Spielbericht Bundesliga: Werder Bremen – VfB Stuttgart

Die Sieger der Partie zwischen Bremen und Stuttgart hießen Hamburger SV und Borussia Dortmund. Zur Pause sah alles nach einem sicheren Sieg des VfB aus, doch dann kam Werder dank eines Jokers und eines Elfmeters nochmal entscheidend auf. Die Punkteteilung hilft keinem so richtig weiter.

Von Johannes RUPPRECHTER

Bremen. Werder Bremen und der VfB Stuttgart trennten sich am 25. Spieltag der Bundesliga mit einem 2:2-Remis.


PERSONAL & TAKTIK

Bei den Hausherren musste Coach Thomas Schaaf die beiden Außenverteidiger Fritz und Pasanen ersetzen. Er tat dies mit dem Duo Prödl und Abdennour. Borowski bildete mit Frings die Doppelsechs. In der Offensive sollten wie gewohnt Özil, Marin, Hunt und Pizarro sollten in der Offensive für Furore sorgen.

Die Schwaben traten im Gegensatz zum Heimsieg gegen Frankfurt personell unverändert an. Will heißen, Träsch und Khedira agierten vor der Abwehr, Gebhart und Hleb auf den Außenbahnen im Mittelfeld und der zuletzt so starke Cacau und Pogrebnyak sollten für Treffer sorgen.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Vor 38.000 Zuschauern im Weserstadion blieben Höhepunkte zunächst Mangelware. Beide Teams agierten nervös, die Partie war geprägt von vielen Unzulänglichkeiten im Aufbauspiel. Doch mit der ersten Chance im Spiel nach 15 Minuten sollte es bereits klingeln. Hleb setzte sich gegen Frings unwiderstehlich durch und zu einem beherzten Solo an. Dieses endete erst im Werder-Sechzehner mit einem Querpass zu Pobrebnyak, dieser fackelte nicht lange und schoss aus elf Metern mit links ins linke untere Eck unhaltbar für Wiese ein. Die Antwort von Werder ließ sechs Minuten auf sich warten. Dann angelte Lehmann einen tollen Naldo-Freistoß in starker Manier aus dem Eck und war auch bei Borowskis Nachschuss aus spitzem Winkel zur Stelle. Nach einer halben Stunde bot sich Werders Top-Torjäger Pizarro eine tolle Ausgleichschance. Doch der Peruaner traf die Kugel nach einer Kopfablage von Marin aus fünf Metern völlig freistehend nicht richtig. Sieben Minuten vor der Pause setzte sich Hleb auf links wieder schön in Szene, ehe der Weißrusse den freistehenden Cacau mustergültig bediente. Doch der Mann der letzten Woche schoss unbedrängt über den Querbalken. Dennoch sollte der VfB vor der Pause ein zweites Mal erfolgreich sein: Nach einer idealen Gebhart-Hereingabe von rechts war der starke Khedira im Zentrum am Fünfer auf dem Posten und nickte unhaltbar für Wiese zum nicht unverdienten 2:0 der Gäste ein.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Nach Wiederbeginn brachte Schaaf Almeida für Borowski, um das Offensivspiel anzukurbeln. Doch die Top-Chancen hatten weiterhin die Stuttgarter: Cacau (49., 57.) und Hleb (52.) vergaben aus aussichtsreichen Positionen. Werder brauchte erneut einige Zeit um Bindung zur Partie zu finden. Marin ballerte Tasci in Minute 64 aus kurzer Distanz an die Hand, doch Referee Brych entschied richtig und gab keinen Elfmeter. Fünf Minuten später zog Hunt einen Volleyschuss aus 13 Metern über das Lehmann-Gehäuse. Eine Viertelstunde vor Schluss machte es Almeida besser. Der Portugiese nahm einen langen Mertesacker-Pass im linken Strafraumeck schön an un knallte das Leder unter Lehmanns Arm in die rechte untere Ecke zum Anschlusstreffer ein. Sechs Minuten darauf kam Marin nach einem Zweikampf mit Celozzi zu Fall, woraufhin Referee Brych auf Strafstoß entschied, welchen Kapitän Frings sicher zum 2:2-Ausgleich verwandelte. Die Schlussphase war hektisch, Entscheidendes ereignete sich aber nicht mehr und so blieb es beim leistungsgerechten Remis.

SCHLÜSSELSPIELER

Hugo Almeida brachte nach seiner Einwechslung zur Pause spürbaren Schwung ins Werder-Spiel. Ansonsten wirkten auch Dribbelkünstler Marin und Kapitän Frings sehr bemüht.

Auf Seiten der Schwaben machten die Außen Gebhart und Hleb sowie Khedira und Pobrebynak ein starkes Spiel und waren die Säulen ihres Teams.

SCHLÜSSELSZENE

Frings' Elfer nach Foul von Celozzi an Marin hen Minuten vor Ende sicherte dem Europa-League-Achtelfinalisten einen aufgrund der Moral verdienten Zähler.

SPIELER DES SPIELS: Aliaksandr Hleb

Der weißrussische Tempodribbler zeigte auch an der Weser, dass seine Formkurve steil nach oben zeigt. Vor allem im ersten Abschnitt präsentierte sich der linke Mittelfeldspieler der Schwaben bärenstark.

SCHIEDSRICHTER – NOTE: 6

Felix Brych leitete die Partie souverän. Der Münchner brachte die Begegnung mit lediglich zwei Verwarnungen über die Runden.

SPIELNOTE: 6

Im ersten Abschnitt war der VfB vor allem die konsequentere Mannschaft, im Finish blühte die Elf von der Weser aber auf und sorgte für eine spannende und intensive Schlussphase, die es in sich hatte.

Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).

DIE STATISTIK

Nur auf Rang 485 liegt VfB-Star Hleb im Castrol Rankings. Mit solchen Leistungen wie in Bremen wird der Ex-Akteur des FC Barcelona aber wohl bald wieder in höheren Sphären zu finden sein. 167 Ränge höher auf Platz 218 angesiedelt ist Werder-Kapitän Frings. Der Routinier bot gegen die Schwaben eine abgeklärte Vorstellung.

FAZIT

Bremen und Stuttgart trennen sich nach zwei unterschiedlichen Halbzeiten verdientermaßen mit einem 2:2-Remis. Müde Werderaner konnten eine Heimniederlage gegen starke Schwaben dank einer starken Moral gerade nochmal abwenden.

Eure Meinung: Geht das Unentschieden in Ordnung?



 
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