Selim Teber im Exklusiv-Interview (2): „Damals wusste ich noch nicht, was es heißt, ein Profi zu sein“

Selim Teber ist froh, bei Eintracht Frankfurt zu sein. Der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler ist unter Trainer Michael Skibbe gesetzt und ist begeistert von den Fans. Vor dem Aufeinandertreffen mit Rekordmeister Bayern München stand Teber Goal.com in einem EXKLUSIV-Interview Rede und Antwort. Dabei sprach der ehemalige Hoffenheimer Klartext.

Eintracht in Frankfurt. Teber, Amanatidis und Schwegler voller Freude (Getty)
Ein Interview von Falko BLÖDING

Frankfurt. Der Tapetenwechsel vor der Saison hat Selim Teber gut getan. Der Mittelfeldspieler ging von 1899 Hoffenheim zu Eintracht Frankfurt, wo er in den ersten acht Spielen stets in der Startelf stand. In den nächsten fünf Tagen treffen die Frankfurter gleich zweimal auf den FC Bayern. Selim Teber ist für die Aufeinandertreffen in Bundesliga und DFB-Pokal optimistisch. Im Gespräch mit Goal.com entpuppt sich der 28-jährige als Typ, der kein Blatt vor den Mund nimmt und selbstkritisch ist.

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Sie haben zwischen 2002 und 2003 fünf Spiele für die deutsche U-21-Nationalmannschaft absolviert. Danach wurde der Sprung in die A-Nationalmannschaft nicht geschafft, woran lag das?

Selim Teber: Ganz einfach: an mir! Ich war im Kopf einfach noch nicht so weit. Damals hatte ich noch nicht kapiert, wie man sich professionell verhält. Ernährung, Training, das hätte ich besser machen können. Vielleicht hätte ich es damals schon gepackt.

Immer wieder beherrscht in dieser Saison ein Thema die Schlagzeilen rund um Eintracht Frankfurt: Die Form und die Einsätze von Mittelfeldspieler Caio – welche Rolle nimmt der Brasilianer in der Mannschaft ein? Wie beurteilen Sie diese Diskussionen rund um Caio?

Selim Teber: Caio ist in Frankfurt ein Riesenthema. Wegen seiner Ablöse [die Eintracht überwies die den Rekordbetrag von 3,8 Millionen € für den 22-jährigen, d.Red] steht er ständig im Blickpunkt. Vielleicht muss es bei ihm auch noch „Klick“ machen. Er muss lernen, dass er nun in Deutschland ist und nicht mehr in Brasilien. In letzter Zeit sehe ich ihn oft im Kraftraum und er bekommt vom Trainer mehr Spielzeit. Er arbeitet viel an sich und es liegt an ihm, sein großes Potenzial auszuschöpfen.

„Die Bayern haben keine Übermannschaft“

Sie mussten an diesem Wochenende als erste Spieler der aktuellen Bundesliga-Saison eine Gelb-Sperre absitzen. Jetzt geht es am kommenden Samstag zum großen FC Bayern, wird auch dort Ihre Härte und Ihr Kampfgeist gebraucht – oder wie glauben Sie, kann man in München Zählbares mitnehmen?

Selim Teber: Die Saison hat gezeigt, dass München nicht die große Übermannschaft ist. Natürlich haben sie Top-Spieler, aber wir reisen mit großem Selbstvertrauen dort hin. Wir müssen gut stehen, uns zerreißen und den Bayern immer wieder weh tun.


Ein Sieg, der optimistisch macht: Am ersten Spieltag besiegte die Eintracht Werder Bremen mit 3:2. So soll es auch gegen die Bayern laufen.

Wie sehr hilft da das Erfolgserlebnis vom ersten Spieltag, als die Eintracht Werder Bremen im Weserstadion bei ähnlicher Ausgangslage schulbuchmäßig auskonterte?

Selim Teber: Natürlich haben wir das im Hinterkopf. Wir wissen, dass wir diese Mannschaften schlagen können. Deshalb fahren wir nach München um dort auf jeden Fall etwas mitzunehmen.

„Der Pokal ist der schnellste Weg nach Europa“

FC Bayern die Zweite: Vier Tage später empfängt die Eintracht die Bayern zu Hause, dann zum Achtelfinale im DFB-Pokal. Wie stehen die Chancen auf eine bayrische Super-Woche und auf eine Pokalsensation?

Selim Teber: Das ist schon Lospech, immerhin ist es die einzige Paarung, in der zwei Bundesligisten auf einander treffen. Aber der Pokal ist der schnellste Weg nach Europa. Und wir wollen versuchen, das für unsere Fans zu schaffen. Es ist ein Spiel gegen die Bayern, da gilt „Alles oder Nichts“. Wir müssen alles geben und eine top Leistung abliefern. Dann können wir es auch schaffen.

Die Erwartungshaltung im Umfeld des Vereins steigt gefühlsmäßig mit jedem Punktgewinn welches Saisonziel verfolgt die Mannschaft? Gibt es vielleicht sogar schon den Traum vom internationalen Geschäft?

Selim Teber: Die Fans und das gesamte Umfeld in Frankfurt sind geil auf Erfolg. Wir wollten in diesem Jahr anders auftreten, als es die Eintracht im letzten Jahr getan hat. Es hat sich schon viel getan, aber wir müssen weiter an uns arbeiten und den Willen zeigen, uns ständig zu verbessern. Die Tabelle ist in meinen Augen noch immer nicht wirklich aussagekräftig. Daher ist es auch noch zu früh, um ein Ziel auszugeben. Wir schauen von Spiel zu Spiel. Wenn es am Ende Rang neun oder zehn wird, ist das okay, aber wir werden probieren, noch weiter vorn zu stehen.

Teil eins unseres EXKLUSIV-Interviews mit Selim Teber


 
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