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Spielbericht Bundesliga: Hertha BSC – Hamburger SV
Gegen den Hamburger SV erlitt die Berliner Hertha mit 1:3 bereits die siebte Bundesliga-Niederlage in Folge. Beim Debüt von Friedhelm Funkel auf der Trainerbank avancierten ein Brasilianer und ein eingewechselter Keeper zu den unglücklichen Protagonisten. Die Hamburger indes zogen punktemäßig mit Leader Leverkusen gleich.
Von Johannes RUPPRECHTER
Berlin. Hertha BSC verlor am 8. Spieltag zu Hause beim Debüt von Coach Friedhelm Funkel mit 1:3 gegen den Hamburger SV. Dabei überschlugen sich die Ereignisse vornehmlich in Abschnitt eins.
PERSONAL & TAKTIK
Bei den Berlinern stellte Neu-Coach Funkel Kapitän Friedrich vom Zentrum auf die rechte Abwehrseite. Kaka und von Bergen bildeten die Innenverteidigung. Raffael agierte als Regisseur hinter der einzigen Spitze Ramos, die von Ebert und Nicu flankiert wurde.
Bruno Labbadia ließ Boateng wieder innen verteidigen, Demel rückte auf rechts. Vor ihm wirbelte Torun, der den zuletzt kränkelnden Trochowski erstzte. Berg und Petric sollten vorne für die Tore sorgen.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Die Hertha begann mit viel Schwung, Leidenschaft und Engagement. Die „Alte Dame“ erarbeitete sich in der Anfangsphase viele Standardsituationen. Eine dieser führte dann auch zum 1:0 für die Gastgeber. Ramos verlängerte eine Ebert-Ecke von rechts auf den zweiten Pfosten, wo Kapitän Friedrich völlig alleinstehend nur mehr den Kopf hinhalten brauchte. Nach diesem Treffer stürmte der zuletzt häufig kritisierte Nationalspieler über den ganzen Platz in Richtung eigener Fans, um den Treffer gebührend zu feiern. Dabei sah man deutlich welche Last vom Spielführer der Hauptstädter fiel. Auch nach dem Führungstreffer waren die Berliner die bessere Mannschaft, zeigten ein hohes Maß an Laufbereitschaft und Engagement, welches in den letzten Wochen ein wenig vermisst wurde. Doch in Minute 24 folgte dann die kalte Dusche für das Funkel-Team: Ein langer Ball von Boateng, der an und für sich locker von Keeper Ochs heruntergepflückt hätte werden können, wurde vom brasilianischen Innenverteidiger Kaka per Kopf ins eigene Tornetz befördert. Nach 33 Minuten mussten die Herthaner dann auch noch Keeper Ochs aufgrund muskulärer Probleme vorgeben und durch den jungen Burchert ersetzen. Und der sollte nur wenige Minuten später zweimal entscheidend im Mittelpunkt stehen. Zunächst versuchte er sieben Minuten vor der Pause einen Steilpass mit einem Kopfball zu unterbinden. Doch dieser landete genau vor den Füßen vor HSV-Captain Jarolim, der den Ball aus 25 Metern ins leere Tor beförderte. Und als wäre dies nicht genug, kam es 86 Sekunden später zu einer Duplizität der Ereignisse: Burchert rannte abermals aus seinem Kasten, um vor Berg mit einem Kopfball zu klären. Und abermals landete dieser vor dem Gegner. Diesmal gelang Ze Roberto das Kunststück die Kugel aus 40 Metern ins Tor zu befördern. Mit diesen drei total überflüssigen Gegentreffern baute die Hertha den Tabellen-Zweiten wieder auf, sodass dieser mit einer bequemen 3:1-Führung in die Kabine gehen durfte.
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Der zweite Abschnitt begann recht ereignislos. Die Hausherren schafften es nicht entscheidend Druck auf die Hanseaten aufzubauen. Coach Funkel ging vom Personal her auch nicht wirklich ein Risiko in diese Richtung ein. Dennoch fand Kacar nach einer guten Stunde eine Top-Chance auf den Anschlusstreffer vor. Doch der Serbe hämmerte die Kugel nach einem Eckball aus kurzer Distanz über das von Rost gehütete HSV-Gehäuse. Kurz darauf der einzige Whermutstropfen für die Gäste. Petric musste verletzt vom Feld und wurde durch Trochowski ersetzt. Anschließend brachten die Hauptstädter gegen eine gut organisierte Hamburger Defensive nichts mehr zu Wege. Und so gewann das abgeklärte Labbadia-Team ohne zu glänzen verdient mit 3:1. Damit zogen die Hamburger an Punkten mit Tabellenführer Leverkusen gleich, während die Hertha die siebte Bundesliga-Pleite in Folge hinnehmen musste.
SCHLÜSSELSPIELER
Bei den Berlinern wussten am ehesten noch Friedrich und Ebert zu Gefallen. Nach dem 1:3 tauchte aber auch dieses Duo weitestgehend unter.
Dem HSV genügte eine durchschnittliche Leistung zu den drei Zählern. Die Torschützen Ze Roberto und Jarolim boten auch ansonsten eine einwandfreie Vorstellung und stachen heraus.
SCHLÜSSELSZENE
Die beiden Schlüsselszenen ereigneten sich innert 86 Sekunden. Zweimal versuchte der eingewechselte Torhüter Burchert durch Herauslaufen per Kopf zu klären. Beide Male landete die Kugel beim Gegner. Dieser bestrafte die Ausflüge in den Personen von Jarolim und Ze Roberto prompt.
SPIELER DES SPIELS: Ze Roberto
Einmal mehr eine starke Leistung des 35-jährigen Ex-Bayern. Lief enorm viel, spielte kluge Pässe und erzielte zudem das entscheidende 3:1.
SCHIEDSRICHTER – Note: 7
Der Pullacher Günter Perl bot eine ordentliche Partie und war stets Herr der Lage. Er musste in einem insgesamt fairen Spiel auch nur zweimal die Gelbe Karte (gegen Friedrich und Ebert) zücken.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
SPIELNOTE: 6
In der ersten Halbzeit sahen die Zuschauer keine hochklassige, aber absolut unterhaltsame Partie mit kuriosen Treffern. Im zweiten Durchgang flachte das Spiel mehr und mehr ab.
Das Spiel in der Goal.com-Statistik
FAZIT
Die Berliner haben sich nach guter Anfangsphase durch individuelle Fehler selbst um die Früchte der Arbeit gebracht. Anschließend spielten der HSV die Führung gekonnt nach Hause.
Eure Meinung: Ein verdienter Sieg der Hamburger?
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