Spielbericht Bundesliga: Bayer Leverkusen – Eintracht Frankfurt
In einem einseitigen Spiel schenkte Leverkusen seinem „Trainingspartner“ aus Frankfurt viermal ein und bleibt damit souverän Tabellenführer der Bundesliga. Die Eintracht wirkte in der Defensive nicht sattelfest und im Angriff harmlos.
06.11.2009 22:21:43
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Von Christoph VOGEL
Leverkusen. Mit 4:0 (3:0) putzte Bayer Leverkusen Eintracht Frankfurt vom Platz und ist somit mindestens ein weiteres Wochenende Tabellenführer der Fußball-Bundesliga. Die Werkself legte los wie die Feuerwehr und schoss die Hessen mit drei Toren in den ersten elf Minuten regelrecht ab. Frankfurt wirkte komplett geschockt und konnte sich über 90 Minuten nicht aufbäumen.
PERSONAL & TAKTIK
Beide Teams mussten ihre ersten Torhüter verletzungsbedingt zu Hause lassen, sodass für René Adler der junge Fabian Giefer spielte und bei der Eintracht anstatt Oka Nikolov der Ex-Schalker Ralf Fährmann im Kasten stand. Bei Bayer kehrte der erfahrene Finne Hyypiä zurück in die Innenverteidigung, ansonsten blieb die Elf vom Unentschieden auf Schalke unverändert. Die Eintracht musste gezwungener Maßen umbauen: Vasoski ersetzte Chris in der Innenverteidigung und im Mittelfeld spielte Bajramovic für den verletzten Ochs.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Gerade mal rund 70 Sekunden waren gespielt, da führte der Favorit: Kießling passte schön rechts rauf auf Derdiyok, der auf der Höhe des Sechszehners in die Mitte zurück zu Kießling gab. Der Torjäger scheiterte im ersten versuch an Fährmann, doch im Zweiten netzte der Stürmer zum 1:0 ein (2.). Somit war das taktische Konzept von Gäste-Trainer Skibbe sofort über den Haufen geworfen worden und Leverkusen bekam noch einen weiteren Schub Selbstbewusstsein. Und Leverkusen legte los wie die Feuerwehr und entfachte bei der Eintracht einen Flächenbrand: Nach einer Ecke von Barnetta kam Reinartz im Strafraum viel zu frei zum Kopfball und köpfte ungehindert zum 2:0 ein (6.).
Ehe sich Frankfurt ein bisschen berappeln konnte, setzte Bayer nach und schockte die Gäste ein drittes Mal: Ein Fehler im Frankfurter Aufbauspiel brachte Leverkusen in Ballbesitz. Kießling passte zu Derdiyok und von dem prallte der Ball zu Kroos. Der ausgeliehene Youngster schoss heran und traf wunederbar ins rechte Eck – 3:0 (11.)! Die Werkself überrante die Eintracht in der Anfangsphase und jeder Schuss war ein Treffer. Natürlich konnte es nicht so weitergehen und Leverkusen nahm etwas Tempo aus dem Spiel. Nach fast 20 Minuten kam auch Frankfurt mal gefährlich vor das gegnerische Tor, als plötzlich Liberopoulos frei im Strafraum stand, aber sein Schuss noch geblockt wurde (19.).
Skibbe reagierte und brachte Korkmaz für Caio – nach 22 Minuten! Leverkusen ließ sich davon nicht beirren und kombinierte weiter wie im Training. Frankfurt war ein einziger Totalausfall und schaute nur zu. Leverkusen wartetet auf die Fehler der Gäste, die im Aufbauspiel den Ball quasi freiwillig hergaben. Doch der Tabellenführer zog das Tempo bis zur Pause nur noch selten an, doch wenn, dann wurde es gefährlich: Kroos lupfte toll zum in den Strafraum startenden Vidal, der aber den Ball links vorbei schoss (40.). Bis zum Pausenpfiff von Schiri Zwayer begnügten sich die Hausherren jedoch mit dem 3:0.
