Spielbericht Bundesliga: VfL Bochum – Eintracht Frankfurt

Zum Auftakt des 28. Spieltags in der Bundesliga gewinnt Eintracht Frankfurt beim VfL Bochum verdient mit 2:1 (1:1). Die Hessen zeigen dabei die reifere Spielanlage und träumen nun sogar wieder von der Europa League. In einem spannenden, aber nicht immer hochklassigen Spiel entwickeln die Gastgeber zu wenig Druck auf das gegnerische Tor. Gewonnen wurde das Spiel aber im Mittelfeld, in dem die Hessen sehr stark agieren. Das Ergebnis geht letztlich in Ordnung. Michael Skibbe und seine Eintracht feiern.

Von Dennis WEINACHT

Heiko Herrlich (Bongarts/Getty-Images)

Bochum. Der VfL Bochum muss weiterhin um den Klassenherlat bangen. Am 28. Spieltag schaffen die Mannen von Trainer Heiko Herrlich nicht den Befreiungsschlag gegen Eintracht Frankfurt. Bei der 1:2-Niederlage überzeugen die Hessen durch eine geschlossene Mannschaftsleistung. Michael Skibbe dürfte zurecht stolz und zufrieden sein!

PERSONAL & TAKTIK

Bei den Gastgebern gab es im Vergleich zum letzten Spiel eine Änderung: Vahid Hashemian durfte für Zlatko Dedic ran. Michael Skibbe tauschte auf der Gegenseite sogar zwei Mal, brachte für Christoph Spycher und Marcel Heller Patrick Ochs und Ümit Korkmaz. Ansonsten vertrauten beide Trainer aber eher den Mannschaften der letzten Spiele.

SPIELVERLAUF: 1. HÄLFTE

Bereits von der ersten Minute an versuchte die Eintracht aus Frankfurt das Spielgeschehen zu diktieren, ohne aber zu dominieren. Dennoch war die frühe Führung des VfL Bochum etwas überraschend, als Vahid Hashemian den Ball eroberte und ihn flach in die Mitte zu Lewis Holtby passte, der locker einschieben konnte (10.). Damit war der Auftakt in einer umkämpften und an Highlights armen ersten Halbzeit gemacht. Beide Mannschaften versuchten sich im Mittelfeld ein Übergewicht zu erarbeiten und dann geschickt die sich bietenden Möglichkeiten auszunutzen. Die Hessen waren darin etwas besser.

Denn mit zunehmender Spieldauer erarbeiteten sie sich im Mittelfeld mehr und mehr ein Übergewicht, hatten das Spiel absolut im Griff. Bochum machte aber Anfangs noch sehr geschickt die Räume zu, wirkte erst ab der 29. Minute nervös und unkonzentriert. Dann nämlich fiel der Ausgleich für Frankfurt: Benjamin Köhler hob einen Freistoß in den Strafraum, wo Marco Russ mit dem Kopf zur Stelle war und das Leder einköpfte. Der Ausgleich war zu diesem Zeitpunkt verdient, wie auch das Ergebnis von 1:1.

Verdient war dieser Zwischenstand aber mit dem Pausenpfiff nicht mehr, weil sich die Gäste immer besser ins Spiel kämpften. Frankfurt war in den Zweikämpfen wacher und bei Ballbesitz überzeugender im Gang nach vorne. Die Hausherren hingegen spielten ihre Situationen oft sehr ungenau aus und konnten sich deshalb kaum noch befreien. Nach 32 Minuten etwa hätte sich Ümit Korkmaz für seinen tollen Einsatz belohnen können, als er aber frei vor Heerwagen über das Tor lupfte. Auch wegen dieser vergegeben Chance blieb es bis zur Pause bei diesem 1:1, das aus Sicht der Gastgeber schmeichelhaft war.

SPIELVERLAUF: 2. HÄLFTE

Im zweiten Durchgang wurde das Spiel zunächst nicht gerade besser. Bochum kam nun besser ins Spiel, suchte aktiver die Zweikämpfe, ließ aber spielerische Mittel noch nicht aufblitzen. So konnte Frankfurt nach 64 Minuten das Spiel komplett drehen. Nach einer umstrittenen Szene gab es einen Freistoß für die Hessen, die das Leder in Person von Oka Nikolov nach vorne stießen. Korkmaz, der seinen Körper in diesem Spiel toll einzusetzen wusste, hielt das Leder und passte es weiter zu Caio. Der oft kritisierte Mittelfeldspieler donnerte das Leder kompromisslos aus 20 Metern in die Maschen. Nun führten also die Gäste mit 2:1. Verdient war es durchaus.

