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Spielbericht Bundesliga: Hannover 96 – VfB Stuttgart
Seit 55 Jahren gibt es nun schon das Stadion in Hannover. Gerade am Geburtstag der Spielstätte wurde dabei eine negative Serie gerissen. Seit 20 Jahren gewannen die Niedersachsen auf diesem Spielfeld nicht mehr gegen den VfB Stuttgart. Nun aber folgte der 1:0 (1:0)-Sieg, der ebenso glücklich wie umjubelt war.
Hannover. Nach dem Spiel in Hannover haben sich die Anzeichen verdichtet, dass Markus Babbel trotz der Niederlage des VfB Stuttgart weiter im Amt bleiben darf. Hannover 96 freut sich über drei ganz wichtige Punkte.
PERSONAL & TAKTIK
Hannover 96 lief im Vergleich zur letzten Partie nur mit einer Veränderung in der Startelf auf. Auf der linken Seite verteidigte an Stelle des kurzfristig erkrankten Constant Djakpa Konstantin Rausch. Ansonsten ließ Trainer Andreas Bergmann seine Mannen so spielen, wie das zuletzt der Fall war. Auch Jiri Stajner konnte nach Problemen unter der Woche auflaufen. Zu Wechseln gezwungen war Markus Babbel auf der Gegenseite. Für den schwachen Khalid Boulahrouz durfte der laut Babbel „kopfballstärkere Spieler“ Matthieu Delpierre ran. Der Trainer wollte damit bei Standard-Situationen endlich die Ordnung bei seinem Team gegeben sehen. Ansonsten fehlten die verletzten Sami Khedira und Jeronimo Cacau. Dafür standen Thomas Hitzlsperger und Elson in der Startelf. Julian Schieber lief als einziger Angreifer auf, sollte aber unter anderem vom zuletzt schwachen Aliaksandr Hleb mit Pässen und Flanken gefüttert werden.
SPIELVERLAUF: 1. HÄLFTE
In den ersten 20 Minuten dieser Begegnung geschah nicht sonderlich viel. Hannover wirkte auf dem Rasen sehr präsent und attackierte den VfB immer sehr früh und aggressiv. Die Schwaben hingegen standen ihrer Seits sehr souverän und sicher. Das Spiel war in der Anfangsphase sehr von der Taktik geprägt. Aber: In Ansätzen zeigten die Gäste über Elson, Hitzlsperger und auch Schieber im Gang nach vorne sehr ordentliche Aktionen. Die Niedersachsen hingegen standen sicher im Zentrum und versuchten aus einer stabilen Abwehr heraus schnell umzuschalten. Das gelang in den ersten Minuten noch nicht in letzter Konsequenz.
Und dann wurde es richtig bitter: Nach einer tollen Kombination setzte Arnold Bruggink Didier Ya Konan ein. Dass dieser leicht im Abseits stand, konnte erst mit vielen Kameras aufgeklärt werden. Der Angreifer jedenfalls schob den Ball ins leere Tor und damit führte Hannover nun mit 1:0 (30.). Gerade war Stuttgart immer besser ins Spiel gekommen. Die Schwaben hatten nun mehr klare Aktionen und mit dem ersten Angriff führten die Hausherren. Markus Babbel schüttelte ungläubig den Kopf. Das tat ihm besonders weh! Wieder gut gespielt. Wieder alles gegeben. Und wieder der so unglückliche Gegentreffer.
Bis zur Pause blieb es auch bei diesem Spielstand. Bemerkenswert: Die Schwaben gaben sich nie auf, spielten weiter bemüht nach vorne. Aber es sollte einfach nicht sein. Vor allem über den konsternierten Hleb wurden im Aufbauspiel viele Bälle verloren. Es fehlte noch an Entschlossenheit und Präzision. Denn eines war klar: Hannover konnte mit einem Minimalaufwand gegen den VfB Stuttgart führen. Und das sollte Babbel zur Pause zu denken geben...
SPIELVERLAUF: 2. HÄLFTE
Aber auch nach dem Wiederanpfiff blieb Stuttgart besser. So scheiterte Schieber am Bollwerk der Niedersachsen. So musste Elseon seinen Schuss gegen den Tor-Pfosten prallen sehen, nachdem Florian Fromlowitz toll gehalten hatte (59.). Was war denn nur hier los? Stuttgart war besser im Spiel, drängte dauerhaft nach vorne, kam aber nach wie vor nicht zum Ausgleich. Und es blieb weiter gefährlich, weil Hannover gefährliche Konter einfur. Nur der Abschluss wollte noch nicht passen. Der zweite Durchgang war wesentlich flotter, als die ersten 45 Minuten.
Immer wieder waren die Schwaben vor dem Tor der Gastgeber gefährlich, immer wieder scheiterten sie aber auch. Noch einmal sollte kurz vor dem Ende der Pfosten im Weg stehen. Ansonsten erwiesen sich Hanno Balitsch und Florian Fromlowitz im Zusammenspiel als „Chancen-Killer“ für die Schwaben. Bis zum Ende sollte es bei dieser sehr schmerzlichen Niederlage bleiben, obwohl der VfB das Unentschieden absolut verdient gehabt hätte. Die Krise jedenfalls konnte in diesen 90 Minuten nicht abgewendet werden.
SCHLÜSSELSPIELER & -SZENEN
Toll waren vor allem die Leistungen von Hanno Balitsch und Florian Fromlowitz, die sich vor allem im zweiten Durchgang als Lichter am Ende des Horizonts erweisen sollten. Ya Konan gefiel zudem durch viel Einsatz. Zu den Schlüsselszenen gehörten neben dem einzigen Tor des Tages auch die zwei Pfostenschüsse der Schwaben und natürlich viele tolle Klärungsversuche der niedersächsischen Defensive in der Schlussphase.
SPIELER DES SPIELS: Hanno Balitsch
Er legte immer wieder den Schalter blitzschnell um und trieb seine Mannschaft an. In der Defensive war er zudem ein Garant für den Erfolg, weil er unzählige Möglichkeiten der Gäste zunichte machte. Eine tolle Leistung des Mittelfeldspielers.
SCHIEDSRICHTER – Note: 7
Guido Winkmann pfiff das Spiel absolut souverän, auch wenn er in der Schlussphase eltiche Gelbe Karten zücken musste. Leider entschied er mit seiner Fehlentscheidung beim 1:0 für Hannover das Spiel. Dennoch: Einen Vorwurf konnte man ihm dabei kaum machen. Mit bloßem Auge war dieses Abseits nicht zu sehen. Und wie heißt es immer: Im Zweifel für den Angreifer.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
SPIELNOTE: 6.5
Die gute Note liegt vor allem am VfB Stuttgart, der unheimlich viel in dieses Spiel investiert hat und am Ende unglücklich gegen Hannover 96 verlor. Spannung, Kampf und Torchancen – hier war alles zu sehen. Und das, weil sich eben gerade die Schwaben bis zuletzt auf dem Platz nahezu zerrissen. Gereicht hat es nicht.
Das Spiel in der Goal.com-Statsitik
FAZIT
Die Krise beim deutschen Meister von 2007 spitzt sich weiter zu. Auch wenn die Mannschaft in Hannover keineswegs enttäuschte, reichte es am Ende nicht zu einem Punktgewinn. Der Abstiegskampf hat den VfB nach wie vor für sich alleine. Hannover hingegen verabschiedet sich vorerst ins Mittelfeld der Tabelle.
Eure Meinung: Geht es nun für Markus Babbel noch weiter?
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