Die Helden der WM-Teilnehmer – Südkoreas Bum-Kun Cha: „Tscha-Bum“

Er ist nicht nur in seiner Heimat ein Held, auch in der Bundesliga ist der Name Bum-Kun Cha immer noch ein Begriff. Der zweimalige UEFA-Cup-Sieger prägte immerhin ein Jahrzehnt Bundesliga-Geschichte und wurde von manchen Fans sogar so heftig angehimmelt, dass man dem Südkoreaner glatt ein Gedicht widmete.

Von Dirian EL AMINE

Bum-Kun Cha im Trikot der Eintracht aus Frankfurt
Seoul. „Flink, flitzend, flirrend und flackernd – nicht lange fackelnd, doch feuernd und feiernd; den fühlenden Herzen Frankfurts zur Freude“, beschreibt der deutsche Schriftsteller Eckhard Henscheid den Südkoreaner, den man in Deutschland in den 80-er Jahren lieb gewann. „Bum Kun Cha! Freund aus dem Osten! Fremdling bist Du nicht länger“, führt der Dichter in seinem Werk fort. All die Sympathie der Fans von Eintracht Frankfurt entlädt sich in einem Schwall. Man dankt dem „Freund aus dem Osten“, der in 307 Bundesligaspielen 98 Tore schoss. So braucht es nicht zu verwundern, dass sich der inzwischen 56-Jährige großer Beliebtheit in Deutschland erfreute. In den Medien wurde Cha seiner Torgefährlichkeit wegen sogar „Tscha-Bum“ gerufen. Auch diese Tatsache belegt, dass der Südkoreaner den Fans sympathisch erschien.

Der Werdegang


Cha begann seine Karriere im Alter von 15 Jahren beim Luftwaffensportklub in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Der talentierte Cha überzeugte früh, seine Qualitäten fielen auch den Spähern des damaligen Bundesligisten SV Darmstadt auf. So stand 1978 der Wechsel in Deutschlands Eliteliga an. Es war der Start einer verheißungsvollen Bundesligakarriere, obwohl Cha nie Deutscher Meister wurde: Doch 1979/1980 gelang ihm mit dem Gewinn des UEFA-Cups sein erster großer Triumph. Nach dem Wechsel zu Bayer Leverkusen 1983 gewann der Angreifer diese Trophäe erneut und ging damit als erster Bundesligaprofi, dem dieser Erfolg mit zwei verschiedenen Vereinen glückte, in die Geschichtsbücher ein. 1989 kehrte der Südkoreaner nach über einem Jahrzehnt in Deutschland in die Heimat zurück.

Auszeichnungen

Der Name Bum-Kun Cha ist auch heute noch ein Begriff, vor allem in der Heimat wird der Rekordtorschütze (55 Treffer) der südkoreanischen Nationalmannschaft verehrt. So wurde er erst kürzlich zu Südkoreas bestem Spieler aller Zeiten gewählt (Goal.com berichtete). In der Umfrage Südkoreas populärster Homepage Naver in Zusammenarbeit mit dem Fußballmagazin Best XI stimmten 55 Prozent für Cha. Auch der asiatische Fußballverband ließ es sich nicht nehmen, den Offensivstar zu Asiens Fußballer des 20. Jahrhunderts zu küren. Dieser Titel spricht Bände, auch über die internationale Reputation des Südkoreaners, der nach seiner aktiven Laufbahn als Trainer anheuerte. Seine Lizenz erwarb Cha an der Sporthochschule Köln, ab 1998 war der Star Nationaltrainer. Doch diese Ära ging mächtig in die Hose: Gab sich Cha anfangs noch zuversichtlich und prophezeite gar den ersten Sieg bei einer Weltmeisterschaft, wurde er schon nach dem zweiten WM-Spiel, einer 0:5-Niederlage gegen die Niederlande entlassen. Sein bisher größter Erfolg als Trainer: 2004 wurde Cha als Coach der Suwon Samsung Bluewings koreanischer Meister.

Wie der Vater so der Sohn


Im Jahr 2003 dann trat Du-Ri Cha, Sohn des Nationalhelden Bum-Kun, in das Bundesligageschehen ein: In Frankfurt/Main geboren und bis zum Alter von 9 Jahren in Deutschland aufgewachsen, zog es Cha-Junior nach und nach zu den Wurzeln seines Vaters: Aus Korea wechselte der inzwischen 29-Jährige zu Bayer Leverkusen, wurde aber sofort nach Bielefeld, später an Eintracht Frankfurt, den Ex-Klub seines Vaters ausgeliehen. Über Mainz ging es für den Rechtsverteidiger nach Höhen und Tiefen nach Freiburg. Du-Ri Cha hinkt seinem Vater, was dessen eindrucksvolle Bilanz angeht, aber deutlich hinterher: In 115 Bundesligaspielen erzielte er sechs Tore, weitere sechs Treffer bereitete er vor. Den Vater, noch vor ManUnited-Profi Ji-Sung Park das Fußballidol Südkoreas, als Idol vor Augen, kann Cha-Junior doch auf seinen WM-Erfolg im Jahr 2002 zufrieden zurückblicken. Südkorea erreichte damals das Halbfinale, davon war Papa  Bum-Kun weit entfernt.

Eure Meinung: Habt Ihr die Bundesligaauftritte Bum-Kun Chas noch in Erinnerung? Welchen Eindruck habt Ihr von Vater und Sohn?


 
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