Ruud nur Randnotiz bei Kölner Aufholjagd

Es sollte der Spieltag des Ruud van Nistelrooy werden. Am Ende sorgte der 1. FC Köln für das Spektakel.

Von Francois DUCHATEAU

Ruud van Nistelrooy, Hamburger SV (Bongarts/Getty)
Köln. Seine Premiere kam vielleicht zu früh. Wegen chronischen Personalmangels entschied sich Bruno Labbadia dazu, Ruud Van Nistelrooy doch mit nach Köln zu nehmen, obwohl er noch nicht bei 100% seiner angelangt ist.

„Ein bisschen zu wenig Zeit für ein Tor“

Die große Debütantenparty blieb aus. Während sie physisch zu früh kam, war sie matchtechnisch zu spät angesetzt. Erst eine Minute vor Schluss wurde der Holländer eingewechselt, ausgerechnet Sekunden nachdem Adil Chihi mit einem abgefälschten Schuss den 3:3-Ausgleich erzielte. Zu mehr als zwei Ballkontakten kam es nicht. „Ich war an der Linie und bereit, reinzukommen. Das ist natürlich ein schlechter Moment. Ich habe gedacht: Okay, vielleicht bekomme ich noch die Chance, ein Tor zu schießen. Aber dafür war ein bisschen wenig Zeit.“

„Die Atmosphäre im Stadion war so toll wie in England. Ich war sogar etwas aufgeregt“

Die Fans des Hamburger SV ärgerten sich zwar über zwei sicher geglaubte Punkte, die flöten gingen, aber waren dennoch glücklich, ihren Weltstar Ruud van Nistelrooy endlich in ihrem Trikot sehen zu dürfen. „Ruud“-Rufe gab es vor, während und nach dem Match. Der Stürmer freute sich: „Die Atmosphäre im Stadion war so toll wie in England. Ich war sogar etwas aufgeregt vor meinem Einsatz und bin enttäuscht über das Ergebnis.“

Soldos Handschrift wird sichtbar

Obwohl es eigentlich sein Tag werden sollte, war es der Tag des 1. FC Köln. Die „Geißböcke“ bewiesen in den letzten Wochen immer wieder Moral und Leidenschaft, kämpften nach Rückschlagen wichtige Punkte aufs Konto, mit denen man sich deutlich von der Abstiegszone absetzte. Die Handschrift von Zvonimir Soldo wird immer sichtbarer: Talente wie Chihi entfalten sich, der FC hat die offensive Magerphase überwunden und schaut zu Karneval nach oben in der Tabelle. Nach dem 3:3-Remis fühlten sich die Hausherren wie die gefühlten Sieger.


 
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