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Spielbericht Bundesliga: Hertha BSC Berlin – Eintracht Frankfurt
Der Weg der Berliner Hertha geht nach der Heimpleite der Hertha gegen Frankfurt immer deutlicher Richtung zweite Bundesliga. Die Mannen von Trainer Funkel zeigten ganz wenig Konstruktives und leisteten sich in der Defensive viele Unzulässigkeiten. Frankfurt sagte danke und siegte völlig verdient.
Von Christoph VOGEL
Berlin. Eintracht Frankfurt siegte bei Hertha BSC Berlin mit 1:3 (0:1) und schickte die Hauptstädter damit immer tiefer in die Frustration. Berlin steht nach der Niederlage vor dem Gang in die zweite Liga, da die Leistung vom heutigen Nachmittag nicht viel Grund zur Hoffnung gibt. Die Eintracht zeigte sich stark verbessert gegenüber der Vorwoche und siegte auch in der Höhe verdient.
PERSONAL & TAKTIK
Die Hertha versuchte sich zu Beginn mit zwei Angreifern, wobei Raffael hinter dem Bulgaren Domovchiyski eher eine hängende Spitze bildete. Der zuletzt kritisierte Gojko Kacar spielte neben Cicero den defensiveren Part im zentralen Mittelfeld. Bei der Eintracht hatte sich die Personalsituation etwas entspannt, da Liberopoulos wieder zur Verfügung stand. Dadurch konnte Korkmaz wieder zu Cris, Schwegler und Bajramovic ins Mittelfeld zurück rücken. Im System ähnelten sich beide Mannschaften auf dem Papier.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Da kein Team mit Selbstvertrauen aus den vergangenen Partien ausgestattet war, bemühten sich die Beteiligten erst einmal um sicheres Passspiel und suchten die Bindung zum Spiel. Hertha stand besonders unter Siegdruck, doch schon nach etwas mehr als zehn Minuten stachen die Gäste zu: Liberopoulos spielte einen hohen Pass über die Abwehrkette der Berliner, Pejcinov ließ Ochs einfach laufen, der den Ball an Drobny vorbei ins Tor schob (11.). Die Verunsicherung der Hertha nach dem Gegentreffer war zu spüren, denn damit lief natürlich gar nichts mehr nach Plan.
Bei den Hausherren klappte rein gar nichts und Alexander Meier verpasste nach einer Flanke von Ochs freistehend gar das frühe 0:2 (19.). Berlin bestach durch Ideenlosigkeit und insbesondere in Person von Pejcinovic durch fahrlässiges Zweikampfverhalten. Der ließ Ochs ein drittes Mal völlig unbewacht und schaute nur zu, als der Frankfurter auf den kurzen Pfosten abziehen konnte, Drobny aber retten konnte (23.). Auch Liberopoulos durfte sich mal probieren, aber sein Versuch aus dem Strafraum endete in den armen Drobnys (25.). Berlin gab ein katastrophales Bild ab und rief bei den Fans nur Kopfschütteln hervor. Domovchiyski sorgte zum ersten Mal für sowas wie Gefahr im Frankfurter Strafraum (28.). Nach einer halben Stunde rüttelte sich Berlin wach und kam durch Nicu zur bis dato besten Chance der Hausherren (32.).
Pejcinov blieb defensiv ein echter Unsicherheitsfaktor und es war verwunderlich, dass Trainer Funkel den Serben nicht schon nach 20 Minuten vom Feld genommen hatte. Schiri Dr. Fleischer hatte irgendwann ein Einsehen und schickte die Teams unter dem Pfeifkonzert der Hertha-Fans in die Kabinen.
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Funkel reagierte und brachte zu Beginn des zweiten Abschnitts Ramos für Domovchiyski. Und siehe da: Berlin machte sich auf den Weg nach vorne. Für Gefahr sorgte dafür zunächst die Eintracht: Korkmaz tankte sich auf links in den Strafraum durch, konnte denn Ball aber nicht an Drobny vorbei ins Tor stochern (50.). Aber es war klar zu erkennen, dass die Hertha mit neuem Mut und Willen in die zweite Hälfte gegangen war, ogleich Chancen noch ausblieben. Zu oft verzettelten sich die Weiß-Blauen in den Situationen, wo ein Torschuss hätte erfolgen können. Frankfurt dagegen ließ den Gegner kommen und lauerte auf Konter.
