Spielbericht Bundesliga: Borussia Dortmund – TSG Hoffenheim

Dortmund peilte den Champions League Platz an, blieb dann aber wegen eines späten Gegentores mit 1:1 doch noch auf der Stelle.

Von Bekir DURBIN

Knappe Sache: Luiz Gustavo kommt gegen Barrios einen Tick zu spät (Bongarts / Getty Images)
Dortmund. Im Signal-Iduna-Park sollte der Champions League Platz her, aber Borussia Dortmund kam gegen die TSG Hoffenheim nicht über ein 1:1 Unentschieden hinaus.
 
PERSONAL & TAKTIK

Jürgen Klopp stellte die Elf auf, die in den letzten Wochen so erfolgreich war. Auch Blaszczykowski und Owomoyela haben ihre Verletzungen abgeschüttelt und waren dabei. Schmelzer fehlte gelbgesperrt.
Bei den Gästen schaffte es Timo Hildebrand wieder zurück zwischen die Pfosten und so nahm Haas auf der Bank Platz. Compper und Ibertsberger kehrten in die Verteidigung zurück. Ibisevic musste erstmals auf die Bank. Für ihn stürmte Prince Tagoe neben Obasi.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE


Die Gastgeber begannen spielbestimmend. Schon früh hatte Barrios die Chance zum Tor, doch er zögerte zu lange vor seinem Schuss und Ibertsberger konnte klären (5.). Fünf Minuten später lenkt Barrios einen Kopfball direkt auf Hildebrand, der den Ball sicher fängt (10.). Auf Chancen der Gäste wartete man bis hier vergebens. Stattdessen drückte Dortmund weiter. Nach einem Konter kann Großkreutz aber einen verlängerten Ball nicht an Hildebrand vorbeileiten (16.). Dann aber die zwei Schockmomente für Dortmund: Zuerst bekommt Nuri Sahin unabsichtlich einen Ellbogen von Salihovic ins Gesicht und muss mit voraussichtlich gebrochener Nase das Spielfeld verlassen (18.). Tamas Hajnal übernahm seine Position. Und nur zehn Minuten später folgte ihm Mohamed Zidan. Der Ägypter blieb im Rasen hängen und verletzte sich am rechten Knie. Mit schmerzverzerrtem Gesicht wurde er mit der Trage abtransportiert. Für ihn kam Nelson Valdez. Zwei ganz bittere Verletzungen also. Später sollte sich herausstellen, dass Sahin einen Nasenbeinbruch erlitten hatte und Zidan einen Kreuzbandriss. Trotzdem machte der BVB weiterhin Druck. Subotic per Kopf (32.) und Dede per Freistoß (36.) scheitern aber. Es passierte bis zur Halbzeit nichts mehr und beide Partien gingen mit 0:0 zum Pausentee.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE


Die zweite Hälfte begann mit einem großen Aufreger: Nach einer Ecke gibt Hummels per Kopf den Ball an Barrios weiter, der das Leder versenkt (48.) und zum Jubeln abdreht, aber Assistent Pickel hebt die Fahne – zu Unrecht!  Barrios stand nicht in der verbotenen Zone, aber das Tor zählt trotzdem nicht. Aber Jürgen Klopps Mannen zeigten eine hervorragende Moral. Kämpfen und Siegen war das Motto und es sollte sich auszahlen. Großkreutz spielt eine hohe Hereingabe auf Valdez, der höher als Gulde steigt und den Ball unhaltbar aus acht Metern im Tor versenkt (57.). Die hochverdiente Führung für die Gastgeber. Klopp feierte dies mit einem Ausraster und rannte vor die Südtribüne. Rangnick reagierte und brachte einen komplett neuen Sturm mit Ibisevic und Maicousel (65.). Dortmund ging in den Schlussminuten sowohl geistig als auch körperlich die Puste aus. Hoffenheim kam immer besser ins Spiel und wurde von Minute zu Minute besser. Aber die Gastgeber hielten trotzdem lange stand – aber nicht lange genug. Die vorletzte Minute: Im Gerangel um den Ball prallt dieser an Hummels ab und springt in das eigene Tor (89.). Dortmund war am Boden zerstört. Der Champions League Platz verpasst. Bremen und Leverkusen feierten, denn es fiel kein weiterer Treffer mehr.

SCHLÜSSELSZENE

Dortmund Fans müssen jetzt ganz tapfer sein. Die beiden tragischen Verletzungen von Sahin und Zidan sind ganz bitter und haben das Spiel geprägt.

SCHLÜSSELSPIELER


Valdez hat seine Aufgabe als Ersatz für Zidan erfüllt. Das Tor hätte auch gereicht, aber Hoffenheim hatte die zweite Hälfte kontrolliert und kamen glücklich durch Hummels zum Ausgleich.

SPIELER DES SPIELS – Nelson Valdez

Ihn wollten sie nicht mehr in Dortmund haben, aber er hat ihnen noch den einen Punkt geholt. Pech, dass durch das Eigentor es nicht ein Sieg wurde, aber so ist Fußball.

SCHIEDSRICHTER: Wolfgang Stark – Note 5,5

 War mit den Karten vielleicht etwas zwiespältig unterwegs. Einerseits saßen sie locker, andererseits aber auch nicht. Schwarzer Fleck auf der Weste ist das nicht gegebene Tor Von Barrios.

Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).

SPIELNOTE – 6

Dem Spiel fehlte es zwar nicht an Spannung, dafür aber an korrespondierenden Großchancen. Teilweise war das Spiel sehr langweilig und so leidet auch die Note darunter. 

STATISTIK


Torschütze des BVB Nelson Valdez steht in den Castrol-Rankings auf Platz 517 mit 559 Punkten. Aber sein Tor war nicht genug, denn Pechvogel Matts Hummels (Platz 43, 737 Punkte) sorgte mit seinem Eigentor für den Ausgleich.

FAZIT

Das Ergebnis geht in Ordnung. Es war ein geteiltes Spiel. In der ersten Halbzeit hatte der BVB die Dominanz und im zweiten Durchgang eben Hoffenheim. Die Punkteteilung entspricht somit der Leistung beider Mannschaften, auch wenn das späte Tor der einzige „Schuss“ auf das Tor im zweiten Durchgang war.

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