Spieleraufstand gegen Soldo!

Am Geißbockheim geht es derzeit drunter und drüber. Der spielerische Offenbarungseid am Wochenende nicht genug: Nach dem jüngsten Zoff um die Abholung per Privatjet von der WM-Party der beiden slowenischen Nationalspieler Brecko und Novakovic scheint das Tischtuch zwischen Mannschaft und Trainer nach der 0:4-Klatsche daheim gegen Hoffenheim weiter zu zerreißen.

Krisenrat beim FC (Bongarts/Getty-Images)
Von François DUCHATEAU

Köln.
Wie mehrere Zeitungen erfahren haben, soll es am Sonntag einen Aufstand der Spieler gegen Trainer Zvonimir Soldo gegeben haben. Auch Präsident Wolfgang Overath war während der anderthalbstündigen Sitzung anwesend. Interna gelangen an die Öffentlichkeit. Gibt es einen Maulwurf?

Maniche kritisiert das zu defensive Training

Als der Kroate, wie auch bereits nach der schwachen Leistung gegen Hannover 96, eine Erklärung seiner Führungsspieler für die desolate Leistung gegen 1899 Hoffenheim verlangte, griffen diese ihren Trainer zunächst einzeln, dann im Kollektiv an. Starspieler Maniche kritisierte die Übungseinheiten: „Trainer, wir trainieren viel zu defensiv! Wir müssen offensiv viel mehr einstudieren, nach vorne sind wir doch gar nichts“, sollen laut Express seine Worte gewesen sein. Soldos Retourkutsche ließ nicht lange auf sich warten: „Spiel die Pässe erst einmal korrekt“, entgegnete er mit Unterstützung von Co-Trainer Ümit Özat. Wenn man bereits nach Minuten 0:2 zurückliege, habe dies weniger mit den Übungseinheiten, sondern viel mehr mit der Einstellung zu tun. „Wir sind keine Mannschaft! Das ist unser Problem!“, stellte Taner Yalcin treffend fest.

Ärger um Novakovic

Als nächstes meldete sich der Dauerverletzte Pierre Womé zu Wort und kritisierte die Aufstellung der beiden slowenischen Nationalspieler: „Novakovic und Brecko hätten niemals von Beginn an spielen dürfen, sie kamen verspätet zu uns, hatten einen Staatsempfang und Feierlichkeiten hinter sich und waren deshalb müde. Ich finde, sie
hätten auf die Bank gehört!“ Kapitän Milivoje Novakovic soll zunächst geschwiegen haben, forderte dann jedoch mehr Rückendeckung vom Coach, als dieser meinte: „Ich habe dich hier vom ersten Spieltag an unterstützt, aber von dir kommt nichts zurück.“ Ein neuer Höhepunkt des schwierigen Verhältnisses beider Protagonisten. Medien spekulieren bereits, ob ein neuer Spielführer ernannt werden soll. „Kein Kommentar“, lautete Soldos Reaktion auf die Gerüchte.

Schicksalsspiel gegen Bochum

Präsident Wolfgang Overath war Zeuge, wie der Cheftrainer förmlich gedemütigt wurde, wollte die Vorgänge jedoch nicht publik machen. „Die Sitzung war intern und das bleibt sie.“ Auch er stauchte die versammelte Mannschaft noch einmal zusammen und stellte sich demonstrativ hinter den Coach, indem er kein Ultimatum, sondern sein vollstes Vertrauen aussprach. Über die Intensität der Krisenrunde äußerte sich der Trainer-Neuling wie folgt: „Ich habe es nicht als Aufstand der Spieler empfunden.“ Die Tatsache bleibt jedoch, dass das Verhältnis zwischen Kader und Trainer gestört ist, wie auch der Eindruck gegen Hoffenheim bestätigte. Bereits am Freitag trifft der 1. FC Köln auf den VfL Bochum. Ein echtes Schicksalsspiel, nicht nur für den Verein, sondern vor allem für den Trainer. Eine Reaktion wird an der Castroper-Straße erwartet. Eine Denkpause für Novakovic etwa? „Ich muss gar nichts“, so Soldo dazu. „Wir müssen nur eine intakte Mannschaft auf dem Platz haben – das ist meine Aufgabe, dafür werde ich sorgen.“

Was sagt ihr zu den Zuständen beim 1. FC Köln? Wer ist schuldig für die Misere – der Trainer oder die Spieler? Welche Konsequenzen müssen folgen?



 
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