Nach zwei Dritteln hatte das Spiel ein niedriges Niveau erreicht, doch Maik Franz löste alle aus dem Mittagsschlaf: Der ganz starke Patrick Ochs flankte von rechts genau in den Laufweg des Verteidigers und Franz nutzte die Gelegenheit aus kurzer Entfernung zum 0:2 (70.). Bei dieser Aktion war kein Gegenspieler weder beim Flankengeber, noch beim Torschützen. Im Anschluss verließen die ersten Fans frustriert und schockiert das Stadion, dabei verpassten sie die Großchance durch Ochs, der frei vor Drobny scheiterte (74.). Dann waren sie aber doch froh, das Stadion verlassen zu haben, denn die Eintracht verpasste der Hertha einen weiteren Nackenschlag: Berlin bekam einen Eckball nicht raus, das Leder landete dann bei Meier, der aus fünf Metern überhaupt keine Probleme hatte – 0:3 (75.)!
Immerhin: Die Hertha zeigte, dass sie sich nicht abschlachten lassen wollte und traf durch Ramos nach Vorlage von Pejcinovic zum 1:3 (81.). Doch die Hoffnung auf ein Wunder blieb gering, denn Frankfurt machte es nicht mehr spannend und hielt die Konzentration oben. Der Frust der Berliner entlud sich in der Nachspielzeit in Person von Friedrich, der sich durch ein rüdes Foul auch noch die fünfte gelbe Karte abholte und somit am nächsten Spieltag gesperrt ist.
SCHLÜSSELSPIELER
In den Berliner Reihen ragte kein Spieler positiv heraus, zu schlecht war die Leistung im Kollektiv. Bei der Eintracht überragten Ochs und Franz, auch Offensivspieler Meier zeigte vielleicht seine beste Saisonleistung.
SCHLÜSSELSZENE
Patrick Ochs durchbrach früh die taktische Marschrichtung von Trainer Funkel, indem er mit dem 0:1 einen echten Nackenschlag verpasste. So stärkte Frankfurt sein angeknackstes Selbstvertrauen.
SPIELER DES SPIELS: Patrick Ochs
Der Rechtsverteidiger wurde von Trainer Skibbe im Mittelfeld aufgeboten, was genau die richtige Entscheidung war. Ochs bereitete einen Treffer vor und traf selbst ins Schwarze.
SCHIEDSRICHTER: Note 7
Dr. Helmut Fleischer hatte überhaupt keine Probleme mit der Leitung dieser Partie, da es ihm die Spieler auch leicht machten.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
SPIELNOTE: 6
Geschätzte 90 % der Partie brachte die Hertha nichts zustande und die Eintracht musste die gegebenen Chancen nur nutzen, was sie auch eiskalt tat. Spielerisch auf einem niedrigen Niveau, aber dank am Ende doch vier Toren für die Eintracht-Fans sehr unterhaltend.
STATISTIK
Anstoß: Samstag, 28. November, 15.30 Uhr
Stadion: Olympiastadion, Berlin
Zuschauer: ca. 48.000
Tore: 0:1 Ochs (11.), 0:2 Franz (70.), 0:3 Meier (75.), 1:3 Ramos (81.)
FAZIT
Wo soll das enden, liebe Hertha? Auch heute war das sehr wenig. Frankfurt nutzte Berlin als Aufbaugegner und schickte die Hausherren mit dem Sieg schon fast in Richtung zweite Liga. Die Fans machten ihrem Ärger Luft und pfiffen zum Schluss die Mannschaft aus, wenn sie nicht schon längst das Stadion verlassen hatten.
Eure Meinung: Ist der Abstieg für die Hertha noch zu verhindern? Was muss bei Berlin passieren?
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