Spielbericht Bundesliga: FC Schalke 04 – VfB Stuttgart

Der FC Schalke 04 ist zumindest für eine Nacht Tabellenführer. „Königsblau“ setzte sich in einer spannenden und in der zweiten Halbzeit hochklassigen Partie nicht unverdient gegen den VfB Stuttgart mit 2:1 (0:0) durch. Die Mannschaft von Felix Magath bleibt damit im Titelrennen ein ganz heißer Anwärter und träumt nach langer Zeit wieder von der Schale. In Stuttgart hingegen endet erst einmal eine tolle Aufholjagd und damit wohl auch der Traum von der europäischen Bühne in der kommenden Saison.

Von Dennis WEINACHT

Serdar Tasci und Jefferson Farfan kämpfen um den Ball (Getty Images)

Gelsenkirchen. Mit 2:1 (0:0) setzt sich der FC Schalke 04 gegen den VfB Stuttgart durch. Damit setzen sich die Mannen von Felix Magath zumindest für eine Nacht an der Tabellenspitze ab. Das sah mitunter schon richtig gut aus bei den Gastgebern!

PERSONAL & TAKTIK

Beide Trainer mussten ihre Mannschaften jeweils auf zwei Positionen verändern. Beim FC Schalke 04 kamen Marcelo Bordon und Jefferson Farfan zurück in die Mannschaft. Für sie mussten Carlo Zambrano und Edu weichen. Auf der Gegenseite musste auch Christian Gross tauschen. Stefano Celozzi fiel mit einer Grippe kurzfristig aus und fehlte damit ebenso wie Matthieu Delpierre. Anstelle der beiden liefen Zdravko Kuzmanovic und Georg Niedermeier auf. Christian Träsch rückte auf den rechten Flügel in der Abwehr.

SPIELVERLAUF: 1. HÄLFTE

Leider lässt sich die erste Halbzeit schon relativ kurz zusammenfassen, weil kaum etwas passierte. Es gab nur eine Tormöglichkeit, als Pavel Pogrebnyak in Folge einer schönen Kombination aber aus fünf Metern an Manuel Neuer scheiterte (36.). Ansonsten verlief die Begegnung mehr als ruhig. Etwas bemühter wirkte dabei der Gast aus Stuttgart. Die Schwaben versuchten immer wieder in der Offensive für Gefahr zu sorgen, scheiterten aber an der starken Defensive von „Königsblau“. Schlake hingegen tat im Gang nach vorne reichlich wenig, konnte die offensiven Spieler nicht einbinden. Die zweite Halbzeit sollte doch bitte etwas flotter und unterhaltsamer werden.

SPIELVERLAUF: 2. HÄLFTE

Und die ersten zehn Minuten waren dann direkt absolut spitze: Nach 47 Sekunden war der eingewechselte Edu bereits mit einem Tor erfolgreich. Nach einem langen Ball in den Strafraum grätschte Serdar Tasci das Leder genau vor die Füße des Offensivmannes, der Jens Lehmann keine Chance mit seinem Abschluss ließ. Aber es ging direkt weiter: Auf der Gegenseite folgte ein langer Freistoß, den „Königsblau“ nicht klären konnte. Der eben noch fehlerhafte Tasic stand blank und köpfte ein (50.). In gerade einmal drei Minuten hatte der FC Schalke 04 seine erkämpfte Tabellenführung wieder verspielt.

Aber wiederum nur fünf Minuten später waren die Gastgeber wieder an der Spitze: Wiederum war es ein haarsträubender Abwehrfehler, der den Treffer ermöglichte. Ein langer Ball fand im Strafraum Heiko Westermann, der nicht im Abseits stand. Gefühlte Minuten hatte er Zeit, sich den Ball zurecht zu legen und in die Mitte zum ebenso völlig freien Kevin Kuranyi zu passen. Dieser markierte seinen 14. Saisontreffer. Es war eine seiner leichteren Aufgaben und danach waren die Hausherren auch besser. Sie drängten auf das 3:1, das etwa Edu auf dem Fuß hatte, als er aber nach einer Flanke freistehend am Ball vorbeitrat (64.).

