Spielbericht Bundesliga: 1899 Hoffenheim - Borussia Dortmund

Ein packendes Duell erlebten die Zuschauer in der Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim. Nur der Ausgang dürfte den Fans der Hoffenheimer nicht gefallen haben. Gast Dortmund siegte nämlich mit 2:1. Vorallem die Schlussphase hatte es dabei in sich!

Bundesliga: TSG 1899 Hoffenheim - Borussia Dortmund: Christian Eichner & Jakub Blaszczykowski (Bongarts/Getty-Images)
Sinsheim. Fußballherz was willst du mehr? Drei Tore, ein Elfmeter, ein Platzverweis. Das Spiel zwischen Hoffenheim und Dortmund am 14. Spieltag der Bundesliga hatte das alles zu bieten. Am Ende siegte der BVB nicht unverdient mit 2:1.

PERSONAL & TAKTIK


Keine Überraschung gab es in der Aufstellung der Hoffenheimer. Rangnick setzte erneut auf eine Doppelsechs (Salihovic/Luis Gustavo) und stellte Carlos Eduardo hinter die drei Spitzen Obasi, Ba und Ibisevic. Hinten vertraute er auf seine Stammverteidigung.

Bei Dortmund beorderte Klopp Hummels in die Innenverteidigung, Santana musste stattdessen auf die Bank. Da der Ex-Bayern in der Viererkette gebraucht wurde, rückte Sven Bender nach seiner Verletzung sofort wieder in die Startelf. Im Sturm vertraute der BVB auf Barrios, Zidan und etwas überraschend auch Großkreutz.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Das nennt man dann wohl einen Traumstart! Bereits nach zwei Minuten gingen die Gäste aus Dortmund in Führung. Sahin eroberte im Mittelfeld den Ball, über Barrios kam der Ball zu Kuba, der flach ins rechte Eck einschob (2.). Jürgen Klopp kündigte schon vor dem Spiel an, dass man „Hoffenheim, den Schneid abkaufen wolle“. Durch den frühen Führungstreffer konnte sich der BVB zurückziehen und die Räume geschickt eng machen. Hoffenheim musste das Spiel machen und sah sich mit einer Gelb-Schwarzen-Wand konfrontiert. Die Rangnick-Truppe fand aber zu keiner Phase des ersten Abschnittes ins Spiel. Im Gegenteil: Dortmund setzte gekonnt Nadelstiche und hatte alles im Griff. Kurz vor der Pause dann fast das 2:0 für die Gäste: Zidan flankte von der Grundlinie in die Mitte, doch Hildebrandt lenkte die Kugel, die von Großkreutz kam, gekonnt über die Latte (46.). Dortmund führte zur Pause verdient mit 1:0, Hoffenheim ideenlos.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Die Kabinenpredigt von Ralf Rangnick hat offenbar ihre Wirkung nicht verfehlt, denn nur wenige Minuten nach dem Seitenwechsel war Demba Ba zur Stelle. Der Senegalese beförderte den Ball per Kopf in die Maschen, nachdem Hummels unter dem Ball durchsprang (49.). Der Ausgleich gab den Kraichgauern sichtlich Auftrieb, denn in der Folge spielten sie befreiter auf und schnürten die Dortmunder hinten ein. Doch der BVB war nur kurz geschockt und stellte sich relativ schnell wieder auf die neuen Umstände ein. Chancen waren in dieser Phase Mangelware. Die Schlussminuten sollte es dann aber nochmal in sich haben. Eingeleitet wurde das Finale furioso mit einem elfmeterreifen Foul von Joe Simunic (78.). Den fälligen Elfmeter verwandelte Nuri Sahin zur erneuten Führung für die Gäste (79.). Nur eine Minute später flog der eingewechselte Maicosuel nach einer Tätlichkeit vom Platz (80.), doch Roman Weidenfeller flog in dieser Situation sehr theatralisch zu Boden. In der Folge warf 1899 nochmal alles nach vorne, doch mehr als zwei Freistöße von Sejad Salihovic sollten nicht mehr herausschauen. Dortmund feierte am Ende einen nicht unverdienten Sieg.

SCHLÜSSELSPIELER

Dortmund präsentierte sich vorallem in der Defensive bärenstark. Der Viererblock mit den zwei Innenverteidigern Hummels und Subotic sowie den zwei defensiven Mittelfeldspielern Bender und Sahin war kaum zu überwinden und sorgte auch nach vorne hin für Akzente.

Bei Hoffenheim konnte kein Schlüsselspieler Normalform erreichen, selbst der zuletzt überragende Eduardo war bei Bender und Sahin gut aufgehoben.

SCHLÜSSELSZENE

Als der Schiedsrichter in der 79. Minute auf den Elfmeterpunkt zeigte, stockte den Zuschauern der Atem und auch die Spieler der Hoffenheimer konnten auf den neuerlichen Rückstand nicht mehr entscheidend reagieren. Ohne den Pfiff wäre das Spiel wohl zumindest Unentschieden aus Sicht der Hausherren ausgegangen.

SPIELER DES SPIELS: Nuri Sahin

Der Türke entwickelt sich immer mehr zum wichtigsten Spieler im System von Jürgen Klopp. „Dortmunds Pirlo“ lenkt die Geschicke aus dem zentralen defensiven Mittelfeld heraus und ist in der Offensive immer mit dabei. Sein Elfmetertor zum 2:1 brachte den Sieg.

SCHIEDSRICHTER – Note: 6

Michael Kempter hatte heute einen schweren Job, weil das Spiel alles hatte, was ein packendes Bundesliga-Duell ausmacht. Beim Elfmeter lag er richtig, auch die Tätlichkeit kann man geben. Genauso muss man sie aber auch nicht.

Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).

SPIELNOTE: 7


Es war nicht immer hochklassig, doch die Partie hielt das was sie versprach. Drei Tore, eine Rote Karte, ein Elfmeter – was will man mehr?

STATISTIK

Anstoß: Samstag, 28. November um 15.30 Uhr
Stadion: Rhein-Neckar-Arena
Zuschauer: 30150 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Blaszczykowski (2.)

FAZIT

Jürgen Klopp hatte seine Mannschaft taktisch perfekt eingestellt und zog so den Hoffenheimern den Zahn. Da Eduardo nicht wie gewohnt ins Spiel kam, hingen auch die Angreifer etwas in der Luft. Alles in allem ein nicht unverdienter Sieg der Borussen.

Eure Meinung: Habt ihr dieses Ergebnis erwartet?





 
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