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Frankfurt zeigte sofort, dass es in den zweiten 45 Minuten aggressiver auftreten wollte, aber die Ballsicherheit und Spielintelligenz der Bayer-Elf blieb. Leverkusen kombinierte flüssig und ansehnlich, vergaß aber teilweise ob der Freiheiten den Torabschluss. Nach 52 (!) Minuten sorgte Teber für den ersten Torschuss-ähnlichen Versuch der Eintracht, der aber weit daneben ging. Der 3:0-Vorsprung machte Leverkusen ein wenig zu ballverliebt, der Schweizer Derdiyok zog nach einer der tollen Kombinationen nach Hackenvorlage von Kießling gute zwei Meter über das Tor (57.).
Ein Fehler von Keeper Giefer sorgte für die größte (und bis dato einzige) Chance für Frankfurt: Der Adler-Ersatz spielte einen Abschlag direkt in die Füße von Liberopoulos, doch der war zu überrascht, sodass der 19-jährige seinen Fehler selbst ausbügeln konnte (60.). Nach einer Stunde leistete sich Leverkusen wieder eine Schaffenspause und drosselte das Spieltempo. Kießling sorgte kurz für einen Hallo-Wach-Ruf, als er eine Hereingabe von Castro knapp daneben schoss (67.). Skibbe brachte mit Fenin als letzte Option noch einen frischen Stürmer, doch an ein Kippen des Spiels glaubte keiner mehr im Stadion.
Die Schlussphase brach an und das Spiel konnte das Tempo aus der ersten Hälfte nicht mehr aufbieten. Die Eintracht bäumte sich nicht wirklich auf, während bei Bayer Kräfteschonen angesagt war. Einen Moment Leverkusener Spielstärke gab es dennoch zu beobachten: Bender wurde im Strafram schön freigespielt, umkurvte Torwart Fährmann und schob den Ball ins leere Tor – 4:0 (86.)! Dies war dann auch der Schlusspunkt in einer sehr einseitigen Partie.
SCHLÜSSELSPIELER
Kießling, Derdiyok und Kroos wirbelten in der Offensive wie sie wollten und ließen die Eintracht-Defensive besonders in der ersten Viertelstunde verzweifeln.
SCHLÜSSELSZENE
Nach wenigen Sekunden erzielte Kießling die frühe Führung und warf so das taktische Konzept der Eintracht über Bord. Der Grundstein für den Sieg war gelegt, Frankfurt erholte sich nie von dem Schock.
SPIELER DES SPIELS: Toni Kroos
Die Ausleihe aus München spielte erneut groß auf und erzielte wieder ein Tor. Seine Ballbehandlung und Technik waren einfach großartig anzusehen.
SCHIEDSRICHTER: Felix Zwayer – Note: 7
Der Schiri hatte alles im Griff, musste aber auch keine strittige Situation lösen. Die Luft war früh raus aus dem Spiel, sodass auch Zwayer keine Probleme hatte.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
SPIELNOTE: 6
Von der Eintracht kam gar nichts, von Leverkusen viel. Zu einseitig war die Partie über 90 Minuten, als das wirklich Spannung aufkommen konnte. Vier Tore und schöne Kombinationen entschädigten für ein paar Verschnaufpausen.
STATISTIK
Anstoß: Freitag, 6. November um 20.30 Uhr
Stadion: BayArena, Leverkusen
Zuschauer: ca. 29.000
Tore: 1:0 Kießling (2.), 2:0 Reinartz (6.), 3:0 Kroos (11.), 4:0 Bender (86.)
FAZIT
Nach elf Minuten war der Sack schon zu und die Eintracht geschlagen. In der Folge konnte Bayer wie im Training ein paar Spielzüge üben und Kombinationen zeigen. Frankfurt blieb alles schuldig und war heute nichtmals ein Sparringpartner. Die bislang schlechteste Saisonleistung der Gäste.
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