Spielbericht Bundesliga: Werder Bremen – Bayern München
Auch Werder Bremen konnte den FC Bayern nicht stoppen. Der deutsche Rekordmeister gewann das Spitzenspiel am Samstag mit 3:2, sendete damit ein deutliches Signal an die Konkurrenz und setzte sich auf Platz eins der Tabelle.
PERSONAL & TAKTIK
Eine schlechte Nachricht hatte Werder-Coach Thomas Schaaf am Freitag erreicht: Top-Torjäger Claudio Pizarro musste mit einer Grippe passen. Für den Peruaner begann Hugo Almeida.
Bei den Bayern waren alle Mann an Bord. Trainer Louis van Gaal setzte auf die zuletzt erfolgreiche Startelf. Ribery saß zunächst auf der Bank.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Das Spitzenspiel begann kurios: Der FC Bayern hätte schon nach fünf Minuten mit 2:0 führen können. In der dritten Minute hatten die Bremer den Ball am Mittelkreis verloren, Robben bekam den Ball und suchte gleich den Abschluss – die Kugel knallte aber gegen den Pfosten. Zwei Minuten später versuchte es Olic mit einem Schuss aus 13 Metern, doch Wiese war auf dem Posten. Kurz darauf die große Überraschung: Werder führte mit 1:0.
Marin spielte schön zu Hunt, der den Ball aus elf Metern ins linke Dreieck drosch. Ein schöner Treffer, der den Bremer zunächst Auftrieb gab. Werder übte Druck auf die Bayern aus, besonders Özil, Hunt und Marin wussten zu gefallen. Doch Torchancen waren auf beiden Seiten Mangelware. Ein Schuss von Schweinsteiger stellte Wiese vor keine allzu großen Probleme.
Besser machte es Müller in der 25. Minute. Über Gomez und Schweinsteiger landete der Ball bei Müller, der aus zehn Metern ins rechte untere Eck einnetzte. Die Bayern nahmen nun an Fahrt auf. Besonders Müller, gerade von Bundestrainer Löw in den DFB-Kader berufen, zeigte vor den Augen des Bundestrainers, was er kann.
Am 2:1-Führungstreffer nach 35 Minuten war er jedoch nicht beteiligt. Lahm flankte in den Strafraum, wo Gomez verpasste, Olic aber an den Ball kam und aus kurzer Distanz abstaubte. Das Spiel war gedreht.
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Die Bayern mussten zu Beginn der zweiten Hälfte ihren Keeper Butt auswechseln, der Magen-Darm-Probleme hatte. Für ihn kam Rensing zu seinem ersten Bundesligaspiel seit dem dritten Spieltag. Die erste Torchance hatten die Bremer, ein Freistoß von Naldo verfehlte das eigentliche Ziel aber um einige Meter. Danach hätten die Bayern das Spiel schon entscheiden können. Erst scheiterte aber Robben, kurz darauf hatte Gomez Pech, dass Mertesacker seinen Schuss von der Linie kratzte.
Die Partie blieb spannend, beide Mannschaften schenkten sich nichts. Doch gefährliche Aktionen waren zunächst Mangelware. Eine Viertelstunde vor Schluss sorgte Özil für eine tolle Szene. Der Nationalspieler tanzte drei Bayern-Spieler aus, flankte in den Strafraum, wo Almeida aus sechs Metern über das Tor köpfte. Danach überschlugen sich die Ereignisse im Bremer Weserstadion.
Erst lupfte Marin einen Ball in den Strafraum, den Almeida gekonnt mit der Fußspitze stoppte und dann per Seitfallzieher aus halblinker Position ins rechte untere Eck zum 2:2-Ausgleich einnetzte. Fast im Gegenzug fiel dann das 3:2 für Bayern München. Nachdem van Buyten zunächst aus zwei Metern das leere Tor nicht getroffen hatte, zeigte Robben kurz darauf, dass er ein wahrer Künstler am Ball ist. Der Niederländer stand 20 Metern vom Tor entfernt in halbrechter Position und führte einen Freistoß aus. Der Ball flog über alle Mit- und Gegenspieler hinweg, streifte die Latte und landete im langen Eck.
Sieben Minuten vor dem Ende, lag der Ball noch einmal im Tor. Doch Schiedsrichter Kircher gab den Bremer Treffer wegen einer Abseitsstellung von Marin nicht.
SCHLÜSSELSPIELER & -SZENEN
Bei den Bayern überzeugten heute vor allem Müller und Robben. Beide sorgten für viel Schwung und leiteten einige gute Offensiv-Aktionen ein. Bei Bremen legten, wie von Trainer Schaaf gefordert, Hunt, Marin und Özil eine Schippe drauf. Die Schlüsselszene war das Tor zum 3:2. Bremen versuchte danach zwar noch einmal alles, traf ja auch nochmal das Tor, doch am Ende nützte eben alles nichts mehr.
SPIELER DES SPIELS: Thomas Müller
Die Nominierung in den Kader der DFB-Elf, scheint Thomas Müller zusätzlichen Auftrieb zu verleihen. Müller war der beste Bayern-Spieler und krönte seine Leistung mit dem Treffer zum wichtigen 1:1-Ausgleich.
SCHIEDSRICHTER: Knut Kircher – Note: 6
Knut Kircher hatte die Partie im Griff und lag mit seinen Entscheidungen richtig. Auch, dass er das Tor für Bremen, wegen einer Abseitsstellung von Marin, nicht gegeben hat, war richtig.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
SPIELNOTE: 8
Ein Spitzenspiel, das seinen Namen auch wirklich verdient, bekamen die Zuschauer in Deutschland geboten. Der Nord-Süd-Gipfel war zum Teil ausgeglichen, mit Chancen auf beiden Seiten. Einzelne Kunststücke, wie von Özil und Robben, begeisterten nicht nur die Zuschauer.
Die Statistik zum Spiel
FAZIT
Trotz toller Leistung blieb Werder Bremen auch im sechsten Spiel hintereinander ohne Sieg. Die Krise spitzt sich zu, die Meisterschaft kann wohl abgehakt werden. Bei den Bayern herrscht dagegen weiter eitel Sonnenschein. Die letzten acht Pflichtspiele wurden alle gewonnen, und zumindest bis Sonntagabend steht der deutsche Rekordmeister auf Platz eins der Bundesliga-Tabelle.
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