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Köstner hofft auf nicht-überraschende Überraschung
Das hätte man nun vom VfL Wolfsburg vor der Saison auch nicht erwartet: Die Niedersachsen stehen als amtierender deutscher Meister nach 21 Spieltagen in der Bundesliga näher an den Abstiegsrängen als an den internationalen Plätzen. Nach dem Trainerwechsel und der Beförderung von Lorenz-Günther Köstner zum Interimstrainer wurde es nur bedingt besser. Das 1:1 gegen den Hamburger SV machte Mut, das 1:3 gegen den FC Bayern München dämpfte die Hoffnung wieder. Nun will der neue „Wölfe“-Dompteur in Leverkusen endlich auch seinen ersten Sieg im neuen Amt einfahren.
Von Dennis WEINACHT
Leverkusen. Der VfL Wolfsburg steht mit dem Rücken zur Wand. Die Niedersachsen sind im Mittelfeld der Tabelle nicht mehr allzu weit von den Abstiegsrängen entfernt und haben doch eigentlich andere Ambitionen. In diesem Jahr sollte erneut das internationale Geschäft, vielleicht sogar die Titelverteidigung angestrebt werden. Daraus aber wurde nichts. Armin Veh musste gehen, Lorenz-Günther Köstner hat nun bis Saisonende Zeit, aufzuräumen. Er glaubt zu wissen, was nun notwendig ist: „Entscheidend ist, dass wir uns zu einem gemeinsamen Weg entschließen und noch mehr füreinander arbeiten. Wir müssen uns einig sein, dass wir nicht schön spielen, sondern gute Ergebnisse wollen. Denn nur die sind momentan wichtig.“
In Leverkusen (nicht) überraschen
Und ausgerechnet jetzt geht es zum Tabellenführer nach Leverkusen. Die Mannschaft von Köstner-Freund Jupp Heynckes hat noch kein Bundesliga-Spiel in dieser Saison verloren. Dennoch ist der „Wölfe“-Coach zuversichtlich und stellt eine interessante Theorie auf: „Eigentlich dürfte es ja keine Überraschung sein, wenn der amtierende Deutsche Meister in Leverkusen gewinnt. Natürlich traut man unserer Mannschaft momentan wenig zu. Aber es ist unsere verdammte Pflicht, als Einheit aufzutreten und gemeinsam für den Erfolg zu kämpfen.“ Dann glaubt er auch an einen möglichen Sieg, auch wenn dafür noch Änderungen in der Spielweise der Mannschaft erforderlich sein werden: „Wenn wir zusammenstehen und die Dinge erzwingen, dann werden automatisch auch wieder die besseren Spiele und vor allem die besseren Ergebnisse kommen. Und sollten wir das am Samstag schaffen, wäre das für mich keine Überraschung.“
Respekt vor dem Gegner
Das soll nun aber nicht überheblich klingen, denn Köstner hat durchaus Respekt vor dem kommenden Gegner: „Man hat bereits im Hinspiel gesehen, wie gut die Leverkusener kontern können. Und wie zuletzt etwa der SC Freiburg hat erfahren müssen, tun sie das ja auch auf eigenem Platz.“ Deshalb müsse seine Mannschaft auch mutig spielen, ungeachtet der Ausgangslage der Bayer-Elf: „Die Tabelle spricht für sich. Bayer ist noch ungeschlagen und spielt einen sehr, sehr starken Fußball. Man muss aber sehen, dass hinter dieser spielerischen Leichtigkeit ein hartes Stück geduldiger Arbeit steckt.“ Arbeit, die es nun auch in Wolfsburg zu verrichten gilt, um schnell wieder einen erfolgreichen Weg einzuschlagen.
Heynckes mahnt seine Spieler
Etwas erfolgreicher darf es schließlich nach dem 1:1 von Bochum auch bei Bayer 04 Leverkusen wieder werden. So fordert Heynckes: „Meine Mannschaft muss wieder einen Zahn zulegen und wieder leidenschaftlicher agieren.“ Die wichtige Rolle der kommenden Begegnung ist ihm dabei klar: „Es wird wieder mal ein Spiel, das für beide Seiten sicherlich richtungweisend ist. Wolfsburg will sich nach dem Trainer-Wechsel konsolidieren und für uns ist es wichtig zu punkten und zu gewinnen. Darum müssen wir wieder unser positives Gesicht zeigen.“ Denn am Ende soll dann ja doch eventuell, gegebenenfalls, unter Umständen, vielleicht der Titel dabei rausspringen. Wie man den gewinnen kann, können die Bayer-Spieler am Samstag nach dem Spiel ja die Gegenspieler fragen. Oder haben die es etwa verlernt, gut zu spielen? Das Wochenende wird es zeigen...
Eure Meinung: Wer wird sich in diesem Spiel durchsetzen und was ist von den beiden Mannschaften allgemein noch zu erwarten?
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