Vorschau Bundesliga: Borussia Mönchengladbach – VfL Wolfsburg

Für den FC Bayern wäre solch ein Platz im absoluten Mittelfeld der Liga unter allen Erwartungen, für die Borussia jedoch ist es wie Regen nach einer langen Zeit der Dürre. Dagegen scheiterte Wolfsburg im Jahr nach der Meisterprüfung. Doch die Wölfe zeigen unter ihrem neuen Trainer zuletzt wieder Biss, haben aber nach dem Spiel in Russland gegen Rubin Kasan nur wenige Stunden zum Regenerieren. Ein Nachteil?

Von Christoph VOGEL

Tobias Levels und Marcel Meeuwis beim Jubel (Bongarts/Getty)
Mönchengladbach. Ernüchterung kehrte im Borussia-Park ein nach der klaren Niederlage in Dortmund, die allen im Verein noch einmal aufzeigte, dass die Qualität in der Mannschaft noch nicht für höhere Ansprüche genügt. Bis zum Saisonende wartet demnach noch viel Arbeit auf Michael Frontzeck und sein Trainerteam. Mit dem VfL Wolfsburg kommt nun ein Gegner an den Niederrhein, der zuletzt wieder Selbstvertrauen sammelte. Borussia Mönchengladbach muss sich beweisen.

PERSONAL & TAKTIK

Unter der Woche hielt Frontzeck noch hinter den Berg, ob die 0:3-Pleite beim BVB personelle Konsequenzen nach sich ziehen würde. Möglich wäre eine Umstellung auf der linken Verteidigerposition, wo Filip Daems nach seiner Verletzung noch meilenweit von der Bestform entfernt ist, oder im defensiven Mittelfeld, wo Michael Bradley schlicht überspielt wirkte und eine Pause gut vertragen könnte. Thorben Marx hat unterdessen wieder mit dem Einzeltraining begonnen, wird aber erst nächste Woche zur Mannschaft stoßen.

Lorenz-Günther Köstner muss beim Europa-League-Spiel gegen Rubin Kasan auf Grafite (Adduktorenprobleme), Simunek (Oberschenkelprobleme) und Barzagli (Rippenprellung) auskommen. Riether wird in die Innenverteidigung neben Madlung rücken, Hasebe dafür ins Mittelfeld. Diese Lösung würde sich auch gegen die Borussia anbieten. Sollte der Brasilianer Grafite am Samstag ausfallen, würde wohl der blitzschnelle Martins ins erste Glied rücken.

FORMKURVE & AUSGANGSLAGE

Die Borussia wartet seit drei Spielen auf einen Sieg. In der Rückrunde konnten die Fohlen bisher nur gegen Bremen (4:3) und Nürnberg (2:1) gewinnen. Für den VfL Wolfsburg zeigt der Trend klar nach oben: Waren die Wölfe zuvor zehn Spiele sieglos, gewannen sie zuletzt dreimal in Folge. Vor allem an Edin Dzeko lässt sich der Aufschwung festmachen, der wieder merkbar in die richtige Spur gefunden hat. Sogar der Einzug in die Europa League ist noch möglich, allerdings benötigt es dafür eine ähnlich starke Serie wie im Meisterjahr. Im Moment beträgt der Rückstand auf Dortmund (Platz Fünf) sieben Punkte.

DER DIREKTE VERGLEICH

In bisher 19 Vergleichen gab es bislang nur ein einziges Mal eine Punkteteilung (1:1 in der Saison 2006/06). Wolfsburg ist dabei zu Hause besonders schwer zu schlagen: Von den zehn Spielen gewannen die Wölfe achtmal, die Borussia nur zweimal. Auch die letzte Partie in der Autostadt gewannen die Gastgeber: In der Hinrunde holte Wolfsburg, damals noch unter Armin Veh, einen 2:1-Sieg gegen Mönchengladbach.

DIE SCHLÜSSELSPIELER

Logan Bailly präsentierte sich nach zuvor eher durchwachsenen Auftritten in Dortmund wieder in starker Form. Das wird auch gegen Wolfsburgs Offensivkräfte von großer Bedeutung sein, denn vor allem die Abwehr stellte sich bei der Borussia immer wieder als Schwachstelle heraus. Umso wichtiger, dass das Mittelfeld mit Reus und Arango wieder mehr Chancen herausspielt als noch gegen den BVB.

DUELL DES SPIELS

Es wird ein Kampf der Wölfe gegen den inneren Schweinehund. Zwischen dem Spiel in Russland und dem in Mönchengladbach liegen nur wenige Stunden – die Flugzeit ist da schon berücksichtigt – und die Müdigkeit könnte dem Meister noch in den Knochen stecken. Nun wird sich zeigen, ob im Sommer die nötigen Grundlagen geschaffen wurden, um auch solch ein Mammutprogramm durchzuziehen.

AUFGESPIESST

Tobias Levels (Borussia M’gladbach):
„Zunächst einmal möchte ich daran erinnern, dass noch neun Partien zu spielen sind. Man darf sich nie zu sicher fühlen. Zehn Punkte Vorsprung sind zwar ein beruhigendes Polster, aber auch nicht die Welt. Außerdem hat jeder von uns den Anspruch an die Mannschaft und auch an sich selbst, sich stetig weiterzuentwickeln. Und das geht nur, wenn wir regelmäßig Top-Leistungen abrufen.“

PROGNOSE

Mit der Leistung vom 0:3 in Dortmund kommt Mönchengladbach auch gegen Wolfsburg nicht weit. Voraussetzung für einen Punktgewinn wäre eine klare Steigerung der Defensive. Wolfsburg ist in der Lage, das Spieltempo nach dem eigenen Gusto zu bestimmen und gegebenenfalls den Druck zu erhöhen. Wenn die Borussia dann standhält und selbst nach vorne aktiv wird, dann – und nur dann – ist ein Sieg möglich. Mein Tipp: 2:2!

Eure Meinung: Beißen sich die Wölfe an den Fohlen am Samstag die Zähne aus? Oder gibt es den vierten Sieg in Folge?
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