Stunk statt Nationalspieler-Euphorie beim 1. FC Köln

Hinten hui, vorne pfui. So lässt sich Kölns bisheriges Saisonzeugnis zusammenfassen. Trotz der Transfers von Maniche und Lukas Podolski ist in der FC-Offensive noch der Wurm drin. Nach den jüngsten Erfolgserlebnissen der Kölner Nationalspieler während der Länderspielpause hat man eigentlich gehofft, dass die Offensive Selbstvertrauen getankt hat, stattdessen gibt es wieder Stunk am Geißbockheim...

Jubelt auch für Slowenien: Milivoje Novakovic (Giuseppe Bellini/Getty Images)
Von François DUCHATEAU

Köln.
Das war der „Prinz Poldi“, den wir alle kennen. Wer am Mittwoch den Fernseher eingeschaltet hat, der konnte eine regelrechte Gala von Lukas Podolski beobachten. Der Linksfuß war an allen Offensivaktionen beteiligt, übernahm Verantwortung, nicht nur beim Elfmeter, sondern auch als hängender Ballverteiler und erzielte natürlich zwei Buden, wovon der psychologisch so wichtige Ausgleich in allerletzter Minute. „Egal auf welcher Position, er ist immer für Tore gut“, strahlte Bundestrainer Joachim Löw nach dem Testspiel in die Kameras. „Diesmal war er an allen gefährlichen Aktionen beteiligt. Bei uns spüre ich immer, dass er mit großer Lust bei der Sache ist.“

Netzer: „Das kenne ich von keinem Spieler der Welt, der eine solche Treffsicherheit beim Torschuss hat wie Podolski.“

Damit jedoch nicht genug: Nun gab es auch noch ein Sonderlob von Günter Netzer – und was für eins! „Das kenne ich von keinem Spieler der Welt, der eine solche Treffsicherheit beim Torschuss hat wie Podolski. Das hat ihn früher schon ausgezeichnet mit dem linken Fuß. Gott sei Dank ist er auf dem Wege. Er soll dies zum Anlass nehmen in seinem Verein so zu spielen und sich so zu bemühen.“ Genau das erhofft man sich beim 1. FC Köln, wo man hoffentlich gesehen hat, wo Lukas Podolski sich am wohlsten fühlt. Ohne taktische Kompromisse kommt die Spielfreude eben doch zum Vorschein, für die man den man den bescheidenen Nationalspieler in Köln so liebt.

Meier lässt Brecko & Novakovic mit Privatjet von WM-Party abholen

Doch Podolski war nicht der einzige, der selbstbewusst aus seiner Länderspielreise zurückkehren konnte. Der Slowenen-Block um Miso Brecko und Kapitän Milivoje Novakovic konnte gegen den großen Favoriten sensationell das WM-Ticket sichern. Brecko zeigte einen weltklasse-Einsatz gegen Arshavin, Zhirkow & Co. Diese Leidenschaft will man nun auch in Köln sehen. Manager Michael Meier konnte es sogar gar nicht mehr abwarten und sendete einen Privatjet nach Ljubljana, um seine beiden Schützlinge von der WM-Party abzuholen. „Es gibt Richtlinien der FIFA. Da steht, dass die Spieler 24 Stunden nach dem Spiel wieder bei ihren Vereinen sein müssen. Für den Staatsempfang durften sie das Nachmittags-Training sausen lassen. Aber wenn der Verband uns nicht einmal in Kenntnis setzt, wo unsere Spieler sind, dann hört der Spaß irgendwann auf. Wir haben versucht, um ein professionelles Verhalten zu bitten und dafür auch noch die flugtechnischen Voraussetzungen geschaffen. Das müssen die Spieler akzeptieren.“

Novakovic: „Die Leute sollten wissen, was mir der Verein bedeutet – und mir endlich mehr vertrauen.“

Kapitän Novakovic schüttelt den Kopf nach dem ständigen Zoff um seine Nationalmannschaftsabstellung. „Ich verstehe das nicht“, sagte er dem Express. „Wir haben so eine schöne Zeit hier. Ich habe immer alles für den Verein getan und werde das auch weiter tun. Aber uns an einem solchen Tag zurückzuschicken, zeugt von wenig Respekt. Und das werde ich den richtigen Leuten auch sagen. Die Leute sollten wissen, was mir der Verein bedeutet – und mir endlich mehr vertrauen.“ Nach dem letzten Ärger um seine Slowenien-Reise hatte „Novagoal“ übrigens die passende Antwort auf Meiers Unprofessionalitäts-Vorwurf parat und erzielte den 1:0-Siegtreffer gegen Mainz 05. Bei seinem Torjubel hielt der Stürmer die Hand auf den Geißbock auf seiner Brust. Dieses Zeichen will der Kapitän wohl am Wochenende gegen Hoffenheim möglichst wiederholen.

Was meint ihr: War die Reaktion von Manager Meier professionell – oder total daneben? Werden Poldi, Brecko und Novakovic den Aufwind aus den Länderspielen gegen Hoffenheim mitnehmen können?



 
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