Spielbericht Bundesliga: Borussia Mönchengladbach – VfL Bochum
Nach dem 3:3 im Hinspiel waren die Erwartungen hoch, doch zumindest die der heimischen Fans wurden bitterböse enttäuscht. Die Bochumer spielten unaufgeregt und beinahe souverän. Nur am Ende wackelte der Sieg ein wenig.
Mönchengladbach. Es bleibt dabei: Der VfL Bochum ist der Angstgegner von Borussia Mönchengladbach. Am 18. Spieltag siegten die Gäste mit 1:2 (0:2) bei den Fohlen, die nicht an die in der Hinrund gezeigten Leistungen anknüpfen konnte und vielleicht die bitterste Saisonpleite erfuhr. Der VfL Bochum startete jedoch perfekt aus den Startlöchern und bewies eine starke Chancenverwertung.
PERSONAL & TAKTIK
Frontzeck musste bei den Borussen gleich auf acht Spieler verzichten, dabei fehlte jedoch nur Matmour nicht verletzungsbedingt wegen seiner Abstellung für den Afrika-Cup. Daher stand Moses Lamidi seit über 2 Jahren wieder in der Startelf neben Raul Bobadilla, Kapitän Filip Daems kehrte nach langer Verletzungspause auf die linke Verteidigerposition zurück. Auch die Bochumer traten mit einem dezimierten Kader an, so fehlte zum Beispiel Diego Klimowicz. Dafür stand Neuzugang Milos Maric von Beginn an auf dem Platz.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Das Spiel begann, wie man es sich ewarten konnte: Jeder Zweikampf war hart geführt und jeder Zentimeter des Rasens umkämpft. Der Gastgeber versuchte Druck aufzubauen, doch stattdessen ging Bochum in Führung: Bochum konterte über Epalle, Drabrowski zu Sestak, der freie Bahn hat und wunderbar den Ball in die Maschen haute (12.). Gladbach lief also seit der zwölften Minute einem Rückstand gegen den 16. hinterher. Doch so recht wollte den Borussen keine wirkliche Antwort gelingen, denn Bochum stand kompakt. Die Fohlen hingegen spielten teilweise unkonzentriert und behäbig.
Nach etwa einer halben Stunde hatte sich das Spielgeschehen kaum verändert: Gladbach mit mehr Ballbesitz, Bochum lauerte auf Konter und Fehler der Borussia. Die wirkte teilweise ratlos und wusste überhaupt nicht, wie sie mit diesem Rückstand und der Abwehrwand umgehen sollte. Bochum hingegen kam zwar selten nach vorne, war aber eiskalt: Nach einer Ecke herrschte Konfusion im Gladbacher Strafraum und Zlatko Dedic markierte das 0:2, da Levels und Bailly machtlos waren (36.).
Für die einzige annähernd gefährliche Szene sorgte Heerwagen, der einige Male im Tor Bochums unsicher wirkte und einen Freistoß von Arango zur Ecke blockte (40.). Im Anschluss an diese kam Dante zum Kopfball, setzte das Leder aber weit neben den Kasten (41.). Jedoch mussten die Fans mit ansehen, wie die komplette Offensivabteilung der Borussen einen Totalausfall erlebte. Spielerisch war das zudem teilweise armselig, so hart das klingen mag, da die Fohlen sich ja bemühten, aber überhaupt nichts zustande brachten. Mit Pfiffen und viel Luft nach oben erlöste Schiri Rafati die Fans und schickte die Mannschaften in die Kabinen.
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Torschütze Dedic blieb draußen, für ihn kam Freier in die Partie. Mönchengladbach versuchte sofort Schadensbegrenzung zu betreiben und ging mit neuem Mut an die Sache ran. Zunächst Arango per Freistoß (46.) und Bradley mit einem Fernschuss (49.) scheiterten knapp. Freier musste sich indes behandeln lassen, da er im ersten Zweikampf der Partie etwas abbekommen hatte. Die Fohlen wiesen mehr Zug zum Tor auf, jedoch ohne Ergebnisse einfahren zu können. Nach rund 20 Minuten in der zweiten Halbzeit rauschte Paul Freier in ein Kopfballduell gegen Dante, woraufhin beide minutenlang behandelt und getackert werden mussten. In der Folge waren sie klar und deutlich an ihrem Turban zu erkennen.
Nach etwa einer Stunde hatte sich der Schwung der Borussen gelegt. Dann kam der 19-jährige Fabian Bäcker zu seinem Bundesliga-Debüt, für den Angreifer musste Moses Lamidi gehen (63.). Bochum spielte weiter sehr unaufgeregt und defensiv sehr sicher. Reus kam dann endlich einmal auf der Außenbahn durch und legte in die Mitte ab, doch Bäcker zog über das Tor (69.). Der Borussia lief jedoch die Zeit davon. Plötzlich stieg Brouwers zum Kopfball hoch, leitete weiter auf Bradley, der den Ball gefährlich auf's Tor brachte, doch Bochum rettete den Ball noch vor der Linie – die bis dato größte Chance der Borussia (74.)!
