Spielbericht Bundesliga: Hertha BSC Berlin – 1. FC Köln

Die Hertha musste einen weiteren Rückschlag hinnehmen und wartet unter Trainer Funkel auf den ersten Sieg in der Bundesliga.

Bundesliga: Hertha BSC - 1. FC Köln / Kevin Pezzoni & Raffael (Bongarts/Getty-Images)

Von Christoph VOGEL

Berlin. Hertha BSC Berlin konnte den Schwung aus dem Sieg unter der Woche gegen Heerenveen nicht in die Bundesliga mitnehmen und verlor gegen den 1. FC Köln mit 0:1 (0:0). Milivoje Novakovic erzielte in einer schwachen Partie den Siegtreffer.

PERSONAL & TAKTIK

Friedhelm Funkel vertraute größtenteils der Elf aus dem erfolgreichen Europa League-Auftritt gegen Heerenveen. Raffael lief als Spielmacher hinter dem Bulgaren Domovchiyski und Wichniarek auf. Zvonomir Soldo ließ ein klassisches 4-4-2 spielen, wobei Lukas Podolski auf seiner Wunschposition im Zweiersturm neben Novakovic ran durfte. Im Mittelfeld bekleideten Freis und Ehret die Außenpositionen. Der Verteidiger Ehret wurde aus der Verteidigung vorgezogen, seine Position hinten links füllte Miso Brecko aus.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Die gute Stimmung nach dem Erfolg gegen Heerenveen war den Fans im Olympiastadion deutlich anzumerken, denn die Fans feuerten die Berliner lautstark an. Die Mannschaften standen sehr kompakt und neutralisierten sich gegenseitig. Podolski steckte zu Ehret durch, doch Drobny stürmte rechtzeitig heraus und klärte so das erste Aufkeimen einer Chance (10.). Die Hertha hatte ihre Probleme mit der dichten Abwehr der Kölner, ein erster Torschuss durch Raffael ging rund einen halben Meter neben das Tor (16.).

Köln stand hinten sicher, doch nach vorne war das, was die Elf von Trainer Soldo bot, ganz, ganz wenig. Berlin stieg auf das Spielen langer Bälle um, da Kombinationen nicht zum gewünschten Erfolg führten. Es blieb in der ersten Hälfte eine Partie, die sehr chancenarm war, zumindest solange, bis es zweimal in kürzester Zeit neben Torwart Mondragon einschlug: Der agile Raffael zog aus 20 Metern ab und traf nur den rechten Pfosten. Köln bekam den Ball nicht weggeschlagen und dem Brasilianer bot sich direkt die nächste Chance, aber dieses Mal ging der Ball an den anderen Pfosten (41.). Das Glück der Kölner schien aufgebraucht, jedoch fiel kein Treffer mehr in dieser ersten Halbzeit. Hertha hatte mehr vom Spiel und auch mehr Torschüsse, verpasste es aber daraus Kapital zu schlagen.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Das Spiel blieb auch in Halbzeit zwei auf einem sehr mäßigen Niveau. Die Hereingaben der Hertha waren zumeist zu ungenau, sodass Torwart Mondragon vor keine Hürden gestellt wurde. Domovchiyski versuchte es aus zehn Metern, aber sein Schuss ging rechts daneben (56.). Die Gäste wagten weiter keine Aktion nach vorne und wenn sie denn mal in die Richtung des Tores von Drobny liefen, wurde der Angriff schnell von Berlin unterbunden. Indiz für die „Torgefahr“ Kölns: Nach einer Stunde stand nur ein Torschuss zu Buche.

Funkel musste gezwungenermaßen das erste Mal auswechseln, denn für Marc Stein ging es nach einer Verletzung (vermutlich Muskelfaserriss) ohne Einwirkung eines Gegenspielers nicht mehr weiter. Für ihn kam Patrick Ebert in die Partie (67.). Die Gäste versteiften sich weiter auf die Defensive, ließen da aber immerhin wenig zu. Raffael kam nach einer Ecke zum Schuss, der nur knapp links das Tor verfehlte. Wenig später fiel der Brasilianer im Strafraum gegen Ehret, aber Schiri Rafati entschied nicht auf Elfmeter – eine vetretbare Entscheidung.

Doch wie aus dem Nichts stach der 1. FC Köln zu: Podolski brachte einen Freistoß von halblinks in die Mitte und Novakovic nutzte im Strafraum den Freiraum und köpfte zum 0:1 ein (79.). Es war erst die zweite Torchance und schon das erste Tor. Durch ihr siebtes Saisontor brachte Köln die Berliner so richtig in die Bredouille, die nun noch einmal kommen mussten. Funkel brachte Kacar für Piszczek, während Soldo mit McKenna die Defensive verstärkte. Berlin versuchte es, entwickelte aber keine große Torgefahr. Die Hausherren entwickelten zwar Dauerdruck, brachten die Gäste-Defensive jedoch nicht in Zugzwang, denn viele Bälle wurden nur auf gut Glück in den Strafraum gespielt. Mondragon ließ sich gefühlte 30 mal behandeln und spielte so „geschickt“ die Zeit von der Uhr. So blieb es bei der zehnten Niederlage Herthas im zwölften Bundesliga-Spiel.

SCHLÜSSELSPIELER

Die Kölner waren eigentlich gar nicht zu sehen, außer bei der entscheidenden Standardsituation von Podolski auf Novakovic. Mondragon hielt, was es zu halten gab und holte mit diversen Aktionen entscheidende Minuten heraus.

SCHLÜSSELSZENE

Bei einem 0:1 ganz klar: Das Tor von Novakovic knapp zehn Minuten vor dem Ende.

SPIELER DES SPIELS: Milivoje Novakovic

Der Stürmer nutzte quasi die einzige Chance der Kölner zum goldenen Siegtreffer.

SCHIEDSRICHTER: Babak Rafati – Note: 5

Sehr konsequent in seinen Entscheidungen. Behielt in einer in der zweiten Halbzeit hitzigen Partie kühlen Kopf. Hätte jedoch bei kleinlicherer Auffassung Berlin zwei Elfmeter geben können.

Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).

SPIELNOTE: 3

Grottenkick wäre wohl zu drastisch ausgedrückt, doch die Partie bewegte sich teilweise auf erschreckend schwachem Niveau. Dass das Tor aus einem Standard fiel, war sympthomatisch.

STATISTIK

Anstoß: Sonntag, 8. November um 17.30 Uhr

Stadion: Olympiastadion, Berlin

Zuschauer: ca. 45.000

Tore: 0:1 Novakovic (79.)

FAZIT

Eine weitere unglückliche Niederlage Berlins, denn Köln stand etwa 88 Minuten in der eigenen Hälfte und war auf Torverhinderung aus. Ein Standard reichte, um der Hertha einen weiteren Nackenschlag zu verpassen.

Eure Meinung: Wie geht es nun weiter mit der Hertha?



 
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