Für Herrlich geht es nicht ums Überleben

Heiko Herrlich musste in seinem Leben schon so einiges hinnehmen. Nicht zuletzt hat er auch den Kampf gegen den Krebs gewonnen und weiß deshalb, dass es in Bochum bei seinem neuen Job nicht um alles gehen wird.

Heiko Herrlich (Getty Images)
(dw) Bochum. Heiko Herrlich ist neuer Trainer beim VfL Bochum und er scheint sich in dieser Rolle wohl zu fühlen. Ernst nimmt er seine Aufgabe durchaus, aber er hat keine Angst, wie er in einem Interview mit der Bild am Sonntag erklärte: „Ich weiß, dass ich nun in erster Linie an Ergebnissen und Punkten gemessen werde. Aber abgesehen davon: Niederlagen werden mir immer wehtun, ganz klar. Das muss so sein. Ich weiß aber auch, dass es für mich hier nicht um Leben und Tod geht. Wichtig ist, dass du nach einer Niederlage merkst, dass du kein Blut verlierst – so schlimm wird es nie sein. Es geht immer weiter!“ Dabei wird er auch heute noch von seiner Krebs-Erkrankung vor einige Jahren maßgeblich geprägt: „Wenn du mal in der Situation gewesen bist, Dinge klären zu müssen, weil du in drei Monaten vielleicht nicht mehr da bist, ändert dieses Gefühl dein ganzes Leben. Ich sehe viele Dinge nun gelassener, weil ich weiß: Irgendwann ist alles vorbei! Für immer auf der Welt zu bleiben – das hat noch keiner geschafft. Das wird es auch nie geben!“

„Das Ja nehme ich...“

Sein Wechsel vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) zum VfL Bochum war dabei eine Geschichtefür sich: „Als der Thomas Ernst mir gesagt hat, dass ich die neue Braut – so nenne ich es mal – des VfL sein soll, habe ich mich in den Flieger nach München gesetzt. Ich wusste nicht mal, ob Matthias zu Hause ist, habe es nur geahnt. Ich habe bei ihm geklingelt, er hat mir erstaunt die Tür aufgemacht und gefragt: „Was machst du denn hier?“ Ich habe ihm gesagt, dass ich unbedingt zum VfL möchte. Unbedingt!“ Danach habe Sammer eine Nacht Bedenkzeit benötigt.

Aber auch diesen Wunsch schlug ihm Herrlich aus: „Ich habe ihm gesagt, dass ich am nächsten Morgen mit meinen Kindern fest verabredet bin, aber dass ich halt damit leben muss, wenn er mir diesen Morgen versauen will. Da meinte er: „Nein, so ist es ja nicht. Das Ja von mir bekommst du, aber ...“ Da habe ich mich auf ihn gestürzt und gesagt: Das JA nehme ich an und das ABER lässt du jetzt mal einfach weg.“ Am Ende erhielt er die Freigabe, was Sammer ihm bedeutet, weiß er sofort: „Viel! Er ist Freund, Vorbild und schärfster Kritiker. Seine Einstellung, sein unbedingter Wille – all das hat mich schon damals in Dortmund geprägt. Wir sind in manchen Punkten seelenverwandt, aber nicht in allen.“ Nun gehen sie erstmal getrennte Wege...

Eure Meinung: War es richtig vom DFB, Herrlich ziehen zu lassen?



 
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