Soldo bläst zum Angriff und löst den Kölner Offensiv-Knoten

Zu Recht regnete es zuletzt Kritik auf den schwächsten Sturm der Bundesliga. Nach nur sechs Toren in nur zehn Spielen holte Zvonimir gegen Eintracht Trier zum Rundumschlag aus. Selbstbewusst stellte der sonst so ruhige Kroate seine Mannschaft personell so offensiv wie möglich auf und ebnete damit taktisch den Weg Richtung Viertelfinale. Platzt nun der Knotem im Sturm der „Geißböcke“?

27.10.2009 21:59:32

Zvonimir Soldo  (Bongarts/Getty-Images)
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Zvonimir Soldo (Bongarts/Getty-Images)

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(fd) Köln. Zwar nahm der 1. FC Köln seine Aufgabe ernst am heutigen Dienstagabend gegen den Favoritenschreck Eintracht Trier, aber dennoch traten die Domstädter mit breiter Brust im Moselstadion auf und stürmten ab der ersten Minute drauf los, was der Basler-Elf den Boden unter den Füßen nahm, um überhaupt eine Sensation landen zu können.

FC mit Powerplay

Der wieselflinke Fabrice Ehret wurde als Linksverteidiger zurückgezogen, damit mit Sebastian Freis ein weiterer gelernter Stürmer in der Startelf auflaufen konnte. Zusammen mit Lukas Podolski auf links sollte der Ex-Badener von der Seite nach innen ziehen, während die Offensivverteidiger Miso Brecko und Fabrice Ehret die Außen permanent flankierten. Zeitweise erinnerte das FC-Powerplay an Handball. Acht Feldspieler belagerten konstant die gegnerische Hälfte und ließen den Ball laufen. Im Gegensatz zu den Vorwochen strotze der FC nur vor Ideen. Alle bewegten sich, die Lücken wurden gesucht, das Spiel kontrolliert. Wie wichtig die Rückkehr von Maniche war, konnte man nicht übersehen: Er war die Verknüpfung zwischen Mittelfeld und Angriff, die Ideen versprühte und selbst den Abschluss aus der zweiten Reihe suchte - heute mit Erfolg!

Knoten geplatzt bei Generalprobe: Mit Selbstbewusstsein gegen Hannover?


Obwohl es heute nur gegen einen Viertligisten ging war Zvonimir Soldos taktische Ausrichtung vielleicht die Generalprobe für die kommenden Bundesliga-Aufgaben. Trier kam nicht nur, überhaupt nicht zum Zug, sondern die „Geißböcke“ durften endlich einmal befreit nach vorne traben, aufeinander einspielen und sich spielerisch entfalten. Je länger das Spiel andauerte, umso besser funktionierten die Abläufe. Auch wenn gegen Hannover Fabrice Ehret wohl zurück ins Mittelfeld rücken könnte und Kevin McKenna das Loch in der Abwehrreihe stopfen wird, konnte der 1. FC Köln endlich Selbstbewusstsein tanken und sich kreativ ausleben. Dieses taktische Risiko von Zvonimir Soldo, alles nach vorne zu schmeißen, hat sich nicht nur gegen Trier bezahlt gemacht, sondern könnte auch langfristig Früchte tragen. Der Knoten im FC-Strum ist heute geplatzt. Nun gilt es, das positive Erlebnis mit ins Heimspiel gegen Hannover mitzunehmen. Hinten, da klappt es nämlich bereits. In den letzten fünf Spielen gab es lediglich ein Gegentor für die Rheinländer, die eine der besten Defensivbilanzen der Bundesliga vorweisen können.

Was meint ihr: Taktische Meisterleistung von Soldo? Wird der FC dieses positive Erlebnis mit ins Heimspiel gegen Hannover nehmen können?

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