Bis zum Schluss vesuchten beide Mannschaften weiter nach vorne zu spielen, wobei der FC Schalke 04 etwas torgefährlicher wirkte und deshalb mit allem Mut zur Offensive das Ergebnis bis zum Ende halten, aber nicht nur verwalten konnte.

SCHLÜSSELSPIELER & -SZENEN

Beide Mannschaften erzielten ihre Treffer, wichtiger aber waren fast noch die unzähligen Möglichkeiten, die ebenfalls beide Teams hatten und vergaben. Gerade im zweiten Durchgang gab es immer wieder tolle Szenen. Die Schlüsselspieler waren Kevin Kuranyi und auf der anderen Seite ein Serdar Tasci, der bei zwei Treffern maßgeblich beteiligt war. Insgesamt lebte das spiel aber von den beiden fehlerhaften Defensivreihen.

SPIELER DES SPIELS: Kevin Kuranyi

Nicht nur wegen seines Treffers, sondern vor allem auch weil er so extrem agil und häufig anspielbar war, ragte Kuranyi aus einer guten Schalker Mannschaft heraus. Er war bis zur letzten Minute konzentriert und krönte sich mit seinem 14. Saisontreffer. Er träumt noch von der Weltmeisterschaft und sportlich spricht auch nicht mehr viel gegen ihn. In diesem Spiel wurde deutlich: Kevin Kuranyi hat unter Felix Magath einen großen Schritt nach vorne gemacht.

SCHIEDSRICHTER: Lutz Wagner (Kriftel) – Note: 6.5

Lutz Wagner machte seine Sache über weite Strecken sehr gut, hatte das Spiel im Griff. Aber er hatte auch hin und wieder einige nicklige Szenen, die die Stimmung unnötig anheizten. Dennoch: Er pfiff sehr stark am Regelwerk orientiert und das muss eben positiv bewertet werden. Er hatte aber in einer weitgehend fairen Begegnung auch nicht viel zu tun.

Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).

SPIELNOTE: 7

Die zweite Halbzeit entschädigt für vieles. Da fielen endlich Tore, da hatten beide Mannschaften Chancen und nach dem ersten Treffer entwickelte sich direkt eine sehr ordentliche Begegnung, die Fans auch unterhalten konnte. Schade, dass die ersten 45 Minuten nicht so stark waren und schade auch, dass es insgesamt viele Gelbe Karten gab, obwohl das Spiel bei allem Kampf sicherlich nicht überzogen hart war.

STATISTIK

Jens Lehmann hatte sich unter der Woche selbst als deutscher WM-Keeper ins Gespräch gebracht. In diesem Spiel traf er auf einen echten Nationaltorhüter und auch die aktuellen Castrol Rankings zeigen, warum das so ist. Manuel Neuer ist demnach der zweitbeste deutsche Schlussmann der Liga, Jens Lehmann hingegen liegt nur auf dem zehnten Platz und damit auch hinter Tim Wiese und die derzeitigen deutschen Nummer eins René Adler.

FAZIT

Der positive Lauf des VfB Stuttgart ist erstmal beendet. Der FC Schalke 04 hingegen ist nicht ganz unverdient neuer Tabellenführer, weil die Gastgeber bis zum Ende auch engagiert nach vorne spielten. Das sah schon streckenweise sehr gut aus. Und nun scheint bei S04 auch der Titel nicht mehr nur eine blinde Zielsetzung zu sein. Im Schwabenland hingegen ist die Saison offenbar beendet. Denn nun scheint es nicht mehr wirklich realistisch zu sein, dass nach oben noch wichtige Tabellenregionen erreicht werden können.

Eure Meinung: Kann der FC Schalke 04 nun wirklich deutscher Meister werden? Und traut Ihr dem VfB Stuttgart noch das internationale Geschäft zu?



 
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