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Spielbericht Bundesliga: Eintracht Frankfurt – Borussia Mönchengladbach
Am 13. Spieltag feierte die Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck einen wichtigen Auswärtssieg bei Eintracht Frankfurt. Die Gäste erarbeiteten sich ein optisches Übergewicht, während der Eintracht über weite Strecken der Partie nichts einfiel.
Von Christoph VOGEL
Frankfurt. Borussia Mönchengladbach holte sich mit dem 1:2-(0:0-)Auswärtssieg bei Eintracht Frankfurt alle drei Punkte aus der Finanzhauptstadt und schaffte damit den Anschluss an das Mittelfeld der Tabelle. Damit sind die Fohlen schon vier Spiele in Folge ungeschlagen, während die Eintracht aufgrund ihrer sehr angespannten Personallage nicht die ausreichenden Mittel fand.
PERSONAL & TAKTIK
Mit Amanatidis, Fenin und Liberopoulos standen Trainer Skibbe alle drei etatmäßigen Stürmer nicht zur Verfügung, sodass mit Meier und Korkmaz zwei Mittelfeldspieler im Angriff standen. Chris und Ochs meldeten sich kurz vor dem Spiel fit. Bei Gladbach stand genau die gleiche Elf vom 0:0 gegen Stuttgart auf dem Rasen, da Kapitän Daems und Bobadilla nicht mit nach Frankfurt gereist waren.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Beide Mannschaften waren zunächst darauf aus, Sicherheit in ihr Passspiel zu bekommen, doch die Borussia hatte mehr Ballbesitz und kam durch Arango zu einer ersten guten Möglichkeit: Matmour gab den Ball zu Reus, der ihn in die Mitte durchsteckte wo Juan Arango lauerte, aber knapp links vorbeischoss (6.). Die Gäste kombinierten einige Male sehr gefällig, leisteten sich aber genauso wie Frankfurt noch viele Ballverluste im Spielaufbau. Sehr oft landete der zweite Ball dann bei den Gladbachern, die jedoch nach mehr als 20 Minuten noch nichts aus dieser spielerischen Überlegenheit machen konnten.
Man merkte es dem Eintracht-Spiel an, dass im Angriff kein gelernter Stürmer agierte. Erst Pirmin Schwegler sorgte mit einem Kopfball für Gefahr, der aber links am Tor vorbeiging (26.). Ansonsten gelang Frankfurt gar nichts. Da aber auch bei Gladbach der finale Pass nicht ankam, pendelte sich die Partie auf einem mittelmäßigen Niveau ein. Rund fünf Minuten vor der Pause gab es durch Korkmaz immerhin so etwas wie einen Torschuss, der aber in die zweite Etage ging (40.). Aber wenige Sekunden später bot sich dem Österreicher doch noch die große Chance: Nach einem missglückten Befreiungsversuch von Levels flog ihm der Ball vor die Füße und konnte frei abziehen, aber der Schuss ging genau auf Bailly (40.).
Die letzten Minuten des ersten Spielabschnittes waren bis dato die beste Phase der Eintracht, so musste Dante in großer Not vor Alexander Meier klären (42.). Auf einmal passierte richtig viel, als Jaures nach einem Kopfball von jenem Meier auf der Linie klären musste (43.). Gladbach ließ sich die Butter vom Brot nehmen und hatte Glück, dass Dante den Schuss von Caio im Strafraum blocken konnte (44.). Doch das erste Tor fiel nicht mehr, bis Schiedsrichter Sippel pünktlich zum Pausentee pfiff.
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
In den ersten Minuten der zweiten Halbzeit war dieser Druck erst einmal wieder weg, doch stattdessen fiel das Tor: Matmour setzte sich gegen zwei Gegenspieler durch, spielte in den Strafraum zu Levels. Der Rechtsverteidiger der Borussia passte in die Mitte, wo Marco Russ beim Klärungsversuch Nikolov anschoss und den Ball ins eigene Tor beförderte (54.). Frankfurt versuchte eine direkte Antwort auf den Gegentreffer zu finden und wagte sich weiter nach vorne.
