Frankfurts Sieg gegen die Bayern: Wie ausgewechselt

Dem Trainer einer Fußball-Mannschaft bleiben nur noch wenige Möglichkeiten, das Spiel zu beeinflussen, wenn es erst einmal angepfiffen ist. In der Halbzeit können noch einmal lobende oder drohende Worte gesprochen werden – und es dürfen drei Spieler ausgetauscht werden. Und diese Wechsel und Nicht-Wechsel hatten beim Auftritt der Bayern in Frankfurt einen entscheidenden Einfluss auf den Ausgang der Partie.

Arjen Robben wird hier von Christoph Spycher und Benjamin Koehler bearbeitet (Getty Images)

(dab) Frankfurt. Der FC Bayern München hat in der Bundesliga zum ersten Mal seit 19 Spielen wieder verloren: Eintracht Frankfurt besiegte den Rekordmeister am Samstag überraschend mit 2:1 (0:1) und beendete seinerseits eine Pleitenserie von drei Spielen mit einem Paukenschlag. „Das war ein absolut verdienter Sieg und ein toller Abend für uns“, sagte Eintracht-Trainer Michael Skibbe nach dem Schlusspfiff.

Zum Wechseln entschieden

Es war ein toller Tag für die Frankfurter, die nach ihren drei Niederlagen – es muss sein – wie ausgewechselt spielten. Mit viel Tempo und Überzeugung setzten sie den Bayern zu und sicherten sich verdientermaßen die drei Punkte. Und es war speziell für Eintracht-Trainer Michael Skibbe ein toller Tag, denn seine Maßnahmen gingen auf: Drei Mal wechselte er offensiv aus – und das brachte am Ende die Ergebniswende. Seine beiden Torschützen Juvhel Tsoumou und Martin Fenin kamen von der Bank und wurden erst in der zweiten Halbzeit gebracht.

Zum Wechseln gezwungen

Und auch bei den Bayern wurde nach dem Abpfiff über einen Wechsel diskutiert: Verteidiger Daniel van Buyten prallte bei einem Kopfballduell mit Marco Russ zusammen und musste mit einer Schwellung im Gesicht vom Platz. „Der Wendepunkt war dann die Verletzung von Daniel van Buyten. Der Wechsel danach war ein Wechsel zu viel“, sagte Münchens Trainer Louis van Gaal. Seine Mannschaft spielte zwar im Vergleich zu den Vorwochen nicht wie ausgewechselt – sondern einfach schwach.

Offene Seite

Und nach seinem durchaus überzeugenden Debüt in der Champions League in Florenz war es diesmal der 17-jährige David Alaba, der eine bemitleidenswerte Vorstellung auf den Rasen spielte. Der Linksverteidiger, der nach den Worten von Louis van Gaal gar nicht weiß, dass er ein Linksverteidiger ist, agierte so wie jemand, der noch nie Linksverteidiger gespielt hat. Die Frankfurter schickten fast jeden Angriff über ihre rechte Seite und dort ließ Alaba Sebastian Jung und Marcel Heller so spielen, als ob sie die Halbbrüder von Cristiano Ronaldo wären.

An beiden Gegentoren beteiligt

Die Eintracht-Flanken flogen regelmäßig in den Strafraum und Alaba wurde ständig vom schnellen Heller überlaufen. Und vor allem die beiden Gegentore musste der Bayern-Verteidiger auch auf seine Kappe nehmen: Das erste durch Tsoumou leitete er mit einem verunglückten Rückpass ein (87.) und das zweite durch Fenin begleitete er nur durch Zuschauen (89.). Im Nachhinein ist man immer schlauer, aber es war schon zur Halbzeit klar, dass Alaba und den Bayern mit einer Auswechslung in der Pause durchaus geholfen wäre.

Kein Weltuntergang

Als Trainer sollte man die jungen Spieler nicht nur bringen, sondern auch schützen. Das Schützen bei den Münchenern reichte am Samstag nur dazu, dass niemand öffentlich Alaba beschuldigte, sondern alles heruntergespielt wurde: „Nach einem verlorenen Spiel geht die Welt nicht unter“, sagte Kapitän Mark van Bommel, doch irgendwie will man es dem ehrgeizigen Niederländer nicht abnehmen, dass er die Vorstellung in Frankfurt mit anschließender Niederlage derart leicht nimmt.

Eure Meinung: Was sagt Ihr zu der Vorstellung der Bayern in Frankfurt?



 
Goal.com-Flutlicht
  1. Teenager-Tränen: Als Cristiano Ronaldo bei der Heim-EM 2004 nur Zweiter wurde Teenager-Tränen: Als Cristiano Ronaldo bei der Heim-EM 2004 nur Zweiter wurde

    EXKLUSIV - Goal.com veröffentlicht exklusive Inhalte aus Luca Caiolis Buch „Ronaldo: Leidenschaft zur Perfektion“. Heute dreht sich alles um das Finale der EM 2004.

  2. EXKLUSIV - Higuain-Berater stellt klar: „Gonzalo wird Real Madrid nicht verlassen.“ EXKLUSIV - Higuain-Berater stellt klar: „Gonzalo wird Real Madrid nicht verlassen.“

    EXKLUSIV – Der Agent von Stürmerstar Gonzalo Higuian schiebt den Wechselspekulationen um seinen Schützling gegenüber Goal.com einen Riegel vor.

  3. Sieger, Enttäuschungen, Torschützenkönig: Die Goal.com-Redaktionstipps zur EM Sieger, Enttäuschungen, Torschützenkönig: Die Goal.com-Redaktionstipps zur EM

    Bald geht es endlich los - der Startschuss zur Euro fällt! Die Goal.com-Redaktion hat im Kicktipp-EM-Spezial einmal einige Szenarien durchgespielt und diverse Tipps abgegeben.

  4. Starte dein eigenes Tippspiel auf Kicktipp.de! Starte dein eigenes Tippspiel auf Kicktipp.de!

    Ob Bundesliga, Fußball International oder EM 2012 - Tippe jetzt online gegen Freunde und Kollegen in deiner eigenen Tipprunde