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Spielbericht Bundesliga: VfL Wolfsburg – 1. FSV Mainz 05
Der FSV Mainz 05 holt nach tollem Kampf und ganz viel Einsatz einen verdienten Punkt beim VfL Wolfsburg. Beim 3:3 (2:2) müssen die Gäste gleich zwei Mal zurück kommen, aber sie geben nie auf und die Niedersachsen spielen schlichtweg zu fahrlässig.
Wolfsburg. Den VfL Wolfsburg trennt derzeit von einer Spitzenmannschaft die letzte Souveränität. So auch gegen den 1. FSV Mainz 05. Die Niedersachsen führen zwei Mal, zwischendurch sogar mit 2:0 und siegen am Ende dennoch nicht.
PERSONAL & TAKTIK
Beim deutschen Meister gab es in der Startaufstellung keine größeren Überraschungen. Für Aufsehen sorgte lediglich, dass Ashkan Dejagah nicht in der Startelf stand. Anstelle seiner Person durfte Thomas Kahlenberg erstmals in einem Pflichtspiel im Mittelfeld ran. Beim FSV Mainz 05 gab es ebenfalls nur eine diskutierte Personalie: Chadli Amri erhielt in der Dreierkette hinter der einzigen Spitze Aristide Bancé den Vorzug vor André Schürrle.
SPIELVERLAUF: 1. HÄLFTE
Wolfsburg begann dann sehr flott und ging auch sehr früh in Führung. Nach sieben Minuten setzte sich Misimovic auf der Außenbahn durch und flankte in die Mitte. Dort unterlief Nico Bungert ein katastrophaler Stellungsfehler, so dass Obafemi Martins seinen dritten Kopfballtreffer und sein viertes Tor allgemein erzielen konnte. Es war das schnellste Saisontor die Niedersachsen, die diese Führung auch zu diesem Zeitpunkt bereits verdient hatten. Zudem sollte das dem deutschen Meister natürlich in die Karten spielen. Nun musste sich Mainz etwas befreien, es würden Räume für den VfL entstehen.
Anschließend wurden die Gäste aber etwas besser und erarbeiteten sich sogar ein Chancenplus. Tim Hoogland erzielte sogar den Ausgleich, der aber zurecht wegen einer knappen Abseitsstellung aberkannt wurde (13.). In dieser Phase wirkte der deutsche Meister nun defensiv sehr unsicher und mit vielen Fehlern bereits im Mittelfeld. Es folgte dann aber wieder eine starke Phase der Niedersachsen in der Martins mit dem Kopf an Müller scheiterte (16.) und Marcel Schäfer kurz darauf aus der zweiten Reihe wenige Zentimeter neben das Tor ballerte (18.). Bis dato war das ein sehr, sehr spannendes und unterhaltsames Spiel.
Die Spannung sollte dann aber ab der 20. Minute etwas herausgenommen sein: Nach einem phantastischen Steilpass von Edin Dzeko ging der sehr fleißige Obafemi Martins in der Mitte auf das Tor zu, verlud Heinz Müller und schob dann zum 2:0 ein. Die Führung war sicherlich um ein Tor zu hoch, mittlerweile aber insgesamt verdient. Wolfsburg spielte sehr leichtfüßig und flott, fast so, wie in der Meistersaison. Zudem war die Mannschaft vor dem Tor sehr effizient. Eigentlich die große Qualität des FSV Mainz 05.
Dieser Offensivmotor stotterte aber bis dato noch etwas. Denn die Gäste hatten durchaus ihre Möglichkeiten, nutzten diese aber nicht. Zumindest nicht bis zur 35. Minute: Dann war nach einer Flanke Chadli Amri frei. Er nahm den Ball super an und donnerte ihn dann ins Netz. Ein weiteres tolles Tor. Amri vergab nur 70 Sekunden später eine weitere tolle Chance. Nun war Mainz wieder im Spiel. Jetzt drängten die Gäste auf den Ausgleich. Und der sollte sogar noch vor der Pause gelingen, weil Andreas Ivanschitz einen Freistoß sensationell direkt verwandelte (41.). Was war das für eine geniale erste Halbzeit?
