, als sei das ein Geben und Nehmen zwischen Bundesliga und FCK.
Gänsehaut vorprogrammiert
Es war der 13. Mai 2006 um 17.19 Uhr, als die Talfahrt des 1. FC Kaiserslautern beendet war. Nach jahrelangen finanziellen Problemen und sportlichen Misserfolgen stieg der Verein genau in dieser Minute nach zehn Jahren Bundesliga wieder in die zweite Liga ab. Die Fans weinten und trauerten, konnten diesen Abstieg nicht fassen. In Wolfsburg endete eine Ära. Und für vier Jahre sollte dieser Traditionsverein nicht mehr in Deutschlands höchster Spielklasse antreten. Nun ist es endlich wieder soweit. „Mir sin werre do“, hatte Max zu Beginn des Gespräches gesagt. Für Nicht-Pfälzer heißt dies übersetzt: „Wir sind wieder da!“ Auf dem Betzenberg spielen ab heute Abend endlich wieder Nationalspieler, große Namen und erfolgreiche Vereine. Wenn die Spieler ins Stadion einlaufen, wird der „Betze“ wieder beben – Gänsehaut inklusive!
Eine Liebe, die nie erlischt
Vier Jahre war der Verein nun also weg von der großen Bühne. Einiges ist seither anders geworden. Die Strukturen, die Verantwortlichen, die sportliche Führung und auch die Mannschaft haben sich verändert. Aber eines hat sich in dieser Zeit eben nicht gewandelt: Noch immer ist es etwas ganz Besonderes, wenn der FCK auf dem Betzenberg spielt. Im Fritz-Walter-Stadion, das endlich wieder erstklassig ist. Die Westkurve wird wieder beben, wie sie es immer getan hat. Auch in der zweiten Liga hat sich am Kult, der diesen Verein ausmacht, nichts geändert. Denn eines zeigen Catherine S., Maximilian S. und viele Tausend andere Fans auch nach vier Jahren zweiter Liga jede Woche aufs Neue: Die Liebe zu diesem Verein ist trotz schwerer Zeiten nie erloschen...

Ist wieder erstklassig: Das Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern!
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