Soldo vor Schicksalsspiel in Bochum

Ein um den Klassenerhalt bemühter 1. FC Köln kann durchaus einmal gegen ein 1899 Hoffenheim in Topform verlieren. Diese Punkte muss man in seiner 40-Punkte-Rechnung nicht einkalkulieren. Die Frage nach dem WIE stellt sich jedoch nach dem gestrigen Debakel. Zvonimir Soldo muss gegen Bochum nun rasch eine Antwort parat haben.

Zvonimir Soldo  (Bongarts/Getty-Images)
Kommentiert von François DUCHATEAU

Köln.
Mit 4:0 haben sich die hornlosen „Geißböcke“ abschlachten lassen, ohne eine Spur von Gegenwehr. Spielt da etwa die Mannschaft gegen den Trainer?

Spielt die Mannschaft gegen den Trainer?

Die Tischdecke zwischen den slowenischen Nationalspielern Brecko sowie Novakovic und ihrem kroatischen Chef scheint jedenfalls nach dem jüngsten Zoff um die WM-Party des Duos zerschnitten. Nicht nur im Kampf um den Klassenerhalt wird der Clash am Freitag gegen den VfL Bochum, der übrigens heute den Hamburger SV niederfightete, zum echten Schicksalsspiel für Zvonimir Soldo, auch seine persönliche Zukunft steht auf dem Spiel.

Unmittelbare Reaktion in Bochum ist gefordert

Das Heimdebakel gegen Hoffenheim fordert eine unmittelbare Reaktion in Bochum. Entweder eine der Mannschaft, die beweisen muss, dass sie kämpfen will und ob sie überhaupt noch hinter ihrem Trainer steht oder schon gegen ihn spielt. Oder Soldo muss die Reißleine ziehen und den scheiternden Akteuren einen Denkzettel verpassen. Miso Brecko und Milivoje Novakovic haben ihren ja bereits in aller Öffentlichkeit am Samstag bekommen mit ihrer Auswechslung.

Soldos Zwickmühle: Kader zu dünn für Denkzettel. Nun die Jungen ins kalte Wasser schmeißen?

Doch da steckt Soldo in der Klemme. Im Gegensatz zu anderen Trainerkandidaten waren seine Forderungen nach weiteren Neueinkäufen vor der Saison nicht so ausgeprägt. Nun steht er vor einem dünnen Kader, bei dem auf der Bank kaum adäquaten Alternativen bereitstehen, wenn Stammspieler ihre Leistung nicht bringen. Ein Sanou oder ein Brosinski haben einfach weder das Zeug ein Spiel zu drehen, noch einen Novakovic zu ersetzen. Viele Anhänger fordern, einfach mal junge Talente wie Yalcin oder Ziellinsky ins kalte Becken zu schmeißen und hoffen, dass bei ihnen zumindest der Einsatz stimmt. Doch kann dies das die notwendige Reaktion auf den spielerischen Offenbarungseid gegen 1899 sein? Solange bis das Winter-Transferfenster öffnet vielleicht ja.

Ein Zeichen setzen

Nun sind vor allem Zeichen wichtig, eines, das unterstreicht, dass es so unverändert wie bisher nicht mehr weitergehen kann. Der 1. FC Köln startete mit Kombinationsfußball in die Saison und verlor. Als mit jedem Spiel die offensive Klasse weiter abnahm, folgten plötzlich die Punkte. Nun ist weder noch vorhanden. Ein Handeln ist notwendig, um am Ende nicht mit leeren Händen dazustehen.

Was meint ihr: Spielt die Mannschaft gegen Soldo? Sollten die Spieler ein Zeichen setzen oder wird der Trainer dies gegen Bochum tun? Wie kommt der FC aus seiner misslichen Lage?

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