SPIELVERLAUF: 2. HÄLFTE
Auch der zweite Durchgang begann sehr flott. Beide Mannschaften boten sich wieder einen offenen Schlagabtausch, spielten bemüht nach vorne. Bemerkenswert auch, welche spielerischen Fähigkeiten die Mainzer nun abriefen. Immer wieder erarbeiteten sie sich durch tolle Kombinationen viel Raum. Es schien so, als wäre der nächste Treffer nur eine Frage der Zeit. Die gut 28 000 Zuschauer im Stadion sahen eine sehr unterhaltsame Begegnung, die aber zunehmend auch individuelle Fehler bei den Niedersachsen parat hatte. Zu Beginn der zweiten 45 Minuten waren die Gäste dann doch aktiver.
Umso überraschender war es, dass der VfL nach 64 Minuten erneut in Führung gehen konnte. Nach einer Flanke des fleißigen Marcel Schäfer war die Defensive der Gäste nicht gut sortiert. Auch Keeper Heinz Müller sah schwach aus, so dass Zvezdjan Misimovic aus dem Hintergrund anlaufen konnte und das Leder in die Maschen knallte. Damit war der Spielverlauf nun etwas auf den Kopf gestellt. Und der FSV war nun gefordert. Die Mannschaft hatte sich so toll zurückgekämpft, lag nun aber erneut zurück. Das kostete Kraft und Moral.
Aufgeben war aber noch lange nicht angesagt. André Schürrle erzielte bereits nach 79 Minuten den Ausgleich, der aber nicht anerkannt wurde. Angeblich soll der Vorlagengeber Amri im Abseits gewesen sein, was aber eine krasse Fehlentscheidung war. So war es dann eben Tim Hoogland, der in der 85. Minute das 3:3 erzielte. Respekt an die tolle Moral der Gäste!
SCHLÜSSELSPIELER & -SZENEN
Was bemerkenswert war: Oft waren Fehler im Mittelfeld die Ausgangspunkte für Chancen und Tore. Deshalb waren diese Momente entscheidend und neben den Treffern die Schlüsselszenen im Spiel. Als Schlüsselspieler waren die zentralen Mittelfeldkicker Andreas Ivanschitz und Zvezdjan Misimovic auszumachen. Sie rissen das Spiel an sich. Zudem war natürlich auch Obafemi Martins ein ganz wichtiger Akteur, weil er mit viel Einsatz und zwei Treffern erst das hochklassige Spiel möglich machte.
SPIELER DES SPIELS: Andreas Ivanschitz
Der Mainzer war über 90 Minuten der absolut beste Spieler seiner Mannschaft und stach damit sogar den Zwei-Tore-Mann Martins aus. Ivanschitz erzielte ein Tor selbst, bereitete einen weiteren Treffer vor und gewann im Mittelfeld eine Vielzahl ganz wichtiger Zweikämpfe.
SCHIEDSRICHTER – Note: 4.5
Marco Fritz wirkte nicht immer absolut souverän, hatte drei, vier sehr strittige Entscheidungen. In einer recht ruhigen Begegnung gab es aber eine wirklich tragische Fehlentscheidungen, als Schürrles Treffer nach 79 Minuten wegen einer nicht vorhanden Abseitsstellung nicht gegeben wurde.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
SPIELNOTE: 8
Das Spiel war nicht nur wegen der vielen Tore, sondern auch wegen der offenen Spielanteile ein sehr unterhaltsames Unterfangen. Beide Mannschaften spielten zielstrebig von Beginn an nach vorne, ein großes Taktieren war nicht zu sehen. Das machte das Match unglaublich spannend und sehr, sehr ansehnlich.
Das Spiel in der Goal.com-Statistik
FAZIT
Dem deutschen Meister fehlt noch die Souveränität, die in der letzten Spielzeit so überzeugend war. Letztlich gewinnt in diesem Spiel die qualitativ bessere Mannschaft nicht, weil Mainz insgesamt durchaus auf Augenhöhe war. Ein verdienter Punktgewinn des Aufsteigers aus Rheinland-Pfalz.
Eure Meinung: Wem hilft dieser Punkt mehr weiter?
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