Spielbericht Bundesliga: FC Bayern München – SC Freiburg

Die Bayern spielten gegen den Vorletzten aus Freiburg lange Zeit ideenlos und fanden kein Mittel gegen den Abwehrblock der Breisgauer, denen der Führungstreffer in die Karten spielte. Erst als Arjen Robben heiß lief, drehte der Rekordmeister die Partie zu seinen Gunsten.

Von Christoph VOGEL

Die Robbenshow geht in die nächste Runde (Bongarts/Getty)

München. Es sah schon so aus, als ob der SC Freiburg die große Überraschung packen könnte: Cedric Makiadi hatte den Abstiegskandidaten in Führung gebracht und der FC Bayern München biss sich die Zähne an der Defensive aus. Dass es am Ende dennoch zum Sieg und somit zur Tabellenführung gereicht hat, liegt am Doppelpack von Arjen Robben.

PERSONAL & TAKTIK

Franck Ribery fehlte aufgrund einer Sprunggelenksblessur, Mario Gomez erlitt gegen Florenz einen Muskelfaserriss in der Wade und fiel ebenfalls aus. Weiterhin fehlten Demichelis und Altintop verletzungsbedingt, während Schweinsteiger eine Sperre absitzen musste. Neben van Bommel bot van Gaal Pranjic auf der Position im defensiven Mittelfeld auf. Da Diego Contento noch nicht fit genug für 90 Minuten war, ersetzte ihn zunächst David Alaba links hinten. Zudem erstaunlich: Van Gaal nominierte nur fünf statt der sieben möglichen Ersatzspieler. Ein Schlag ins Gesicht für Altinop sowie Tymoshchuk, der trotz der Personalsituation nicht aufgeboten wurde. Bei den Freiburgern musste Trainer Robin Dutt auf Namouchi, Reisinger, Salz und Krmas verzichten. Nur ein Stürmer bei fünf Mittelfeldspieler ließen auf eine sehr defensive Ausrichtung schlussfolgern.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Obwohl ersatzgeschwächt fanden die Bayern sofort ins Spiel: Ivica Olic wurde steil geschickt und konnte abziehen, aber Pouplin reagierte gut und wehrte diese erste Chance ab (4.). Doch ansonsten wurde es die erwartet zähe Partie für den Deutschen Rekordmeister, da sich Freiburg verständlicherweise tief in der eigenen Hälfte einnistete. Diskussionsstoff gab es nach 25 Minuten: Pouplin brachte Klose im Strafraum zu Fall, doch Schiri Schmidt entschied nicht auf Elfmeter. Zurecht: Der Keeper traf zuerst den Ball, dann den Stürmer (26.). Eben jener Klose köpfte nach einem langen Ball aus der eigenen Hälfte Zentimeter am Kasten vorbei, nachdem er erneut vor Pouplin zur Stelle war (27.).

Vorne vergaben die Bayern die Chancen, hinten schlug Freiburg eiskalt zu: Jäger zog die Abwehrleute auf sich und passte im Strafraum zu Abdessadki. Der Mittelfeldmann gab überlegt zurück zu Makiadi, der das Leder unter die Latte zum 0:1 schoss (31.). Freiburg änderte danach aber keineswegs seine Taktik, sondern blieb weiter zementiert hinten drin und lauerte auf Konter. So hatte der starke Jäger sogar die Chance zum 0:2 per Distanzschuss (36.). Die Breisgauer wurden immer selbstbewusster und befreiten sich oft auf spielerischem Wege. Mit einem gellenden Pfeifkonzert ging es in die Pause.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Zunächst änderte sich wenig bis gar nichts an der schwachen Leistung der Bayern, die sich ideenlos den Ball in den eigenen Reihen zuspielten. Nachdem Pranjic nicht zum ersten Mal den Ball im Mittelfeld verloren hatte konnte Freiburg kontern und Flum schoss aus 20 Metern nur haarscharf am linken Pfosten vorbei (51.). Bayern fand kein Mittel, den Tabellenvorletzten in Bedrängnis zu bringen. Freiburg schaute sich das alles ruhig an, denn die Angriffe der Hausherren waren erschreckend harmlos.

