5 Bundesliga-Trainern droht der Schleudersitz – Wer sitzt unsicher im Sattel?

Nach fünf Spieltagen blicken die Bundesligisten auf ein erstes Zwischenfazit. Für fünf Trainer können der Saisonstart und das Abschneiden in den ersten Partien nicht zufriedenstellend sein. Jetzt droht bereits der Schleudersitz – Goal.com blickt auf fünf Kandidaten, die am Saisonende vielleicht nicht mehr in ihrem Verein im Amt sind.

Bochum Coach Marcel Koller zeigt, wo es lang geht (firo)
(sh) Wolfsburg. Meistermacher weg, Vorjahressensation vergessen, Aufbruchsstimmung verpufft und Abstiegsgedanken zurück – Für fünf Bundesligisten sind diese Dinge zur Realität geworden: In Wolfsburg ist seit dem Abschied von Felix Magath auch die Meistereuphorie verschwunden, in Dortmund und Köln verpuffte die große Aufbruchsstimmung nach einem katastrophalen Saisonstart, Berlin kann aktuell von dem Abschneiden im Vorjahr nur träumen und in Bochum ist der Abstieg schon wieder ein ganz heißes Thema. 

Nach fünf Spieltagen blicken die Bundesligisten auf ein erstes Zwischenfazit. Für fünf Trainer können der Saisonstart und das Abschneiden in den ersten Partien nicht zufriedenstellend sein. Jetzt droht bereits der Schleudersitz – Goal.com blickt auf fünf Kandidaten, die am Saisonende vielleicht nicht mehr in ihrem Verein im Amt sind.



Zvonimir Soldo (1. FC Köln) – Schleuderwahrscheinlichkeit: 80 %

Wenn der leise, ruhige Gegenwind langsam zu einem Sturm wird, dann dürfte wohl auch Zvonimir Soldo längst begriffen haben, dass es so nicht weitergehen kann. Nach fünf Spieltagen steht der 1. FC Köln am Tabellenende und hat lediglich einen Punkt auf dem Konto. Nach vier Niederlagen und 3:9 Toren haben auch die FC-Anhänger längst den Ernst der Lage verstanden: Dem FC droht erneut eine katastrophale Saison. Der 41-jährige Kroate Zvonomir Soldo trat beim 1. FC Köln die Nachfolge von Christoph Daum an, der im Juni überraschend bei Fenerbahce Istanbul einen neuen Vertrag unterschrieb. Durchweg positiv wurde die Verpflichtung von Soldo als neuer Trainer am Rhein aufgenommen. In Köln hatte man die Hoffnung auf Offensivfußball, denn den kündigte Soldo bei seiner ersten Pressekonferenz an. Soldo war für die FC-Fans nicht nur ein unbeschriebenes Blatt, er wirkte frisch, jung, motiviert, hungrig und wollte es allen beweisen. Doch der Kroate wurde zu keinem Volltreffer. Auch wenn man ihm Zeit geben will, die Geduld haben die erfolgshungrigen Kölner schon häufiger vermissen lassen.



Jürgen Klopp (Borussia Dortmund) – Schleuderwahrscheinlichkeit: 20 %

Aufbruchsstimmung im Sommer 2009: Borussia Dortmund wurde nicht nur von einigen Experten hoch eingestuft, auch die eigenen Anhänger träumten endlich wieder von besseren Zeiten. Immerhin konnte in der Vorsaison unter dem damaligen Neu-Trainer Jürgen Klopp ein erster Aufschwung geschafft werden. Nur knapp wurde am letzten Spieltag die Teilnahme an der Europa League verspielt. In dieser Spielzeit setzt sich der Aufwärtstrend der Borussia, entgegen aller Erwartungen, allerdings nicht fort. Zuletzt gab es gegen den FC Bayern München sogar die höchste Heimniederlage seit 38 Jahren. Mit fünf Punkten und dem aktuell 14. Rang blickt der BVB keiner guten Zukunft entgegen. Jürgen Klopp muss sich jetzt auch in der ersten BVB-Krise beweisen, und zeigen, dass er in Dortmund nicht nur mit Spaß, sondern auch mit Härte, wieder zurück auf die Erfolgsspur findet.



