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Verlierer der Woche: Hamburger Publikum
„Hamburg meine Perle, du wunderschöne Stadt, du bist mein Zuhaus, du bist mein Leben du bist die Stadt auf die ich kann, auf die ich kann.“ Wenn das Stadion-Lied vor den Spielen gesungen wird, dann hat das in Hamburg eine Wirkung, wie in keinem Stadion sonst in der Bundesliga. Man möchte zugleich in grenzenlose Melancholie verfallen und doch überwiegt die Vorfreude auf spannende 90 Fußball-Minuten. Hamburg gehört ja auch in der Tat zu den schönsten Städten in Deutschland und ganz Europa. Aber eines muss man einfach ungeschönt sagen: Mit dem Fußball war es im hohen Norden in dieser Woche nicht so ganz klasse. Dabei sah doch noch vor sieben Tagen alles so nach einer richtigen Hammer-Woche aus.
Hamburg. In den Medien war es in der letzten Woche das dominierende Thema: Waren die Pfiffe der Fans in Hamburg beim Länderspiel gegen die deutsche Nationalmannschaft denn nun berechtigt, oder nicht? Michael Ballack jedenfalls war nicht gerade zufrieden mit dem Einsatz der Zuschauer: „Ich habe kein Verständnis für die Pfiffe. Natürlich haben wir nicht gut gespielt, aber das hat die Mannschaft nach dieser guten Qualifikation nicht verdient. Wir sind alle enttäuscht. Ich hätte mehr Fingerspitzengefühl erwartet.“ Dennoch muss man aber auch sehen, dass die Fans im Stadion eben nicht durchweg Millionäre sind und die Eintrittskarten aus der Porto-Kasse bezahlen. Es ist also durchaus nachvollziehbar, dass die Zuschauer auch gerne für viel Geld zumindest ein bisschen Spaß im Stadion gehabt hätten. Offenbar stößt man mit dieser Forderung bei den Spielern aber auf taube Ohren. Zumindest war es anschließend in der Bundesliga beim selbst ernannten Spitzenspiel nicht unbedingt besser.
Finnen gaben den Ausschlag
Dabei sah es für die Fans doch vor einer Woche noch so gut aus: In der Bundesliga waren die Mannschaften von Bayer 04 Leverkusen und dem Hamburger SV mit den besten und torreichsten Offensiven gesegnet und die deutsche Nationalmannschaft hatte sich gerade mit einem starken Einsatz gegen Russland für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika qualifiziert. Besser konnten die Vorzeichen doch auf zwei sehr gute Spiele gar nicht stehen. Dann aber das Länderspiel! Die erste Ernüchterung. Denn gegen starke Finnen fand die deutsche Auswahl nie wirklich in der Offensive zu ihrer Chance. Lange sah es gar nach der ersten Niederlage in einem WM-Qualifikationsspiel seit 2001 aus. Lukas Podolski konnte diese in letzter Sekunde noch abwenden. An dem schwachen Fußball über 90 Minuten hinweg änderte dies aber nichts.
Beim Top-Spiel in der Bundesliga war es dann erneut ein Finne, der den Zuschauern jeglichen Spaß an der Begegnung verwehrte. Sami Hyypiä stand in der Abwehr bei den Gästen aus Leverkusen überragend. Immer wieder war er zur Stelle, wenn es mal hätte eng werden können. Die Folge: Weil Leverkusen sich in der Offensive lange nicht wirklich bemühte, kam erst nach 80 Minuten mit zwei Torchancen mal so ein wenig Spannung auf. Zehn Minuten Entertainment. Mit der letzten Minute vom Länderspiel zusammengenommen hat das Hamburger Publikum damit genau elf tolle Spielminuten in dieser Woche sehen dürfen. Die restlichen 169 kann man jedoch getrost wieder ganz schnell vergessen.
Keine Fan-Diskussion
Immerhin gab es nach diesem Bundesliga-Spiel keine Fandiskussion. Denn eines musste man neidlos anmerken: Das Publikum präsentierte sich am Rande des Spiels sensationell geduldig. Zwar gingen einige Fans schon eine ganze Weile vor dem Abpfiff, aber Pfiffe gab es keine zu hören im weiten Rund. Dennoch kann man den Zuschauern nur wünschen, dass bald endlich wieder schöner Fußball auf dem Rasen zu sehen ist. Der Vortrag des Stadion-Liedes soll doch bitte in Zukunft nicht mehr das einzige Highlight an einem Abend bleiben. Denn zumindest da gab es noch richtige Gänsehaut-Stimmung...
Eure Meinung: Müssten die Spieler im Sinne der Fans mehr riskieren und hin und wieder den Kampf um die bessere Taktik hinten anstellen?
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