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Man of the Match: Zvonimir Soldo
Der Druck war enorm als Zvonimir Soldo kurz vor dem Anstoß die Arena in Stuttgart betrat. Da lief er die Linie entlang. Um ihn herum etliche bekannte Gesichter. Händeschütteln mit Markus Babbel, dem gegnerischen Trainer. Mit dem hatte er selbst noch vor Jahren zusammengespielt. Gleiches gilt für des Gegners Sportvorstand Horst Heldt. Eine Umarmung für den ehemaligen Kollegen. All dies wird eingefangen von unzähligen Fotografen und Kameraleuten. Alle wollen sie diesen einen Schnappschuss. Das Bild, welches Soldo in seiner schwersten Phase zeigt. Ein Foto eben, das den Trainer abbildet, in einer Drucksituation. Denn eines war vor dem Anpfiff schon jedem klar: Eine Niederlage gegen den VfB Stuttgart könnte so vieles kaputt machen bei den Rheinländern. Beim „Effzeh“ ist immer die Hölle los, das wusste auch Soldo...
Von Dennis WEINACHT
Stuttgart. „Es wäre toll, wenn
wir da die Wende schaffen könnten“, zeigte sich Zvonimir Soldo
vor dem Spiel des 1. FC Köln beim VfB Stuttgart noch
zurückhaltend. In einem Gefühlschaos befand sich der
ehemalige Profi der Schwaben vor dem Match. Sicher war, dass er mit
den Rheinländern unbedingt den ersten Saisonsieg feiern musste
und wollte. Aber seine Rückkehr in das schöne Schwabenland,
wo er so viele Jahre als Führungsspieler einiges miterlebt hat,
fiel ihm auch sichtlich schwer. Das merkte man schon vor dem Spiel,
als er fast schon wehmütig einen Blick in seine Gemütslage
zuließ: „Ich freue mich immer, wenn ich nach Stuttgart
zurückkomme. Ich dachte natürlich vor der Saison nicht,
dass wir als Tabellenletzter nach Stuttgart reisen würden. Aber
auch Stuttgart hat zurzeit einige Probleme. Wenn wir diszipliniert
und mit viel Engagement spielen, können wir gewinnen.“

Taktisch sehr stark eingestellt
Wie das dann im Detail aussehen sollte,
wollte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht verraten. Auf dem Platz
während der 90 Minuten war das aber sehr deutlich zu sehen. Es
war nicht etwa so, dass der VfB Stuttgart nicht bemüht gewesen
wäre. Der 1. FC Köln war an diesem Tag lediglich die
bessere Mannschaft. Der Defensiv-Verbund überragte. Gegen
spielerisch insgesamt und generell sehr gute Schwaben ließen
die Rheinländer nichts zu.
Selbst bei Spielen, in denen die
Kräfteverhältnisse deutlich geregelt sind, sieht man solche
bedingungslose Dominanz in der Defensive über 90 Minuten fast
nie. Die Gäste hatten den VfB über die gesamte Spielzeit im
Griff. Die Tatsache, dass Stuttgart bessere Statistiken aufweisen
konnte, bestätigte dies nur. Denn obwohl der Ballbesitz deutlich
zu Gunsten der Schwaben ausschlug, konnten diese sich kaum Torchancen
erarbeiten.
Weil der 1. FC Köln als Mannschaft und als Gruppe stark spielte und jeder für jeden zu kämpfen bereit war, ging dieser Erfolg absolut in Ordnung. Da war es am Ende nur eine Randnotiz, dass Lukas Podolski eine inakzeptable Leistung ablieferte. Er war oft zu eigensinnig, was aber das Team geschlossen zu kompensieren wusste. Ein Verdienst von Zvonimir Soldo, dessen Mannschaft klasse eingestellt war und sowohl psychisch als auch physisch riefen die gesamten elf Männer auf dem Feld eine absolute Top-Leistung ab. Der Klassenerhalt ist in dieser Form mit Sicherheit zu schaffen und muss das Ziel sein.
Das i-Tüpfelchen zum Schluss
Ein Indiz der soliden Arbeit von Trainer Soldo war zudem sein Riecher in der Schlussphase. So gab er Wilfried Sanou noch einmal die Chance, sich zu zeigen. Dieser traf in der 89. Minute zum 2:0-Endstand aus dem Mittelfeld heraus. Hier hatte sein Coach ein gutes Händchen bewiesen und sich damit selbst wieder in wesentlich ruhigere Fahrwasser gebracht. In den kommenden Tagen wird es endlich wieder ruhiger in der Domstadt. Zuletzt waren die Kritiker laut geworden, die sich mit den Ergebnissen der Mannschaft nicht einverstanden zeigen wollten. Eines war aber schon da auffällig: Zu keinem Zeitpunkt zweifelte irgendjemand an, dass Soldo noch die Mannschaft erreicht. Es gab keine Forderungen nach einem neuen Trainer. Auch das zeigt schon, wie solide der Übungsleiter seine Aufgaben verrichtet. Die Leistungen der letzten Wochen waren ein Hinweis, die Darbietung beim VfB Stuttgart war hingegen der sichere Indikator für die vorhandene Qualität bei Trainer und Mannschaft des 1. FC Köln...
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