Von Arjen Robben war bis zu einem direkt aufs Tor geschossenen Freistoß nach etwas mehr als einer Stunde rein gar nichts zu sehen (64.). Der FC Bayern hatte zwar über 70 Prozent Ballbesitz, suchte aber vergebens die Lücke. Für den ganz schwachen Pranjic war nach 71 Minuten Schluss, für ihn kam Tymoshchuk in die Partie. Direkt im Anschluss gab es endlich mal eine Chance und direkt eine richtig gute: Lahm brachte einen Eckball hinein und Olic kam mit dem Kopf dran. Der Ball flog gefährlich Richtung Tor, aber Abdessadki klärte auf der Linie (72.).

Wieder einmal machte Robben den Unterschied aus: Einen Freistoß aus rund 20 Metern zog der Niederländer aufs Torwarteck und erzielte das 1:1 (76.). Robben war jetzt auf Betriebstemperatur: Im Doppelpass mit Klose bot sich die Schusschance, aber Pouplin parierte glänzend mit der Fußspitze (80.). Im Sekundentakt kamen die Bayern zu Chancen: Van Buyten spielte Klose frei, doch der Nationalstürmer nahm den Ball unglücklich an und kam nicht an Pouplin vorbei (82.).

In der ersten Halbzeit gab es ihn nicht, in der Schlussphase schon: Den Elfmeter, nachdem Banovic Müller im Strafraum gefoult hatte! Arjen Robben ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte sicher zum 2:1 (83.). Freiburg kam nicht mehr zurück und die Bayern feierten den Sieg und die Tabellenführung.

SCHLÜSSELSPIELER

Bei den Bayern waren am Ende der starke Thomas Müller und Doppeltorschütze Arjen Robben für den Sieg verantwortlich. Auf der Gegenseite hielt der starke Pouplin lange den Kasten sauber.

SCHLÜSSELSZENE

Bis fast eine Viertelstunde vor Schluss kam von den Bayern fast nichts, bis Arjen Robben aus einer Standardsituation den Ausgleich besorgte. Ansonsten hätte Freiburg vermutlich die Überraschung gepackt.

SPIELER DES SPIELS: Arjen Robben

Der Niederländer war fast 75 Minuten nicht zu sehen, drehte dann aber auch und das Spiel im Alleingang. Ein Freistoßtor, eines vom Elfmeterpunkt. Ein starker Arbeitsnachweis für eine gute Viertelstunde.

SCHIEDSRICHTER: Markus Schmidt – Note: 7

Hätte Abdessadki schon nach acht Minuten vom Platz stellen können, wenn nicht sogar müssen. Mitte der ersten Halbzeit entschied Schmidt korrekt und zeigte nicht auf den Elfmeterpunkt. Dafür gab er in der zweiten Halbzeit den Strafstoß nach Foul von Banovic an Müller. Nach Absprache mit seinem Assistenten zeigte er Toprak in der Schlussminute nur Gelb und nicht Rot wegen Notbremse. Kann man geben.

Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).

SPIELNOTE: 4

Es war lange Zeit keine schöne Partie, in der die Bayern phasenweise einen grauenvollen Fußball spielten. Freiburg tat, was es tun musste und setzte auf volle Defensive. Arjen Robben sorgte gen Ende für die Glanzlichter.

STATISTIK

Man merkte den Bayern an, dass die ersatzgeschwächte Mannschaft nicht auf Betriebstemperatur kam und vor allem das Fehlen von Bastian Schweinsteiger vermisste. Der Nationalspieler spielt eine überragende Saison und liegt in den Castrol Rankings auf dem 132. Platz. Auch Ribery, Gomez und Demichelis wurden schmerzlich vermisst.

FAZIT

Freiburg hielt in seinen Möglichkeiten gut mit und verteidigte tapfer und teils auch spielerisch den knappen Vorsprung aus der ersten Halbzeit. Die Bayern enttäuschten über weite Strecken der Partie, einzig die letzte Viertelstunde und die Geniemomente eines Arjen Robben lieferten die Legitimation für den Sieg.

Eure Meinung: Duselt sich der FC Bayern zur Meisterschaft?



 
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