Spielbericht Bundesliga: 1. FC Nürnberg - Werder Bremen

Werder Bremen blieb auch im 17. Pflichtspiel in Folge ungeschlagen, rettete sich in der Nachspielzeit beim 1. FC Nürnberg zu einem 2:2-Remis. Gefeierter Werder Held war Aaron Hunt mit zwei Treffern.

Nürnbergs Eigler zum 1:0 gegen Werder Bremen (Bongarts/Getty-Images)
(tp) Nürnberg. Der 1. FC Nürnberg war gegen Werder Bremen so nahe am Sieg wie schon lange nicht mehr. Doch ein Kunstschuss von Aaron Hunt in der Nachspielzeit verhinderte den erhofften Dreier.

PERSONAL & TAKTIK

Werders Trainer Thomas Schaaf konnte gegen den 1. FC Nürnberg mit Markus Rosenberg nur einen etatmäßigen Stürmer aufbieten. Neben Marcelo Moreno, Torsten Oehrl, Hugo Almeida musste kurzfristig auch noch Claudio Pizarro passen. Werder startete mit gerade mal vier Ersatzspielern. Auf der Gegenseite konnte Trainer Michael Oenning auf der rechten Abwehrseite wieder auf Dennis Diekmeier zählen. Der hatte zuletzt wegen Gras-Allergie fehlt.

SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE

Der 1. FC Nürnberg hatte einen Auftakt nach Maß und profitierte dabei von einem krassen Abwehrfehler der Hanseaten. Per Mertesacker und Naldo waren bei einem langen Ball von Andreas Wolf noch komplett im Tiefschlaf und Christian Eigler war gleich zu Beginn hellwach, und schob am herausstürzenden Werder-Keeper Tim Wiese vorbei. Elf Minuten später lag der Ball schon wieder im Netz, doch Albert Bunjaku hatte laut Schiedsrichter Winkmann die Hand zur Hilfe genommen. Viel Glück für Werder! Doch Nürnberg machte weiter Dampf und traf durch Peer Kluge den Pfosten (28.). Fünf Minuten später war es dann noch so weit. Stürmer Bunjaku köpfte das 2:0. Die Führung ging bis dahin absolut in Ordnung. Das erste Lebenszeichen der Werderaner nach 34 Minuten: Markus Rosenberg umkurvte Nürnbergs Torwart Raphael Schäfer, schoss dann aber ans Außennetz. So ging es mit einer auch in der Höhe verdienten 2:0-Führung für die Gastgeber in die Kabine.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE

Werder Bremen erhöhte logischerweise den Druck mit Beginn der zweiten Halbzeit und der Aufsteiger lauerte auf Konter. Torsten Frings hatte bei einem Kopfball Pech, der am Lattenkreuz landete und im Gegenzug verpasst Marek Mintal die vorzeitige Entscheidung, als er am glänzend parierenden Wiese scheiterte (51.). Nach 72 Minuten war es dann so weit. Eine herrliche Boenisch-Flnake köpfte Hunt zum Anschluss ein. Der eingewechselte Tim Borowski hatte drei Minuten vor Spielende den Ausgleich auf dem Kopf, bekam den Ball aus vier Metern aber nicht an Nürnbergs Keeper Raphael Schäfer vorbei. Als die Nürnberger sich schon mit dem Dreier angefreundet hatten, schlug Aaron Hunt erneut zu. FCN-Verteidiger Judt, der für Diekmeier ins Spiel gekommen war, versuchte eine Ball aus dem Strafraum zu klären, doch der landete an der Strafraumgrenze genau vor den Füßen vom Werder-Torjäger, der mit einem Sonntagsschuss doch noch zum Ausgleich traf. Nach einer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang war der Punkt für die Gäste aus dem Norden letztendlich verdient.

SCHLÜSSELSPIELER

Aaron Hunt sicherte mit seinen Saisontoren vier und fünf Werder Bremen einen wichtigen Punkt. Der seit Wochen konstant stark spielende Mittelfeldspieler sollte schon bald mit einem Anruf von Nationaltrainer Joachim Löw rechnen dürfen.

SCHLÜSSELSZENE

Juri Judt wurde durch seinen missglückten Befreiungsschlag zum tragischen Helden der Partie. Landet sein Befreiungsschlag auf der Tribüne wird er hinterher gefeiert, so wurde er zum Deppen des Nachmittags, da der Ball genau bei Aaron Hunt landete und der mit vollem Risiko die Kugel ins Torangel hämmerte – was dem Werderaner auch nicht jeden Spieltag gelingen dürfte. Es war der Abschluss eines aufregenden und unterhaltsamen Bundesligaspiels.

SPIELER DES SPIELS – Aaron Hunt

Der 23-jährige Stürmer, den Thomas Schaaf zum Mittelfeldspieler umfunktioniert hat, hat einfach seit Wochen einen Lauf. Nach einer guten Saisonvorbereitung blieb er endlich auch mal von Verletzungen verschont und avancierte mit zwei Treffern in Nürnberg zum Spieler des Spiels.

SCHIEDSRICHTER – Guido Winkmann Note: 8

Starke Leistung des 35-jährigen Polizeibeamten. Winkmann behielt zu jedem Zeitpunkt den Überblick, so auch in der 14. Minute als er ein Tor von Bunjaku aberkannte, weil dem ein Handspiel des Schweizers vorausgegangen war. Das war für den Referee verdammt schwer zu sehen. Respekt!

SPIELNOTE – Note 6

Werder Bremen wartete zu Beginn mit zuletzt kaum gesehenen Schwächen in der Abwehr auf. Insgesamt ein unterhaltsames Spiel mit viel Tempo und vielen Toraktionen.

FAZIT

Werder Bremen hat einfach einen Lauf und lässt sich auch von einem 0:2-Rückstand nicht aus der Bahn werfen. Die Nürnberger verloren dagegen zwei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt, die sie bei cleverer Spielweise hätten auch durchaus hätten einfahren können.

Eure Meinung: Wie habt Ihr das Spiel gesehen?


 
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