Spielbericht Bundesliga: SC Freiburg – Werder Bremen

Werder Bremen kam in Freiburg zu einem herausragenden 6:0 Erfolg und übernahm damit vorübergehend die Tabellenführung. In einem einseitigen Spiel konnten die Freiburger nie richtig mithalten.

Bundesliga: SC Freiburg - Werder Bremen, Hunt und Makiadi im Zweikampf (Bongarts / Getty Images)
(rb) Freiburg. Der SC Freiburg ging zu Hause gegen Werder Bremen mit 0:6 (0:2) unter und muss sich wieder nach unten orientieren, während die Gäste vorübergehend neuer Tabellenführer sind und wieder ein Spektakel mit einer hervorragenden Offensivleistung boten.

PERSONAL & TAKTIK

Robin Dutt hatte zwei Überraschungen parat. Neben Cedric Makiadi, der als Rechtsverteidiger fungierte, bekam auch Daniel Cagliuri überraschend den Vorzug gegenüber Yacine Abdessaki. Die Mannschaft war von der Grundausrichtung her offensiv eingestellt und man wollte mit den Bremern mitspielen.

Bei Werder gab es nicht viele Überraschungen. Hugo Almeida ersetzte Claudio Pizarro und Philipp Bargfrede spielte vor der Abwehr. Auf den Seiten agierten Daniel Jensen und Aaron Hunt. In der Abwehr vertraute Thomas Schaaf seiner Stammformation.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Die Freiburger begannen ambitioniert und setzten die Bremer in den ersten zehn Minuten unter Druck. Klare Torchancen konnte man sich dabei nicht erspielen, obwohl Tim Wiese immer wieder eingreifen musste. Danach übernahm Bremen immer mehr das Kommando. Die erste Chance des Tabellen Zweiten hatte Naldo, der nach einer Flanke von Marko Marin in der 11. Minute den Torhüter, Simon Pouplin, zu einer Glanzparade zwang. In der 15. Minute war es dann beinahe so weit. Daniel Jensen kam in Strafraum ungehindert an den Ball, konnte diesen aber nur an den Pfosten köpfen.

In der 22. Minute war es wieder der Däne, der eine sehr gute Möglichkeit ausließ. Nach einer guten Vorarbeit von Aaron Hunt, schoß Jensen den Ball aus kurzer Distanz am Tor vorbei. Die Gastgeber konnten sich  nur mehr selten befreien und die nächste Chance hatte Hunt, doch sein Schuss war für Pouplin kein Problem. In der 28. Minute gab es den zweiten Aluminiumtreffer der Gäste, als Mesut Özil nicht in der Lage war den Ball aus kurzer Distanz im Tor zu versenken. Das Tor war nur mehr eine Frage der Zeit und Hugo Almeida erlöste Werder in der 33. Minute. Dieses Mal glänzte Özil als Vorbereiter, bediente den Portugiesen perfekt, der aus kurzer Distanz mit einem wuchtigen Kopfball Pouplin keine Chance ließ. Kurz vor dem Seitenwechsel prüfte Ivica Banovic Tim Wiese mit einem Freistoß aus der Distanz. Auf der anderen Seite versuchte es noch einmal Almeida nach einer herrlichen Kombination, doch Pouplin war zur Stelle.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Nach der Pause wollte Werder sofort wieder das Kommando übernehmen und Almeida prüfte Pouplin erneut (48.). Nach einem kurzen Befreiungsschlag der Gastgeber legte Bremen nach und baute die Führung nach einem Treffer von Marko Marin in der 55. Minute aus. Der Nationalspieler schlenzte einen Freistoß aufs Tor, Pouplin war überrascht und kam nicht mehr an den Ball. Werder setzte sofort nach und konnte das Spiel durch einen weiteren Treffer von Almeida in der 57. Minute entscheiden. Nach Vorarbeit von Özil bezwang der Portugiese Pouplin erneut.

Danach kam Freiburg völlig unter die Räder. In der 67. Minute krönte Özil seine starke Leistung und erzielte das 4:0 nach Vorarbeit von Daniel Jensen. In der 72. Minute beging Mohamadou Idrissou im eigenen Strafraum ein Foulspiel an Marko Marin. Den fälligen Strafstoß versenkte Naldo trocken im Gehäuse der Gastgeber. In der Schlussviertelstunde gelang Heiko Butscher beinahe der Ehrentreffer, doch der gut mitspielende Wiese passte auf und konnte den Ball klären. Werder hatte noch nicht genug und machte das halbe Dutzend durch den eingewechselten Markus Rosenberg in der 82. Minute voll. Die Vorarbeit lieferte erneut Özil. Danach passierte nichts mehr und Werder kam zu einem beeindruckend Auswärtserfolg.

SCHLÜSSELSPIELER

Marko Marin und Mesut Özil waren Aktivposten im Angriffspiel der Bremer und konnten Hugo Almeida immer wieder unterstützen und auch in Szene setzen. So wie der Ball bei Werder im Moment läuft, gibt es tatsächlich keinen Grund, um Diego nachzuweinen, denn die Mannschaft spielt wieder jenen Offensivfußball, der sie schon über Jahre ausgezeichnet hat.

SCHLÜSSELSZENE

Das 1:0 fiel für Werder zum richtigen Zeitpunkt, denn die Mannschaft vergab davor die besten Chancen und man wäre sicher bald verzweifelt, wenn man weiterhin so verschwenderisch vor dem Tor umgegangen wäre.

SPIELER DES SPIELS: Hugo ALMEIDA

Der Portugiese nützte seine Chance, bot eine starke Leistung und konnte mit zwei Toren einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der bullige Stürmer konnte sich immer wieder gegen die Abwehrspieler der Breisgauer durchsetzen und prüfte Pouplin des Öfteren.

SCHIEDSRICHTER: Thorsten Kinhöfer – Note: 7

Starke Vorstellung des Schiedsrichters. Thorsten Kinhöfer hatte kaum Fehlentscheidungen und lag meistens richtig. Aufgrund des Spielverlaufs war es aber auch nicht schwer für ihn dieses Spiel zu leiten.

Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).

SPIELNOTE: 7

Werder bot eine klasse Vorstellung und führte die Freiburger vor. Die Gastgeber waren überfordert und konnten mit dem Tempo der Bremer nicht mithalten. Vor allem die Offensive von Werder scheint im Moment nicht zu stoppen zu sein.

FAZIT

Für Freiburg gab es nach dem Sieg am letzten Spieltag einen ordentlichen Dämpfer und man muss sich wieder nach unten orientieren. Werder ist im Moment eine Spitzenmannschaft und steht ganz zu recht dort oben. Wenn man das Niveau halten kann, bleibt man ein ernstzunehmender Titelkandidat.

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