Spielbericht Bundesliga: Hamburger SV – VfL Bochum

Nach vier Bochumer Niederlagen in Folge konnte der VfL beim Hamburger SV die Negativserie stoppen. In Hamburg siegte die Herrlich-Elf mit 1:0, obwohl die Hanseaten die besseren Chancen hatten. Damit haben die Rothosen den Anschluss an Tabellenführer Bayer Leverkusen verloren, für die Bochumer war es ein großer Befreiungsschlag.

Hamburgs Marcell Jansen und Eljero Elia gegen Bochums Shinji Ono (Bongarts/Getty-Images)
(sh) Hamburg. Der Hamburger SV musste sich im Heimspiel gegen den VfL Bochum mit 0:1 geschlagen geben. Für VfL-Coach Heiko Herrlich war es der erste Sieg mit den Bochumern. Die Rothosen haben den Anschluss an Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen verpasst. Der HSV konnte somit in den vergangenen fünf Bundesliga-Partien keinen Sieg feiern.

PERSONAL & TAKTIK

Von Verletzungssorgen bleibt der Hamburger SV in dieser Spielzeit aber nun wirklich nicht verschont. Coach Bruno Labbadia musste auch gegen den VfL Bochum auf seine langzeitverletzten Akteure verzichten. Mit  Jonathan Pitroipa, Marcus Berg, Jerome Boateng und Tunay Torun wurde das HSV-Lazarett noch größer. Nationalspieler Jerome Boateng wurde durch den Tschechen David Rozehnal ersetzt, Berg und Torun saßen immerhin auf der Bank. Beim Schweden Marcus Berg reichte es zumindest für die Reservebank. Altmeister Zé Roberto fiel zum ersten Mal in dieser Saison aus aufseiten der Hanseaten. Labbadia setzte sein Vertrauen in der Offensive in den jungen Tolgay Arslan.

Beim VfL Bochum haben sich die Verantwortlichen auf die Rückkehr der WM-Siegtorschützen Dedic und Yahia gefreut. Beide konnten allerdings nicht auflaufen. Mimoun Azaouagh, der unter Woche noch unter muskulären Problemen litt, konnte zwar beginnen, musste jedoch schon früh ausgewechselt werden.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE


Die Hausherren wurden ihrer Favoritenrolle gleich von Beginn an gerecht. Während sich der Hamburger SV gleich von Anfang an gute Möglichkeiten erspielte, schauten sich die Bochumer das Geschehen auf dem Rasen meist nur in der Zuschauerrolle an. Rund 55.000 Zuschauer sahen schon nach sechs gespielten Minuten die große HSV-Möglichkeit durch Eljero Elia, der jedoch unbedrängt zu wenig aus seinem Platz machte. Weitere Schussversuche von Piotr Trochowski (9.) und David Jarolim (17.), sowie ein Trochowski-Freistoß in der 22. Minute, wurden von Bochums Schlussmann Philipp Heerwagen ohne Probleme pariert.

Die Gäste aus dem Ruhrgebiet kamen erst in der 28. Minute zu ihrer ersten Möglichkeit. Onos Direktabnahm wurde allerdings zum Eckball abgefälscht. Weitere (positive) Highlights gab es bei den Bochumern im ersten Spielabschnitt nicht zu bestaunen, im Gegenteil: Der VfL hatte in der 33. Minute sogar großes Glück, dass ein Tor von Mathijsen nicht anerkannt wurde. Schiedsrichter Günter Perl hatte ein fragwürdiges Foul vor dem Kopfball des Niederländers gesehen.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Der Hamburger SV machte in den ersten 45 Minuten zu wenig aus seiner Feldüberlegenheit, das wollten die Hanseaten im zweiten Spielabschnitt selbstverständlich verändern. Doch zu Beginn der zweiten Halbzeit bot sich den Zuschauern an der Elbe kein unverändertes Bild.  Bochum stand weiterhin nur in der Defensive und kam nur zu wenigen Angriffsbemühungen, während die Hausherren bemüht waren, den ersten Treffer der Partie zu erzielen.