Bobadilla wirkte wie ein Spiegelbild der gesamten Leistung der Borussia, da dem Argentinier nicht wirklich etwas gelingen wollte. Doch auf einmal stand es nur noch 1:2, denn Fabian Bäcker machte mit seiner ersten Chance den Anschlusstreffer: Der kurz zuvor eingewechselte Herrmann brachte den Ball von links in den Strafraum in den Lauf des jungen Angreifers, der aus kurzer Distanz den Treffer markierte (80.). Wenig später setzte Bradley nach guter Vorarbeit von Reus über die rechte Seite den Ball etwas leichtfertig daneben (82.).
Gladbach war nun komplett auf Offensive ausgerichtet und setzte Bochum gehörig unter Druck. Frontzeck wechselte in der Nachspielzeit sogar noch den langen Verteidiger Kleine ein, sodass dieser bei hohen Bällen für mehr Gefahr sorgen sollte, doch die Chance dazu ergab sich nicht mehr. Stattdessen hätte Hashemian nach einem Konter über Freier den Sieg klarmachen können, doch Bailly hielt glänzend (93.). Ein weiteres Tor fiel nicht mehr.
SCHLÜSSELSPIELER
Bei den Gästen hatten Sestak und Dedic durch ihre Tore den Bärenanteil am Sieg. Bei den Fohlen konnte keiner so Recht überzeugen, obgleich die eingewechselten Bäcker und vor allem Herrmann für mehr Schwung sorgten.
SCHLÜSSELSZENE
In einer Phase, als eigentlich Gladbach die Feldüberlegenheit besaß, kam Bochum mit dem ersten Torschuss zur Führung. Davon erholten sich die Borussen bis zum Ende des Spiels nicht mehr.
SPIELER DES SPIELS: VfL Bochum
Die Bochumer zeigten eine geschlossene Mannschaftsleistung, bei der keiner der Spieler übermäßig herausragte. Das Kollektiv überzeugte.
SCHIEDSRICHTER – Babak Rafati: Note 5.5
Hatte eigentlich nicht viele schwierige Entscheidungen zu treffen und ohne großen Fehler. Der Kopfball von Bradley wurde klar vor der Linie abgewehrt und auch so bewertet. Jedoch gab es die ein oder andere Entscheidung, bei der Rafati die klare Linie vermissen ließ.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
SPIELNOTE: 5
Es war weiß Gott keine hochklassige Partie im Borussia Park, die viel vom Kampf lebte. Wer mit dieser Erwartung ins Stadion gegangen war, der bekam jedoch alles geboten. Achso, Tore gab es ja auch noch.
STATISTIK
Anstoß: Samstag, 16. Januar um 15.30 Uhr
Stadion: Borussia Park
Zuschauer: ca, 37.000
Tore: 0:1 Sestak (12.), 0:2 Dedic (36.), 1:2 Bäcker (81.)
FAZIT
Ein nicht unverdienter Sieg der Bochumer, die einfach kaltschnäutziger waren als die Fohlen und defensiv sehr kompakt standen und den Gegner kaum zu Chancen kommen ließen. Gladbach quälte sich fast zum Anschlusstreffer und baute erst danach Druck auf. Am Ende war das aber viel zu wenig, sodass die Elf vom Niederrhein zu Beginn der Rückrunde wieder mitten drin ist im Abstiegskampf.
Eure Meinung: Hat der VfL Bochum die Borussia mit diesem Sieg wieder voll in den Abstiegssumpf gezogen? Wie seht ihr die Leistungen der Teams?
-
Werdet OnlineFussballManager und führt Euer eigenes Team zum Titel!
Der erfolgreichste Fußballmanager Deutschlands und die weltweit größte Fußball-Community – sie machen jetzt gemeinsame Sache und spielen künftig den virtuellen Doppelpass.
-
Was wir in dieser Woche gelernt haben: Zu Hause geht gar nix, aber dafür ohne Robben
Das Runde muss ins Eckige, Magath besteigt den Hügel der Leiden & am Ende gewinnen immer die Deutschen. Soweit nichts Neues – oder doch? Was wir in dieser Woche gelernt haben...
-
Marktwerte: Manchester United vs. FC Liverpool - Die Zahlen sprechen eine klare Sprache
Am Samstag kommt es zum umkämpften Traditionsduell und Goal.com blickt vor dem Spiel auf die Marktwerte der beiden Mannschaften.
-
Magath und seine Jungs: Macht Felix in dieser Saison tatsächlich die 40 noch voll?
36 Spieler hat Felix Magath in dieser Saison schon eingesetzt - Bundesligarekord! Wenn Magath so weiter macht, packt er eventuell auch noch die 40er-Marke. Kandidaten gibt es noch!
-
Kein Spiel wie jedes andere: Roman Neustädter vor dem Duell mit Schalke 04
Dass es Roman Neustädter zu Schalke 04 zieht, ist längst fix. Nun muss er mit den Gladbachern seinen zukünftigen Klub im Titelkampf überflügeln.