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Spielbericht Bundesliga: Borussia Mönchengladbach – VfL Wolfsburg
Die Borussia hatte es sich im Mittelfeld der Liga bequem gemacht, doch spätestens nach der klaren 0:4-(0:1-)Niederlage gegen Wolfsburg sind die Fohlen wieder mitten drin im Abstiegskampf. Der Meister gewann das vierte Spiel in Folge und agierte vor dem Tor eiskalt.
Von Christoph VOGEL
Mönchengladbach. Nach dem 0:3 in Dortmund sollte alles besser werden bei Borussia Mönchengladbach, aber das wurde es nicht. Ganz im Gegenteil: Auch gegen den VfL Wolfsburg lieferten die Fohlen defensiv eine teilweise desolate Leistung ab und verloren das Spiel mit 0:4 (0:1). Die Wölfe gewannen nur wenige Stunden nach dem Auftritt in Kasan ihr viertes Spiel in Folge und setzten ihre Aufholjagd in der Bundesliga fort.
PERSONAL & TAKTIK
Entgegen der Erwartungen ließ Michael Frontzeck die Startformation gegenüber dem 0:3 in Dortmund unverändert. Damit ersetzte Marcel Meeuwis erneut Thorben Marx im defensiven Mittelfeld. Der Ex-Berliner soll in der nächsten Woche ins Mannschaftstraining zurückkehren. Die Wölfe waren schon am Donnerstag in Kasan ersatzgeschwächt aufgelaufen und auch in Gladbach war die Personalsituation angespannt: Grafite stand ebenso wenig im Kader wie Abwehrmann Barzagli. Dafür kam Martins zu einem Einsatz von Beginn an. Hasebe rückte auf die rechte Mittelfeldposition, während Trainer Köstner den eigentlichen Rechtsverteidiger Pekarik in die Innenverteidigung holte. Alles in allem war es dieselbe Mannschaft, die am Donnerstag gegen Kasan auf dem Platz stand.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Das Spiel begann sehr gemächlich, die Borussia versuchte ihre Angriffe behutsam aufzubauen. Ein Kopfball vom freistehenden Bobadilla nach einem Arango-Freistoß sorgte für die erste Torraumszene (12.). Nach 20 Minuten wurde die Partie etwas munterer, weil beide Mannschaften mehr riskierten. Wolfsburg jedoch war spielerisch die bessere Mannschaft und besaß mit Misimovic ein belebendes Element: Nach einem Pass des Bosniers scheiterte sein Landsmann Edin Dzeko an Baily (34.).
Nur wenn Gladbach einmal mutiger nach vorne spielte, brachten sie den Gegner in Bedrängnis: Bobadilla machte mit Marcel Schäfer am rechten Strafraumrand ein Tänzchen und flankte scharf in die Mitte, doch Hitz war hellwach (38.). Was sich aber schon angedeutet hatte, wurde kurz vor der Pause Gewissheit: Der Ball landete rund 25 Meter vor dem Tor bei Misimovic, der trocken abzog und das Leder links unten im Kasten von Bailly einschoss (41.). Der Belgische Schlussmann sah dabei aber alles andere als gut aus. Nur Augenblicke später entwischte Dzeko seinem bewacher Brouwers, aber dieses Mal war Bailly da (42.). Mit dieser Führung ging es auch in die Kabinen.
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Roberto Colautti blieb draußen, dafür begann die Borussia mit Rob Friend den zweiten Abschnitt. Direkt war Feuer drin: Levels setzte sich gut durch über die rechte Seite und passte zu Bobadilla, der rund zehn Meter vor dem Tor völlig frei stand, aber über das Tor schoss (46.). Auf der Gegenseite führte eine zumindest streitbare Entscheidung des Schiedsrichters für die kalte Dusche: Hasebe schoss und Michael Bradley erwischte den Ball mit der Hand – Elfmeter! Dzeko ließ sich nicht bitten und verwandelte traumwandlerisch sicher (49.).
