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Die Bundesliga: Seniorenkult und Starfaktor
Altstars scheinen in der Bundesliga derzeit in Mode zu sein: Hyppiä in Leverkusen, van Nistelrooy beim HSV, nun steht Real-Gottheit Raul vor einem Wechsel zu Schalke – die Liga haut auf den Putz und bietet greisen, aber durchaus leistungsfähigen Fußballern ein interessantes Betätigungsfeld.
Von Dirian EL AMINE
Gelsenkirchen. Raul zu Schalke? „Viel zu schön um war zu sein“, meint ein aufmerksamer Goal.com-Besucher. Doch der Spanier wäre nicht der erste Superstar, der in die Bundesliga kommt und ein wenig Glanz versprüht. Auch andere Altherren lassen ihre ruhmreichen Karrieren in Deutschland ausklingen.
Van Nistelrooy verzaubert Hamburg
Seit Winter ist es in der Hansestadt ein wenig glamouröser geworden: Ruud van Nistelrooy kam im Januar und brachte neben Glanz und Rummel auch fußballerische Qualität und geballte Erfahrung mit nach Norddeutschland. Fünf Bundesligatore in nur sieben Partien, die der Niederländer von Beginn an bestritt – die Quote spricht Bände. In Hamburg hat die Teilzeitkraft Ruud schon richtig zugeschlagen. Und sich offenbar prächtig eingelebt: Von wegen Starallüren, heißt es aus der Mannschaft. Der 34-Jährige habe sich perfekt integriert und helfe vor allem den jungen Spielern, loben die Kollegen.

Mit vollem Einsatz dabei: Ruud van Nistelrooy beim HSV.
Hyppiä und Leverkusen – das passt
Auch in Leverkusen haben sie einen Senior. Auf Sami Hyppiä ist man bei der Werkself mächtig stolz. Vor etwa einem Jahr sicherte man sich den Abwehrrecken vom FC Liverpool und seine Erfahrung zahlte sich sofort aus! Mit dem kopfballstarken Hünen in der Abwehrkette reichte es für Bayer zu Platz vier. Der Finne fehlte bei nur zwei Bundesligapartien und überzeugte stets. Dass der 36-Jährige seinem Alter Tribut zollen muss, war erstaunlicherweise höchst selten zu beobachten; Hyppiä gleicht körperliche Einbußen mit seinem abgeklärten Stellungsspiel aus und verleiht der Leverkusener Hintermannschaft eine nie dagewesene Stabilität.
Von Risiko und Chance
Was ist nun also los mit dem Modell „Seniorenkult und Starfaktor“? Erfahrungsgemäß ist die Verpflichtung eines in die Jahre gekommenen Akteurs immer kompliziert: An vorderster Front steht die Frage nach der Fitness des Spielers, auch Motivation und Identifikation spielen eine Rolle. So kann wohl kaum jeder erfahrene Spieler, der auf viele Jahre Spitzenfußball zurückblickt, den Anforderungen gerecht werden. Auch in finanzieller Hinsicht darf ein solcher Deal nie unterschätzt werden: Den Vorabend seiner aktiven Karriere lässt man sich schließlich nur allzu gerne fürstlich honorieren. Doch darf nicht vernachlässigt werden, was jüngste Fälle lehren: Vor allem am Leverkusener Beispiel lässt sich ersehen, wie sehr die Mannschaft von der Erfahrung eines international erprobten Spielers profitiert. Es bleibt sicherlich immer ein wenig Spekulation und letzten Endes Glück, ob ein Spieler weiterhelfen kann. Doch das ist bekanntlich bei jeder Art von Transfer der Fall.
Eure Meinung: Altstars in die Bundesliga – ein erfolgsversprechendes Modell?
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