Spielbericht Bundesliga: Borussia Dortmund – Bayer Leverkusen

Hier kommt wieder die Geschichte von den beiden völlig unterschiedlichen Halbzeiten: Vor der Pause dominierte Bayer – und machte keine Tore. Nach der Pause spielte nur noch Dortmund – und traf drei Mal.

Von Daniel BUSE

Borussias Top-Stürmer Barrios im Duell mit Friedrich und Vidal (Getty Images)

Dortmund. Borussia Dortmund hat sein Bundesliga-Heimspiel gegen Bayer Leverkusen mit 3:0 (0:0) gewonnen. Die Gäste waren stark – aber nur vor der Pause. Dann kam der BVB und machte alles klar.

PERSONAL & TAKTIK

BVB-Trainer Jürgen Klopp entschied sich für das gewohnte 4-5-1 mit Lucas Barrios als einziger Spitze. Im defensiven Mittelfeld setzte er auf Tamas Hajnal und nicht auf Sven Bender.

Bei den Leverkusenern hätten Toni Kroos und Stefan Reinartz nach abgesessener Gelbsperre auflaufen können, doch Trainer Jupp Heynckes setzte die beiden zunächst auf die Bank. Im Mittelfeld durften unter anderem Renato Augusto und Gonzalo Castro ran. Michal Kadlec verteidigte links.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Der erste Durchgang ging ganz klar an Bayer. Während die Dortmunder sich nicht eine vernünftige Torchance herausspielen konnten, vergaben die Leverkusener gleich mehrere hervorragende Möglichkeiten. Stefan Kießling bekam nach einem Castrol-Schuss den Ball frei vor BVB-Torwart Roman Weidenfeller auf den Fuß, doch der Torwart wehrte durch sein konsequentes Herauslaufen diese Großchance ab (11.).

Leverkusen zog sich auch bei Dortmunder Ballbesitz nicht weit zurück und zwang die Gastgeber zu vielen langen Bällen, die sicher von den Bayer-Abwehrspielern Hyypiä und Friedrich geklärt wurden. Vorne brachte der Kombinationsfußball den Gästen gute Abschlüsse: Nach einer Flanke von links von Castro köpfte Eren Derdiyok aus 12 Metern, aber Weidenfeller war mit einer Glanzparade zur Stelle und lenkte die Kugel über die Latte (20.). Der Dortmunder Keeper stand auch in der 35. Minute im Blickpunkt, als er mit einer Faust vor Stefan Kießling retten musste. Und auch die letzte Chance des Durchgangs gehörte dem Tabellendritten: Renato Augusto gab den Ball von rechts herein, Kießling ließ durch und Derdiyok traf nur den Außenpfosten (42.). Bayer war die klar bessere Mannschaft in der ersten Hälfte – doch die Belohnung in Form von Toren fehlte bei den Gästen.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Die Dortmunder kamen wie ausgewechselt aus der Kabine. Der BVB gab richtig Gas und zeigte den Leverkusenern, wie es gemacht wird. In der 49. Minute klappte die Bayer-Abseitsfalle nicht, weil Daniel Schwaab nicht rausrückte. Kevin Großkreutz tauchte frei vor Rene Adler auf und zwang den Nationalkeeper zu einem tollen Reflex mit dem linken Bein. Die anschließende Ecke brachte den Schwarz-Gelben dann doch die Führung: Hajnal brachte den Ball nach innen, Owomoyela verlängerte und Lucas Barrios tickte den Ball aus zwei Metern zum 1:0 ins Netz (50.).

Der BVB machte danach weiter. Barrios versuchte es aus über 40 Metern mit einem Heber, den Adler knapp drüber lenkte (59.). Die Gäste leisteten sich nun haarsträubende Fehlpässe in der Abwehr, die den Borussen in die Karten spielten. Renato Augusto spielte zu Mohamed Zidan, der Lucas Barrios bediente. Und der Argentinier machte überlegt mit dem Außenrist sein 15. Saisontor zum 2:0 (60.).

Leverkusen war sichtlich geschockt und bekam nichts mehr auf die Reihe. Von der Mannschaft, die den ersten Durchgang noch dominiert hatte, war nichts mehr übrig. Ein Schuss von Toni Kroos, der für Weidenfeller kein großes Problem darstellte (83.), war das einzige Ausrufezeichen der Gäste nach dem Seitenwechsel. In den Schlussminuten machte der eingewechselte Dimitar Rangelov sogar noch per Konter das 3:0 (87.).

SCHLÜSSELSPIELER & -SZENEN

Die entscheidenden Situationen ereigneten sich in der ersten Halbzeit: Bayer Leverkusen spielte ganz stark und machte die Chancen einfach nicht rein. Weidenfeller rettete gegen Kießling zwei Mal (11., 35.) und gegen Eren Derdiyok (20..), der außerdem noch den Pfosten traf (42.). Erst das 0:0 zur Pause machte den Dortmunder Sieg in der zweiten Halbzeit möglich.

SPIELER DES SPIELS: Roman Weidenfeller

BVB-Stürmer Lucas Barrios schoss sich mit seinen Treffern auf die Anzeigentafel, doch damit der Angreifer überhaupt die wichtige Rolle ausfüllen konnte, benötigte er eine Glanzleistung von Keeper Weidenfeller. Denn es war einzig und allein der Torwart, der die Dortmunder in der ersten Halbzeit gegen

SCHIEDSRICHTER: Florian Meyer – Note: 7

Nichts Kniffliges im Angebot für den Schiri – und deshalb hatte er leichtes Spiel. Gute Leistung, wenn auch mit einigen kleinlichen Entscheidungen.

Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).

SPIELNOTE: 6

Es spielte immer nur eine Mannschaft: Vor der Pause waren es die Leverkusener, nach dem Seitenwechsel ganz klar die Borussia. Und in den letzten 20 Minuten passierte eigentlich gar nichts mehr, weil Bayer zu geschockt war und der BVB nichts mehr machen musste. Das 3:0 fiel trotzdem noch.

STATISTIK

In der ersten Halbzeit hatten es die Dortmunder ihrem Keeper Roman Weidenfeller zu verdanken, dass sie mit einem 0:0 in die Pause gehen durften. Er hielt sein Team mit tollen Reflexen gegen Kießling und Derdiyok im Spiel und zeigte ein ganz starkes Spiel. Im Castrol Ranking musste Weidenfeller zuletzt einen kleinen Rückschlag hinnehmen: Es ging vom 241. auf den 369. Gesamtplatz. Doch mit Leistungen wie gegen Leverkusen dürfte schon bald die Trendwende folgen.

FAZIT

In der ersten Halbzeit machte Bayer viel zu wenig aus seinen Möglichkeiten. Die spielerische Überlegenheit und die Chancen brachten den Gästen keinen Treffer ein. Und das rächte sich fürchterlich für Leverkusen. Nach der Pause spielte Dortmund wie ausgewechselt und machte alles klar. Bayer war völlig durcheinander und hatte nichts mehr zu bieten. Der Sieg ging aufgrund der zweiten Halbzeit in Ordnung.

Eure Meinung: Wie habt Ihr das Spiel zwischen Dortmund und Leverkusen gesehen?



 
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