Hannover 96: Einer fehlt in der Kabine - der schwierige Weg zur Normalität

Trauerarbeit ist schwer. Aber notwendig. Der Schritt zurück zur Normalität ist noch schwerer, aber ebenso notwendig. Was die deutsche Nationalmannschaft schon gemeistert hat, steht für Hannover 96 erst an. Nach dem tragischen Tod von Robert Enke muss man zurück zur Normalität. Ob man will oder nicht.

35.000 Leute folgen dem Trauermarsch für Robert Enke (Bongarts/Getty-Images)
Von Ramon RAM

Hannover. Das Länderspiel gegen die Elfenbeinküste war ein Schritt in Richtung Normalität. Ein Schritt, der den Nationalspielern und Fans nicht leicht gefallen ist. Seit dem Tod von Robert Enke ist nichts mehr, wie es einmal war. Mit Fortdauer des Spiels gegen die Ivorer löste sich die bedrückte Stimmung etwas auf, ganz weg war sie jedoch nie. Das sollte sie auch nicht. Was die DFB-Nationalspieler mehr oder weniger erfolgreich bewältigt haben, nämlich von ihrem geliebten Teamkollegen Abschied zu nehmen, steht für die Spieler von Hannover 96 erst bevor.

Er ist Mensch geblieben

Dort, wo Robert Enke Kapitän, Fanliebling und Galionsfigur war, ist die Trauer naturgemäß am größten. Er war einer von ihnen. Einer von den Fans. Einer der Mannschaft. Doch sein Platz in der Kabine ist seit dem 10. November leer. Robert Enke ist nicht mehr da. Das Herz von Hannover 96 fehlt. Besonders für Florian Fromlowitz wird das Spiel beim FC Schalke eine schwere Aufgabe.

Kein Mitspieler, sondern ein Freund

Er ist der unmittelbare Nachfolger von Enke. Er steht jetzt zwischen den 96-Pfosten. Dort, wo Robert Enke immer stand. Dort, wo er sich wohl fühlte. Obwohl der Torhüter gemeinhin als eigensinnig und eigenwillig beschrieben wird, war Enke stets um ein kollegiales Verhältnis zu seinen Konkurrenten bemüht. Vielmehr noch, ihn verband eine Freundschaft mit Fromlowitz. Mit seiner ruhigen und sachlichen Art kam er bei den Kollegen immer gut an und schlüpfte schnell in die Führungsrolle. Schon bei seinem Gastspiel in Portugal war er Kapitän bei Rekordmeister Benfica Lissabon.

Schöne Symbolik: Enke ganz nah am Herzen

Auch bei Hannover übte er dieses Amt aus. Immer mit Bedacht, immer mit Weitsicht, immer mit einer menschlichen Note. Diese menschliche Note wird nicht nur Hannover fehlen, auch die Bundesliga trauert um einen großen Menschen. Am Wochenende werden Hannover und die Liga Abschied nehmen. Enkes Platz in der Kabine wird für immer leer bleiben, doch nicht nur in den Herzen seiner Mitspieler wird er weiterleben. Symbolisch tragen sie eine schwarze Eins auf ihren Trikots.

Schritt zur Normalität ist notwendig

Die Nationalmannschaft hatte Enkes Trikot auf der Bank, die Hannoveraner haben ihn ganz nah bei sich. Die Symbolik trägt zur Trauerarbeit bei, doch zu einem Abschluss der Trauerarbeit - und der ist notwendig - gehört auch der Schritt zurück zur Normalität. Auch wenn er schwer fällt.

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