Die erste Möglichkeit der zweiten 45 Minuten gab es für die Hamburger in der 59. Minute, nach einem Kopfballversuch von Tesche. Es fehlte allerdings die letzte Konsequenz bei den HSV-Angriffsbemühungen. Nachdem aufseiten der Bochumer bereits Mimoun Azaouagh (34.) und Joël Epalle (46.) verletzungsbedingt ausgewechselt werden mussten, machte das große Pech auch vor dem Hamburger SV keinen Halt: Piotr Trochowski musste in der 73. Minute angeschlagen ausgewechselt werden. Guy Demel, der in der zweiten Halbzeit fast nur humpelte, wurde von Bruno Labbadia überraschenderweise jedoch nicht ausgetauscht.

Neben den Verletzungssorgen auf beiden Seiten kamen vor allem die Hausherren in der Schlussphase drangvoller daher. Ein Kopfball von Tesche (74.) wurde von Bochums Prokoph auf der Linie mit dem Kopf geklärt. Vorne trafen die Hamburger nicht und hinten machten sie in der 77. Minute einen folgeschweren Fehler, als sich der HSV-Abwehrverbund ausspielen ließ und Dennis Grote die unverdiente 1:0-Führung erzielen konnte. Und obwohl auch noch HSV-Keeper Rost in den VfL-Strafraum lief, die Hamburger mussten sich nach 90 Minuten unglücklich mit 0:1 geschlagen geben.

SCHLÜSSELSZENE

Der Hamburger SV machte das Spiel und ging in der 32. Minute sogar in Führung. Schiedsrichter Günter Perl pfiff das Tor jedoch zurück, weil er zuvor ein angebliches Foulspiel gesehen hat. Elia habe Bochums Torhüter Heerwagen nach einem Eckball behindert. Mathijsens Kopfballtreffer zählte nicht, eine strittige Entscheidung!

SCHLÜSSELSPIELER

Stanislav Šesták war unter der Woche noch mit der Nationalmannschaft unterwegs, in Hamburg hatte der VfL-Stürmer eine glänzende Minute, nämlich die 77. - Sestak setzte sich am rechten Flügel durch, passte vors Hamburger Tor und bereitete den entscheidenden 1:0-Siegtreffer vor.

SPIELER DES SPIELS – Dennis Grote

Dennis Grote wurde in der 34. Minute für den verletzten Mimoun Azaouagh eingewechselt. Danach ließ sich Grote nur wenige Augenblicke Zeit, um seinen ersten Torschuss abzugeben. Bis zur 77. Minute tauchte er dann fast ab, um vor dem HSV-Gehäuse wieder aufzutauchen. Grote erzielte den entscheidenden Treffer zum 1:0 und sorgte somit für drei wichtige VfL-Punkte.

SCHIEDSRICHTER: Günter Perl (Pullach) – Note 6

In seinem sechsten Spiel in dieser Saison machte Schiedsrichter Günter Perl keine gute Figur. Hatte in den 90 Minuten zwei, drei strittige Szenen zu beurteilen und lag dabei nicht immer richtig.

SPIELNOTE: 3.5

Es war ein Spiel, das vor allem durch die vielen Verletzungsprobleme beherrscht wurde. Dem Hamburger SV fehlten die spielerischen Mittel, dennoch erarbeiteten sie sich einige gute Einschussmöglichkeiten. Bochum schaute fast nur zu und machte aus der ersten Möglichkeit das 1:0. Ein schwaches Spiel von beiden Seiten.

FAZIT

Der Hamburger SV hat den Anschluss an Tabellenführer Bayer 04 Leverkusen verloren. Für den VfL Bochum sieht die Tabellensituation nun etwas besser aus: Die Herrlich-Elf hat den Anschluss an das rettende Ufer geschafft.

Eure Meinung: Wie beurteilt Ihr die Leistungen der beiden Mannschaften?


 
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