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Spielbericht Bundesliga: VfL Bochum – 1. FC Köln
Im Freitagsspiel der Bundesliga trennten sich Bochum und Köln redlich friedlich Unentschieden. Die Fans im Stadion sahen keine Tore und ein schwaches Spiel mit wenig Höhepunkten.
Von Christoph VOGEL
Köln. Mit einem 0:0 verpassten es sowohl der VfL Bochum, als auch der 1. FC Köln, den entscheidenden Schritt in die richtige Richtung der Tabelle zu machen. Bochum hätte Köln mit einem Sieg überholen können, doch dafür herrschte über 90 Minuten viel zu wenig Gefahr vor dem Tor von Kölns Mondragon.
PERSONAL & TAKTIK
Hinter dem Bochumer Stanislav Sestak formierte sich eine offensive Dreierreihe bestehend aus Ono, Grote und Prokoph, der zu seinem ersten Einsatz von Beginn an kam. Die Kölner mussten ohne den gelbgesperrten Podolski auskommen, doch immerhin stand Novakovic in der Startelf, nachdem ihm Trainer Soldo noch kurz zuvor das Amt des Kapitäns entzogen hatte. Die Gäste agierten in einem 4-1-4-1, in dem Novakovic und Pezzoni die Kontaktmänner zwischen den Viererreihen bildeten.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Die Kölner begannen überraschend forsch, obwohl das System auf dem Papier eher eine Mauertaktik erahnen ließ. Bochum wartete erst einmal ab und ließ die Gäste kommen. Deutlich war zu sehen, dass Köln mit mehr Engagement als noch zuletzt in der Anfangsphase zu Werke ging. Erst nach fast einer Viertelstunde brachte Dabrowski nach einem Freistoß den Ball gefährlich aufs Tor, aber sein Kopfball ging genau in die Hände von Mondragon (14.). Man merkte, dass keines der Teams zu früh zu viel riskieren wollte und es entwickelte sich ein zerfahrenes Spiel. Köln erkämpfte sich ein Übergewicht an Ballbesitz, konnte das aber außer bei einem Freistoß aus 30 Metern von Chihi nicht nutzen (19.).
Von den Hausherren kam nicht viel, oft ließen sie sich von den bissigen Kölnern schon im Mittelfeld den Ball abjagen. Die Fans waren demnach überhaupt nicht einverstanden mit der Leistung ihrer Mannschaft, die von der Laufbereitschaft der Gäste beeindruckt schienen. Da aber auch die nicht spielerisch in Erscheinung traten pendelte sich das Spiel auf einem eher niedrigen Niveau ab, welches aber kämpferisch überzeugen konnte.
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Während Soldo nicht wechselte, nahm sein Gegenüber Herrlich mit Concha und Grote zwei Leute raus und brachte dafür Epalle und Klimowicz. Und tatsächlich: Bochum bemühte sich nun mehr und ließ den Kölnern nicht mehr so viel Platz wie noch in der ersten Hälfte. Im Gerangel nach einer Ecke brachte Geromel den eingewechselten Klimowicz zu Fall, befand sich aber (zu seinem Glück) nicht im Blickfeld des Schiris (60.). Sestak indes blieb lange unauffällig, hatte aber dann nach einer Ecke seine große Chance, schoss aber in die Arme von Mondragon (65.).
Von Köln war bis zwanzig Minuten vor dem Ende nichts Zwingendes mehr zu sehen, dann aber richtig: Novakovic setzte sich auf links im Laufduell gegen zwei Bochumer durch und gab zurück zum Elfmeterpunkt zu Petit. Der Portugiese zielte zu genau und platzierte den Ball an den rechten Innenpfosten (68.). Die Szene war jedoch kein Weckruf, sondern die Mannschaften ließen das Tempo stattdessen wieder etwas ruhen. Köln wollte das zehn Minuten vor dem Ende nicht auf sich sitzen lassen und ausgerechnet der gescholtene Novakovic hätte das Tor machen MÜSSEN: Der Slowene kam innerhalb des Strafraums frei zum Schuss, zog aus der Drehung mit links ab und haute den Ball aus bester Position rechts vorbei (84.).
Keiner wollte in der Schlussphase den entscheidenden Fehler machen. Doch irgendwie machte keiner mehr irgendwas, sodass Schiri Aytekin beim Stand von 0:0 abpfiff – unter den Pfiffen der Fans.
SCHLÜSSELSPIELER
Kreativ ragte kein Akteur auf dem Rasen
heraus, als „Schlüsselspieler“ kann man dennoch Novakovic und
Petit sehen, die die größten Chancen versiebten. Chihi zeigte viele gute Ansätze.
SCHLÜSSELSZENE
Die Schlussphase der Partie war schon längst eingeläutet, da hätte Novakovic ein ganz deutliches Zeichen Richtung Trainerbank setzen können. Hätte, wäre, wenn: Sein Schuss ging daneben.
SPIELER DES SPIELS: Pedro Geromel
Der Verteidiger bildete mit Mohammad ein solides Duo und steigerte sich deutlich im Vergleich zum Spiel der Vorwoche.
SCHIEDSRICHTER – Note: 4
Deniz Aytekin übersah eine
elfmeterreife Aktion im Kölner Strafraum nach rund einer Stunde. Auf
der Gegenseite hätte er Chihi ebenso einen Strafstoß geben können. Hatte ansonsten mit vielen Unterbrechungen zu kämpfen.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
SPIELNOTE: 3
Es war über weite Strecken keine hochklassige Partie, die nur vom Kampf und der Spannung lebte. Großchancen wie die von Novakovic und Petit hatten Seltenheitswert.
STATISTIK
Anstoß: Freitag, 27. November um 20.30 Uhr
Stadion: Rewirpower Stadion
Zuschauer: ca. 27.000
Tore: Fehlanzeige
FAZIT
Nach den Unruhen unter der Woche kann die gezeigte Leistung des 1. FC Köln als ein Schritt in die richtige Richtung gewertet werden. Hätten Petit oder Novakovic ihre großen Möglichkeiten genutzt, wären die schwachen Bochumer als Verlierer vom Platz gegangen. So blieb es beim torlosen Remis, das keinem so richtig weiterhilft.
Eure Meinung: Wieviel ist der Punkt für beide Teams nun wert?
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