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Spielbericht Bundesliga: Eintracht Frankfurt – Bayern München
Auf einmal hat es die Bayern erwischt! Zum ersten Mal seit Ende September musste sich der Deutsche Rekordmeister geschlagen geben. Und dabei sah es lange Zeit für einen Dreier der Gäste sehr gut aus, bevor ein Doppelschlag noch die überraschende, aber verdiente Wende brachte.
Von Daniel BUSE
Frankfurt. Eintracht Frankfurt hat die Überraschung geschafft und sein Bundesliga-Heimspiel gegen Bayern München mit 2:1 (0:1) gewonnen. Nach einem frühen Rückstand drehten die Gastgeber durch einen Doppelschlag der eingewechselten Juvhel Tsoumou (87.) und Martin Fenin (89.) das Spiel.
PERSONAL & TAKTIK
Ohne die gesperrten Patrick Ochs, Maik Franz und Selim Teber musste Eintracht-Trainer Michael Skibbe seine Mannschaft auf den Platz schicken. Es wurde ein 4-5-1 mit Halil Altintop als einziger Spitze. Im Mittelfeld erhielt Marcel Heller den Vorzug vor Neuzugang Ricardo Clark.
Wegen einer Verletzung am Sprunggelenk mussten die Bayern auf Franck Ribéry verzichten. Für ihn spielte Danijel Pranjic auf der linken Mittelfeldseite. Außerdem standen den Gästen für ihr 4-4-2 auch Mario Gomez und Martin Demichelis nicht zur Verfügung.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
In der ersten Halbzeit machten die Frankfurter mehr – und die Bayern das Tor. Bereits in der 6. Spielminute gingen die Gäste mit der ersten gefährlichen Aktion in Führung: Mark van Bommel wurde im Mittelfeld nicht angegangen und konnte ruhig flanken. Miroslav Klose nahm den Ball mit der Brust an und schoss sicher zum 0:1 ein.
Danach hatte die Eintracht ihre beste Phase und setzte zwischen der 10. und der 25. Minute die Bayern schwer unter Druck. Besonders über die rechte Seite der Frankfurter mit Sebastian Jung und Marcel Heller ging viel. Die beiden bereiteten Bayern-Linksverteidiger David Alaba jede Menge Probleme. Die erste Möglichkeit für die Gastgeber war ein Flachschuss von Benjamin Köhler aus 24 Metern, der knapp rechts am Münchener Tor vorbeistrich (14.). Danach folgten die beiden besten Chancen in der Drangperiode: Nach einer Flanke von Jung köpfte Alex Meier aus 8 Metern und Daniel van Buyten konnte gerade noch vor der Linie klären (20.). Eine Minute später flankte Heller von rechts und Köhler zwang Bayern-Torwart Hans-Jörg Butt zu einer Parade (21.).
Nach 25 Minuten war diese gute Phase der Frankfurter vorbei. Die Bayern machten zwar erschreckend wenig nach vorne, aber sie schafften es immerhin, die Partie ein wenig zu beruhigen und etwas mehr Kontrolle zu erlangen. Die Führung der Gäste zur Pause war glücklich.
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Die Viertelstunde nach der Pause gehörte erneut den Frankfurtern. Eine verunglückte Flanke von Sebastian Jung, die für Butt gefährlich wurde (49.), ein Schuss von Pirmin Schwegler ans Außennetz (53.) und ein Blackout von Chris, der fünf Meter vor dem Bayern-Tor quer ins Nichts legte (55.) hatte die Eintracht zu bieten. Ein Freistoß von Caio ging aus halblinker Position nur ganz knapp rechts vorbei (59.).
Wie in der ersten Hälfte auch gelang es den Münchenern danach, das Spiel nach der guten Eintracht-Phase zu beruhigen und ausgeglichen zu gestalten. Nach vorne ging weiterhin ganz wenig bei den Bayern. Einmal wurde es allerdings ganz gefährlich: Robben schickte einen Steilpass auf den eingewechselten Anatoliy Tymoshchuk, doch der Ukrainer blieb alleine vor Oka Nikolov am Torwart hängen (70.).
