Vorschau Bundesliga: Hannover 96 – VfB Stuttgart

In Stuttgart lebt es sich derzeit als Fan des VfB nicht gerade einfach. Die Mannschaft spielte zuletzt immer wieder ordentlich und dennoch sollten keine Punkte eingefahren werden. Niederlagen gegen den FC Schalke 04 (1:2) und den FC Sevilla (1:3) waren in den letzten Tagen der Tiefpunkt der Ära des Trainers Markus Babbel. Und so scheint es immer wahrscheinlicher, dass der Coach bei einem erneuten Misserfolg am Wochenende gegen Hannover 96 zum letzten Mal auf der Bank sitzen würde. Noch aber wollen sich Mannschaft und Trainer gegen den drohenden Untergang stemmen und sich ihrem Schicksal nicht kampflos hingeben.

Florian Fromlowitz, Hannover 96 (firo)
Von Dennis WEINACHT

Hannover. Nein, aufgeben wollte Markus Babbel noch nie. Er möchte auch bei Hannover 96 wieder das Unternehmen „Sieg“ starten und doch bitte damit auch wieder erfolgreich sein. Es muss beim VfB Stuttgart endlich die Wende her. Sonst kippt der Trainer am Samstag.

PERSONAL & TAKTIK

Bei den niedersächsischen Gastgebern ist die Formation, mit welcher Trainer Andreas Bergmann spielen lassen wird, noch nicht klar. Das hängt vor allem von Angreifer Jiri Stajner ab. Sollte er wieder fit werden, wird er an der Seite von Didier Ya Konan stürmen. Ist er jedoch nicht wieder rechtzeitig gesund, lässt der Coach nur mit einer Spitze spielen. Dann würden im Mittelfeld zwei offensive Akteure agieren. Neben dem gesetzten Arnold Bruggink dürften sich Rama, Pinto oder Krzynowek zeigen. Beim VfB Stuttgart ist nach der Niederlage in der Champions League gegen Sevilla (1:3) noch nicht klar, ob Trainer Babbel wieder extrem durchrotieren wird, oder ob er auf die selbe Mannschaft setzt. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit spielt im Zentrum der Abwehr-Viererkette aber wieder Matthieu Delpierre anstelle von Khalid Boulahrouz. Im Sturm ersetzt Julian Schieber den verletzten Jeronimo Cacau.

So wollen sie spielen

FORMKURVE & AUSGANGSLAGE

Beide Mannschaften dürften nicht gerade mit breiter Brust diese Aufgabe angehen. Hannover 96 gewann von den letzten sechs Spielen nur eines. Am letzten Wochenende verlor die Mannschaft mit 1:2 gegen Eintracht Frankfurt. Damit verharrt das Team im Abstiegskampf und Erfolge müssen dringend her. Denn die neun Punkte aus neun Spielen würden hochgerechnet auf eine ganze Saison vermutlich nicht zum Klassenerhalt reichen. Erst acht Zähler hat der VfB Stuttgart, der absolut unter seinen Möglichkeiten in den ersten Spielen blieb und in der Liga nur den 13. Rang belegt. Punktgleich mit dem Relegationsplatz geht es für die Mannschaft laut Sportvorstand Horst Heldt „nur noch gegen den Abstieg“. Umso wichtiger sind die Punkte bei einem direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt.

DER DIREKTE VERGLEICH

Die Vergangenheit dürfte den Schwaben dabei nicht gerade Mut machen. 2006 gab es in der Bundesliga den letzten Sieg in Hannover. Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften im Februar diesen Jahres endete sehenswert mit einem 3:3-Remis. Mit Gomez, Lanig und Hitzlsperger trafen damals drei Spieler für den VfB, die heute entweder nicht mehr im Verein sind oder aber extrem schwächeln. Die gesamte Bilanz spricht dennoch knapp für die Schwaben, die in 40 Bundesligaspielen 19 Mal siegten, 14 Mal verloren und sieben Mal ein Unentschieden akzeptieren mussten.

DIE SCHLÜSSELSPIELER

In der Bundesliga kann man nur mit einer ordentlichen Defensive bestehen, die schon beim Torhüter anfangen muss. Demnach sind Jens Lehmann und Florian Fromlowitz ganz wichtig an diesem Wochenende. Sie müssen ihrer Hintermannschaft die notwendige Sicherheit verleihen und selbstbewusst auftreten. Lehmann sah zuletzt gegen den FC Sevilla nicht gut aus und das gesamte Team wirkte dadurch verunsichert und gehemmt. Nur wenn diese beiden Torhüter und die jeweiligen Viererketten davor bestehen können, wird ein Punktgewinn für die jeweilige Mannschaft möglich sein.

DAS DUELL DES SPIELS

Arnold Bruggink vs. Christian Träsch – Im Mittelfeld werden es diese beiden Spieler immer wieder miteinander zutun bekommen. Bruggink will das Offensivspiel seiner Mannschaft beleben und Träsch will auf der „Sechser“-Position gut stehen und dann möglichst ebenfalls immer wieder den Gang nach vorne suchen. Diese beiden Spieler können zu den Schaltzentralen werden. Wer sich in diesem direkten Duelle durchsetzen kann, kann auch das gesamte Spiel mit einer tollen Idee entscheiden. Es wird interessant sein, wie sich diese beiden sehr unterschiedlichen Spielertypen gegeneinander behaupten wollen.

AUFGESPIESST

Andreas Bergmann (Trainer, Hannover 96): „Druck ist immer da, aber wir müssen uns vor jedem Spiel in unser Bewusstsein rufen, dass wir in der Bundesliga spielen. Und wir freuen uns auf jedes Spiel.“

Markus Babbel (Trainer, VfB Stuttgart): „Ich gehe voran! Und ich erwarte von der Truppe, dass sie mir folgt.“

PROGNOSE

Hannover 96 wird etwas glücklich aber nicht unverdient für die nächste Niederlage des VfB Stuttgart sorgen. In einer unterhaltsamen Begegnung setzen sich die Niedersachsen mit 3:2 gegen die Schwaben durch. Damit verschaffen sie sich Luft nach unten in der Tabelle, was man vom Gegner ganz und gar nicht behaupten kann. Für Trainer Markus Babbel wird es zugleich der letzte Tag als Trainer des VfB Stuttgart sein...

Eure Meinung: Was erwartet Ihr in und von diesem Spiel?



 
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