Danach wurde die Begegnung aber wieder etwas flotter. Dedic hätte etwa nach 77 Minuten ausgleichen können, als er aber freistehend sieben Meter vor dem Tor das Leder in den Bochumer Abendhimmel jagte. Insgesamt wirkten die Hessen aber auch im zweiten Durchgang etwas abgeklärter, sicherer und mitunter auch konzentrierter. Mutig auch, dass sie bis zum Ende auf den dritten Treffer spielten und nicht die knappe Führung zu verteidigen versuchten. Das war eine reife Leistung der Mannschaft von Michael Skibbe.

SCHLÜSSELSPIELER &-SZENEN

Die Treffer waren natürlich maßgebliche Schlüsselszenen. Ganz wichtig waren aber auch die vielen Balleroberungen der Hessen im Mittelfeld. Diese waren entweder der mangelnden Konzentration der Bochumer geschuldet oder dem starken Einsatz der Gästespieler. Insgesamt kann man deshalb durchaus sagen, dass die Gäste das Spiel aufgrund der etwas konsequenteren Spielweise verdient gewinnen konnten.

SPIELER DES SPIELS: Caio

Der Spielmacher wurde in seiner Zeit bei den Hessen oft und viel kritisiert. Allerdings zeigte er in Bochum, was er zu leisten im Stande ist. Er wirkte sehr abgeklärt und kreativ am Ball, war viel unterwegs und immer anspielbar. Außerdem war er maßgeblich am deutlichen Übergewicht der Frankfurter im Mittelfeld beteiligt, weil er immer wieder Bälle toll erkämpfte und dann stark weiterleitete. Das war eine gute Leistung!

SCHIEDSRICHTER: Dr. Felix Brych (München) – Note: 6.5

Der Unparteiische hatte insgesamt einen guten Abend erwischt und machte kaum Fehler. Es gab ein, zwei umstrittene Szenen, aber keine Aktionen, in denen er sicher einen Fehler gemacht hätte. Der Schiedsrichter wirkte sehr souverän und ruhig. Allerdings hatte er in diesem Spiel auch nicht allzu viele knifflige Szenen zu beurteilen.

Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).

SPIELNOTE: 6

Das Spiel war in manchen Phasen doch sehr arm an Höhepunkten. Deshalb war es für die Zuschauer nicht immer ein absoluter Traum-Fußball. Aber die Treffer waren dafür recht ansehnlich und der Kampf und die Spannung entschädigten für den ein oder anderen leichtsinnigen Fehlpass. Insgesamt also durchaus eine interessante Begegnung, die aber eben nicht in jeder Minute absolut von tollem Fußball geprägt war.

STATISTIK

In diesem Spiel trafen die beiden Mannschaften mit den guten Schlussmännern aufeinander. Das sagt zumindest das aktuelle Castrol Ranking aus. Demnach ist beim VfL Bochum derzeit Heerwagen der beste Profi. Bei Eintracht Frankfurt belegt mit Oka Nikolov ein Schlussmann immerhin den vierten Platz. Beide Mannschaften sind also wie auch heute wieder auf ihre Torhüter angewiesen.

FAZIT

Der VfL Bochum bleibt weiter im kampf gegen den Abstieg hängen, weil die gastgeber zu wenig im Heimspiel gegen Frankfurt investieren. Die Gäste hingegen könnten nun sogar bei Ausrutschern der Konkurrenz wieder auf die internationalen Plätze schielen und träumen von Europa. Weil die Hessen sich zu jedem Zeitpunkt in diesem Spiel dominant zeigten und nur wenig zuließen, war das eine reife Leistung der gesamten Mannschaft!

Eure Meinung: Kann Frankfurt nun noch einmal oben angreifen? Und was wird aus dem VfL Bochum? Droht etwa der Abstieg?



 
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