Gladbach zog sich etwas zurück und verlegte sich mehr auf die Defensive. Skibbe reagierte und brachte mit Köhler für Steinhöfer einen frischen Mann (64.). Doch auch Gladbachs zweiter Torschuss wurde gefährlich: Arango flankte hoch auf Friend, der gefährlich aufs Tor köpfte, sodass Nikolov zur Ecke abwehren musste (65.). Dann geschah es aber trotzdem: Im zweiten Versuch brachte Reus die Flanke auf den Kopf von Brouwers, der mustergültig das 0:2 markierte (66.).
Die Eintracht probierte es weiter, aber sie kam einfach nicht durch, weil Gladbach das ganz souverän verteidigte. Die Fans auf den Rängen jubelten, als der Ball nach einem Kopfball von Meier an den Innenpfosten und von da aus direkt zu Köhler sprang. Der stand aber bei der Situation im Abseits, sein Tor zählte nicht (76.). Mönchengladbach zog sich jetzt noch weiter nach hinten und machte es den Hausherren weiter schwer, den Abwehrriegel zu durchbrechen. Entlastungsangriffe waren eher eine Seltenheit. Frankfurt aber kam zu Chancen, so zum Beispiel durch Köhler, dessen Kopfball nur in Zusammenarbeit von Bailly, Brouwers und Marx geklärt werden konnte (79.).
Die Hessen leisteten sich weiter viele Ballverluste und die Körpersprache wurde von Minute zu Minute negativer. Gladbach machte es sich noch einmal selbst unnötig schwer: Rob Friend nahm in der Mauer bei einem Freistoß die Hand zur Hilfe und Schiri Sippel entschied korrekt auf Elfmeter. Schwegler trat an und verwandelte sicher (86.).
Eine kuriose Szene gab es in der Nachspielzeit: Nikolov war draußen und Bailly schnappte sich den Ball. Der Belgier ging weit raus aus seinem Tor und schoss Richtung Kasten der Eintracht. Friend lief diesem hinterher, doch das Schirigespann entschied auf Abseits – ganz knapp (92.). Die Hessen versuchten alles, aber der Ausgleich gelang nicht mehr. Gladbach feierte das vierte Spiel ohne Niederlage und schaffte den Anschluss an das Tabellen-Mittelfeld.
SCHLÜSSELSPIELER
Marx und Bradley räumten bei der Borussia im defensiven Mittelfeld grandios auf und ließen die Frankfurter durch die Mitte nicht durchkommen. Dante und Brouwers entwickeln sich in der Innenverteidigung zu einem richtig guten Duo. Bei der Eintracht wollte keiner so recht überzeugen.
SCHLÜSSELSZENE
Roel Brouwers sorgte mit seinem 0:2 für die wichtige Beruhigung im Gladbacher Spiel und ließ die Hoffnung der Frankfurter lange Zeit dahin schwinden. Der Anschlusstreffer fiel zu spät.
SPIELER DES SPIELS: Karim Matmour
Der Algerier durfte nach der WM-Qualifikation mit seinem Land nun auch in der Bundesliga jubeln. Am Ende war Matmour aufgrund seiner riesigen Laufleistung von Krämpfen geplagt.
SCHIEDSRICHTER: Note 6
Peter Sippel ließ zu Beginn viele taktische Fouls der Frankfurter ohne Strafe durchgehen, bis Ochs den gelben Karton sah. Auch in der Bewertung weiterer Fouls mit einer eigenen Sicht der Dinge, ohne aber groß falsch zu liegen. Die Nachspielzeit war jeweils gut bemessen.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
SPIELNOTE: 5
Beide Teams leisteten sich viele Ballverluste, während bei Gladbach teilweise spielerische Fähigkeiten aufblitzten. Die Gäste fuhren die Konter nicht konsequent durch und machten so das Spiel noch einmal spannend.
STATISTIK
Anstoß: Samstag, 21. November, 15.30 Uhr
Stadion: Commerzbank Arena
Zuschauer: ca. 50.000
Tore: 0:1 Nikolov (54.,Eigentor), 0:2 Brouwers (66.), 1:2 Schwegler (86., Elfmeter)
FAZIT
Auswärts klappt es bei der Borussia momentan besser mit dem Toreschießen. Frankfurt muss sich nach der Niederlage nach unten orientieren, denn aufgrund der vielen Verletzten ist in den kommenden Wochen eine ganz schwierige Zeit angesagt. Heute war das jedenfalls sehr, sehr wenig.
Eure Meinung: Wohin führt jetzt der Weg der Eintracht? Welcher Stürmer sollte im Winter verpflichtet werden?
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