Lucien Favre (Hertha BSC Berlin) – Schleuderwahrscheinlichkeit: 45 %

Eine starke Saison 2008/09 bedeutete für den Hauptstadtklub nicht nur die Teilnahme an der Europa League, sondern auch der Gewinn einiger Fan-Herzen. Neben den zwischenzeitlichen Titelträumen, durfte sogar von der Teilnahme an der Champions League geträumt werden. Doch schon einige Monate später sind diese Kluberfolge vergessen und Lucien Favre blickt mit Hertha BSC Berlin auf einen enttäuschenden Saisonstart. Nach dem Abgang einiger Leistungsträger scheint auch die Berliner Erfolgswelle vorbei zu sein. Ein Sieg und vier Niederlagen bedeuteten aktuell Tabellenplatz 17. Die Vorsaison ist in Berlin längst kein Thema mehr, der Klub muss in diesem Jahr wieder härter kämpfen. Ob dieser Kampf auch bis zum Ende dieser Spielzeit mit Lucien Favre an der Seitenlinie geführt wird, ist aktuell genau so unklar, wie die Zukunft der kriselnden Hertha.



Armin Veh (VfL Wolfsburg) – Schleuderwahrscheinlichkeit: 30 %

Meistermacher und Meistertrainer Felix Magath verließ den VfL Wolfsburg. Armin Veh, der in Stuttgart im Jahr eins nach dem VfB-Meistertitel seine Koffer packen musste, übernahm das Amt in der VW-Stadt. Der Trainer des Jahres 2007 kennt die Situation nach einem solchen Titelerfolg, doch ausgerechnet an so einer Situation scheiterte Veh schon in Stuttgart. Jetzt droht dem gebürtigen Augsburger auch das schnelle Aus in Wolfsburg. Der deutsche Meister kann mit sechs Punkten zum Saisonstart nicht zufrieden sein und liegt somit weit hinter den eigenen Erwartungen zurück. Nun kommt auch noch die Doppel- und Dreifachbelastung mit der Champions League und dem DFB-Pokal hinzu. Es bleibt abzuwarten, ob Armin Veh in Wolfsburg durchhält.



Marcel Koller (VfL Bochum) – Schleuderwahrscheinlichkeit: 90 %

„Koller raus!“, skandierten die Anhänger vom VfL Bochum schon häufiger. Der Schweizer Trainer stand beim Revierklub bereits in der vergangenen Saison kurz vor dem Rausschmiss. Nach der 0:3-Niederlage am Wochenende in Hoffenheim wird die Luft für Marcel Koller immer dünner. Vier Punkte und Tabellenplatz 15 bedeuten in Bochum wohl erneut den Kampf gegen den drohenden Abstieg. Neue Protest-Plakate sind nach dem Auftritt in Sinsheim schon in Auftrag gegeben, während der Klub auf den Slogan „Andere haben Trophäen - wir haben Euch“ setzt. Den Fans sind die VfL-Bekundungen egal, sie kehren ihrem Klub immer mehr den Rücken zu. Am Pranger steht allerdings nicht nur Trainer Marcel Koller alleine, sondern auch die Mannschaft und der Vorstand. Das kommende Heimspiel gegen Aufsteiger FSV Mainz 05 wird nicht nur für den VfL Bochum ein Spiel vor dem unzufriedenen Heimpublikum, sondern auch ein Endspiel – aber nicht für die Mannschaft und den Vorstand, sondern für Marcel Koller.

Eure Meinung: Welche Trainer werden am Saisonende vielleicht nicht mehr in ihrem Verein im Amt sein?


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