Dann passierte lange nichts mehr und das gefiel Frankfurts Trainer Michael Skibbe überhaupt nicht. Er wechselte drei offensive Spieler ein – und der Mut wurde belohnt. Nach einem Aussetzer von Bayerns David Alaba, dessen Rückpass auf Butt zu kurz war, schoss der Bayern-Torwart Juvhel Tsoumou, einen der Joker, an und die Kugel flog zum 1:1 ins Netz (87.). Und zwei Minuten später kam es sogar noch schlimmer für die Gäste: Wieder war es Alaba, der den Treffer auf seine Kappe nehmen musste. Er sah gegen Martin Fenin ganz schlecht aus und der Tscheche hämmerte den Ball aus spitzem Winkel zum 2:1 ins Netz (89.). SCHLÜSSELSPIELER & -SZENEN
Das frühe 1:0 brachte die Bayern schon in der 6. Minute in eine komfortable Ausgangslage. Mark van Bommel wurde nicht angegriffen und konnte flanken. Zwar stand bei der Hereingabe Arjen Robben im Abseits, doch hinter ihm nahm Miroslav Klose die Kugel an und versenkte sich vorschriftsmäßig. Die Entscheidung fiel dann durch die Einwechslungen von Eintracht-Trainer Michael Skibbe, der auf die Offensive setzte und mit Martin Fenin und Juvhel Tsoumou die beiden Torschützen brachte.
SPIELER DES SPIELS: Marcel Heller
Der Mann im rechten Mittelfeld steht stellvertretend für eine engagierte Leistung der Eintracht. Bei seinem ersten Einsatz in der Startelf seit drei Jahren zeigte Heller viel Selbstbewusstsein und zog das Spiel seines Teams immer wieder zu sich auf die linke Seite. Er bereitete zusammen mit Sebastian Jung den Bayern große Probleme und etliche Chancen über rechts vor. Wird beim nächsten Mal wieder von Anfang an spielen, das dürfte sicher sein.
SCHIEDSRICHTER: Michael Weiner – Note: 8
Ließ in der ersten Hälfte viel laufen – und das war gut so. Musste keine ganz kniffligen Situationen bearbeiten und hatte deshalb keine Probleme mit der Leitung des Spiels.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
SPIELNOTE: 6
Die Frankfurter waren die einzige Mannschaft, die etwas dafür tat, dass das Spiel ein ordentliches wurde. Die Leistung der Bayern war nicht gut. Sie konnten nur das Anrennen der Eintracht abwehren, aber wenig fürs Spiel tun. Und die Frankfurter mussten sich aufgrund ihrer hohen Schlagzahl auch längere Pausen gönnen, bevor sie in der Schlussphase zuschlugen.
STATISTIK
Lange war er verletzt, doch jetzt hat sich Martin Fenin mit einem Paukenschlag bei Eintracht Frankfurt zurückgemeldet. Der tschechische Stürmer hämmerte in der 89. Minute den Ball zum entscheidenden 2:1 ins Netz. Wenn es so weitergeht, ist es bei Fenin nur eine Frage der Zeit, wann es auch im Castrol Ranking für den Angreifer wieder nach oben geht. Derzeit ist er – bedingt durch seine lange Pause – nur auf dem 1499. Platz.
FAZIT
Die Bayern haben verloren – und erstaunlicherweise geht der Sieg der Frankfurter in Ordnung. Mutig spielte die Eintracht auch nach dem Rückstand nach vorne und bereitete den Gästen Probleme. Und dieser Mut wurde am Ende belohnt.
Eure Meinung: Wie habt Ihr das Spiel zwischen Frankfurt und den Bayern gesehen?
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