Spielbericht Bundesliga: SV Werder Bremen – VfL Wolfsburg
Das Samstagstopspiel zwischen Werder Bremen und dem deutschen Meister fand keinen Sieger. Obwohl die Hausherren eine starke Teamleistung zeigten, waren es die Wolfsburger, die durch Dzeko zwei Führungen bejubeln durften. Naldo und Mertesacker machten jedoch ihre Fehler wieder Wett und halfen bei beiden Ausgleichstreffer, der letzte zum 2:2 fiel erst in der Nachspielzeit.
Bremen. Fast hätte der deutsche Meister drei Punkte aus dem Weserstadion stibitzt, doch am Ende kam Werder doch zum verdienten Ausgleich.
PERSONAL & TAKTIK
Im Vergleich zum 6:0-Erfolg in Freiburg wechselte Trainer Thomas Schaaf nur auf einer Position und brachte den wieder gesunden Kapitän Torsten Frings für Jensen in die Mannschaft. Ganz anders die „Wölfe“ bei denen Armin Veh gleich vier Spieler austauschte: Josue (Gelbsperre), Obafemi Martins (Verletzung), Alexander Madlung sowie Marcel Schäfer wurden von Andrea Barzagli, Fabian Johnson, Karim Ziani und Grafite ersetzt.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Trotz nasskaltem Schmuddelwetter wurde von Beginn an konzentrierter Fußball im Weserstadion präsentiert, bei dem Werder Bremen zunächst die Initiative ergriff und nach fünf Minuten alles von Diego Benaglio abverlangte, als Hugo Almeida eine Frings-Flanke auf die Stirn bekam. Mit einer Prachtparade konnte die Schweizer Nummer eins das Leder jedoch aus dem Winkel pflücken (5.). Immer wieder versuchten es die Hansestädter mit Flanken, Verteidiger Naldo setzte wenig später einen Kopfball nach einer Ecke einen halben Meter neben das Dreieck (18.).
Nach einer Phase des Kampfes setzte der VfL Wolfsburg auch einmal eine erste Duftmarke nach einem schnellen Konter und ließ Grafite Tim Wiese aus 14 Metern prüfen (26.). Auf einen misslungenen Schussversuch von Almeida folgte dann Werders größte Möglichkeit zur Führung, doch ein erneuter Kopfball Naldos nach Ecke von Marko Marin konnte vom kleinen Japaner Hasebe von der Linie gerettet werden (35). Sebastian Boenischs darauffolgenden Schussversuch, den Benaglio zur Ecke fausten konnte (38.), unterstrich die Dominanz der Hausherren, doch es war der deutsche Meister der durch Edin Dzeko aus dem nichts die Führung erzielte (42.). Der Bosnier, der zuvor 610 Minuten in der Liga kein Tor mehr erzielte, hatte im Zweikampf gegen Boenisch und Naldo leichtes Spiel und netzte danach aus neun Metern links ein. Werder kombinierte zwar bis zum Pausenpfiff weiter, auch wenn Marin vor lauter Powerplay die Lücke nicht fand, doch konnte am Spielstand nichts mehr ändern.
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Ohne personelle Änderungen gingen beide Nordlichter in den zweiten Durchgang, die mit einer kleinen Druckphase von Grafite begann, ehe die Werder-Chancenflut weiterging: Ein typischer Naldo-Knallerfreistoß nach hartem Hasebe-Foul an Marin konnte Benaglio sicher fangen (51.). Dann drehte Marin weiter auf: Nach schöner Kombination mit Mesut Özil war die Flanke jedoch einen Tick zu hoch für Almeida, der deshalb drüberköpfte (55.). Kurz darauf versuchte es der Ex-Gladbacher mit einem dreißig Meter-Hammer, doch wieder war Benaglio zur Stelle (59.). Erst nach einer Stunde schafften die Hausherren es, den Schweizer zu überwinden. Hasebe bekam die Kugel nach einer Marin-Ecke, auf die ein nächster Naldo-Kopfball folgte, nur schlecht geklärt und Hugo Almeida dankte mit einem Wuchtschuss zum Ausgleich aus dem Hinterhalt (62.).
Werder machte munter weiter, die VW-Kicker zogen sich immer weiter zurück, waren immer Standby für gute Kontermöglichkeiten, wie in der 76. Minute als Dzeko Per Mertesacker vernaschte, den Schuss jedoch nur ans Außennetz setzen konnte, oder Gentner per Kopf nach einer Ecke (79.). Kurz nachdem der eingewechselte Markus Rosenberg das 2:1 auf dem Fuß hatte, waren es wieder die „Wölfe“ die durch Dzeko die Führung bejubeln durften (85.), der nach einem schnell ausgeführten Ziani-Freistoß Mertesacker im Sechzehner abschüttelte und den Ball an Wiese vorbeiluchste. Die Schaaf-Truppe schmiss alles nach vorne und schaffte es tatsächlich noch in der Nachspielzeit den Ausgleich zu erzielen! Per Mertesacker sprang nach einer Ecke von Özil im Fünfmeterraum am höchsten und erlöste das Weserstadion nach diesem Krimi mit dem Endstand von 2:2 (92.).
SCHLÜSSELSZENE
Das 0:1 war ganz ärgerlich für die Werderaner. Man hatte den VfL unter Kontrolle, die Führung lag in der Luft – fiel jedoch auf der anderen Seite. Wegen Naldos und Boenischs Nachlässigkeit konnten die Gäste ihr Spiel durchboxen, sich hinten reinstellen und auf Konter lauern. Es kostete Werder eine Stunde, diese Mauer zu durchbrechen. Und kurz nach dem Ausgleich leistete sich Mertesacker den nächsten Schnitzer, der Wolfsburg in Führung brachte. Glück für Werder, dass der verdiente Ausgleich noch gelang.
SCHLÜSSELSPIELER
Statt Mesut Özil war Marko Marin heute der Schlüsselspieler im Mittelfeld, der konstant nach vorne wirbelte und Hugo Almeida bediente. Auch Naldos Vorstöße verursachten stets Gefahr, allerdings machte sich der Verteidiger durch seinen Patzer zum Eröffnungstreffer von Dzeko kaputt. Bei den „Wölfen“ konnte sich vor allem Diego Benaglio in Szene setzen, der eine Prachtparade nach der nächsten aus den Handschuhen zauberte. Dzeko konnte seine ganze individuelle Klasse in den wenigen Szenen, die er hatte, demonstrieren.
SPIELER DES SPIELS: Marko Marin
Dominantester Akteur im auffälligsten Dreieck mit Naldo und Almeida, der seine aufsteigende Formkurve bestätigte.
SCHIEDSRICHTER: Günter Perl – Note 6
Gute Spielführung, wenn auch vielleicht nicht die richtige Entscheidung in der 80. Minute keinen Handelfmeter für Bremen zu geben. Umstritten war Özils hartes Einsteigen bei der Ecke zum 2:2.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
SPIELNOTE: 7
Werder kombinierte wie immer drauf los, die „Wölfe“ bissen zu. Ein spannender Krimi bis zum Schluss.
FAZIT
Werder Bremen kommt am Ende doch noch zum verdienten Remis. Die Wolfsburger, die aus drei Chancen clever zwei Tore machten, hätten sich allerdings auch nicht über eine Niederlage beschweren können. Bedanken konnte die Veh-Elf sich jedenfalls bei Naldo und Mertesacker, die zwar ihre Fehler wieder ausbügelten, aber dennoch den VW-Kickern erst die Chance zum Punktgewinn ermöglichte.
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