Wolfsburg spielte nun richtig stark und hatte die angeschlagene Borussia im Griff. Die Gastgeber waren von der Rolle und ließen den Meister gewähren: Gentner konnte am linken Strafraumeck viel zu frei abziehen und sein von Brouwers abgefälschter Schuss landete rechts im Tor von Bailly (58.). Immerhin gab es mal eine Chance für die Borussia: Reus flankte auf den Elfmeterpunkt, wo Friend aber zu zentral genau auf Hitz köpfte (61.).
Gladbach fand offensiv wie defensiv kein Mittel gegen die Wölfe. Riether verpasste gar knapp das 0:4 (64.). Es war als Borussen-Fan nicht schön anzusehen und auch Trainer Michael Frontzeck raufte sich am Spielfeldrand die nicht mehr vorhandenen Haare. Selbst der sonst so zuverlässige Dante leistete sich einen riesigen Klops, als er den Ball bei einem versuchten Rückpass zu Bailly nur hauchdünn traf und Dejagah so alleine auf Bailly zulaufen konnte. Brouwers bügelte dessen Fehler aber aus (77.). Gladbach hatte sich aufgegeben und ließ auch noch das 0:4 durch Dzeko durch, der vor Bailly eiskalt blieb (80.).
Die Gäste hätten sogar durchaus noch das 0:5 erzielen können, doch gegen Ende der Partie kamen die Pässe nicht mehr zu 100 % an. So blieb es bei den vier Toren und die Borussen mussten den bitteren Gang in die Fankurve antreten.
SCHLÜSSELSPIELER
Bei der Borussia war Marco Reus noch der beste Akteur, ansonsten blieben sie alle unter ihren Möglichkeiten. Bei Wolfsburg überzeugten Dzeko, Josue und Misimovic.
SCHLÜSSELSZENE
Gladbach kam mit viel gutem Willen aus der Kabine und hatte sofort eine glasklare Torchance durch Bobadilla, die der Argentinier eigentlich hätte nutzen müssen. Im Gegenzug gab es den Handelfmeter für Wolfsburg.
SPIELER DES SPIELS: Edin Dzeko
Der Bosnier zeigte wie seine Mitspieler keinerlei Müdigkeitserscheinungen und erzielte gegen Gladbach seine Saisontore 13 und 14. Vor dem Tor blieb er eiskalt und befindet sich wieder in der Form aus der Meisterschaftssaison.
SCHIEDSRICHTER: Günter Perl – Note: 6.5
Teils unterschiedlich in der Bewertung von Zweikämpfen, kam aber lange ohne eine gelbe Karte aus. Den Handelfmeter gegen Bradley gibt nicht jeder Schiedsrichter, denn der US-Amerikaner drehte sich weg vom Ball. Ansonsten stellten ihn die Mannschaften nicht vor große Probleme.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
SPIELNOTE: 6
Vier Tore waren am Ende wohl eines zu viel für Wolfsburg, doch das wird dem Meister komplett egal sein. Gladbach ließ viele Chancen zu und bescherte den Wölfen damit einen geruhsamen Nachmittag.
STATISTIK
Christian Gentners Leistung wird oftmals unterschätzt, doch die Castrol Rankings zeigen, dass der ehemalige Stuttgarter, der heute auch ein Tor beisteuerte, der 4.-Beste Wolfsburger ist. Mit 592 Punkten liegt er zum Beispiel auch vor einem Josue (531).
FAZIT
Ein völlig verdienter Sieg der Wölfe gegen biedere Gladbacher, die nie auch nur den Hauch einer echten Chance hatten. Eine Reaktion nach der Pleite gegen Dortmund blieb komplett aus. Stattdessen verfielen die Fohlen in Schockstarre und wehrten sich auch irgendwann nicht mehr gegen die Niederlage.
Eure Meinung: Kann Wolfsburg wieder eine neue Serie starten und sich wieder für den internationalen Wettbewerb qualifizieren?
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