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Spielbericht Bundesliga: SV Werder Bremen – Hannover 96
Keine Tore sahen die Zuschauer heute im Weserstadion und ging ein wenig enttäuscht nach Hause.
Von Christoph VOGEL
Bremen. Mit 0:0 trennten sich Werder Bremen und Hannover 96 am Sonntagnachmittag und verließen ohne Sieger den Platz. Die Gäste hatten genau die richtige Taktik parat und nahmen unter anderem Mesut Özil komplett aus der Partie.
PERSONAL & TAKTIK
Bremen konnte unter der Woche kaum mit dem kompletten Kader trainieren, doch trotzdem vertraute Trainer Thomas Schaaf der Elf der letzten Wochen. Dementsprechend mit von der Partie das junge Mittelfeldduo Mesut Özil und Marko Marin. Hannover haderte im Vorfeld mit großen Verletzungsproblemen, so stand unter anderem Florian Fromlowitz für Robert Enke (Virusinfektion) im Tor. Der junge Djakpa startete erneut im linken Mittelfeld hinter den Spitzen Stajner und Ya Konan.
SPIELVERLAUF 1. HÄLFTE
Bei gutem Fußballwetter versteckte sich Hannover nicht und wirkte aktiv mit. So kamen die 96er direkt zur ersten Chance: Chahed spielte den Ball an den Elfmeterpunkt, wo der bislang einzige Torschütze der Niedersachsen names Stajner parat stand und direkt auf das Tor köpfte. Tim Wiese konnte jedoch mit einem tollen Reflex parieren (6.). Doch auch Bremen wartete nicht lange ab: Nach einer Ecke von Marin kam Pizarro im Strafraum zum Kopfball, aber Chahed klärte noch auf der Linie (10.). Das Spiel konservierte nach 15 Minuten den Schwung der Anfangsphase, da Hannover weiter gut mitspielte. Die 96er bemühten sich um frühes Pressing, um die Bremer möglichst früh am Spielaufbau zu hindern. Dies funktionierte gut, sodass Werder sich kein Übergewicht erspielen konnte.
Hannover stand äußerst kompakt und bot den Bremern durch hohen Einsatz wenig Raum. Özil im Mittelfeld der Hausherren kam nicht zur Entfaltung. So blieb es auch nach einer halben Stunde torlos und chancenarm beim 0:0. Die mitgereisten Fans der Niedersachsen konnten als erstes den Torschrei üben – denn zwar war der Ball im Netz, nachdem Ya Konan das Leder ins Tor geschoben hatte, doch der Ivorer stand ein paar Zentimeter im Abseits (33.). Der berüchtigte Bremer Angriffsfußball bliebt hingegen zumeißt im Ansatz stecken und Fromlowitz wurde bis dato noch kein einziges Mal ernsthaft eingreifen. Auch die Standards durch Marin und Özil brachten nicht die gewünschte Gefahr. Erst zwei Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit gab es noch mal so etwas wie eine Annäherung auf das Hannoveraner Tor, als Pizarro nach einer Ecke den Ball aufs Tor brachte. Dieser geriet dann doch 2 bis 3 Meter zu hoch und ging über den Kasten (43.). Ohne ein Tor ging es in die Kabinen.
SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Unverändert kamen die Teams wieder aus den Umkleiden und direkt war etwas mehr Dampf drin: Mertesacker köpfte nach einer Ecke von Özil in die linke untere Ecke, aber Cherundolo stand parat und schlug den Ball von der Linie (46.). Auf der Gegenseite war es Bruggink, der nach Zuspiel von Cherundolo aus 15 Metern knapp am Winkel vorbeischoss (48.). Bremen kam stärker auf und auch Marin war nun in der Partie: Der Nationalspieler schoss aus 16 Metern und Fromlowitz musste bei diesem Ball zweimal zugreifen (53.).
Eben jener Enke-Ersatz geriet nun in den Mittelpunkt der Beobachtungen, denn erneut musste er eingreifen: Frings gab eine Hereingabe in den Strafraum, wo Pizarro Chahed mit einer Drehung aussteigen ließ und dann zweimal am starken Keeper scheiterte, bis die Szene geklärt war (58.). Diese Aktion war nur ein Indiz für die deutlich verbesserten Bremer, die dem Führungstreffer nahe waren. Hannovers Trainer Bergmann musste den angeschlagenen Balitsch aus der Partie nehmen und brachte dafür den defensiveren Eggimann (59.). Auch Schaaf wechselte und nahm Marin heraus, für ihn kam Aaron Hunt (62.).
Hannover blieb offensiv weiter ohne Aktionen, konnte sich aber nach einer Stunde ein wenig aus dem Griff der Gastgeber befreien. Nach einem langen Ball von Chahed lieferte sich Ya Konan ein Laufduell mit Mertesacker. Dieser fiel hin, doch der 96er konnte die sich bietende Chance nicht nutzen und schoss zu schwach von der Strafraumgrenze aufs Tor (70.). Wenig später war es wieder Ya Konan, der sich auf links durchsetzte und ohne Begleitung auf Wiese zulief. Sein Schuss kam aber etwas zu früh und Wiese parierte zur Ecke (75.).
Die Zeit lief nun eindeutig für Hannover und Bremen wurde nervöser. Die Flanken über die Außen, besonders über Boenisch, kamen nicht an. Werder bemühte sich, aber weiter hielt Hannover das Pressing aufrecht und stand kompakt. Der eingewechselte Moreno köpfte nach einer etwas zu hohen Flanke von Fritz über das Tor (83.). Mehr und mehr freundete sich Hannover mit dem 0:0 an, während ein Punkt für Bremen natürlich zu wenig war. Stajner kam sogar nochmal zu einer Schusschance am Strafraumrand, doch Mertesacker warf sich mit höchstem Einsatz in den Ball und blockte ab (89.).
In der Schlussphase rannte Bremen mit mehr Wunsch als Plan an und versuchte es, doch noch ein Tor zu schießen, aber Hannover hielt sein Tor sauber und nahm einen Punkt mit von der Weser.
SCHLÜSSELSPIELER
Cherundolo und Chahed nahmen Özil komplett aus der Partie und nahmen den Bremern somit viel Offensivkraft. Bei Bremen war es Wiese, der zweimal gut reagierte.
SCHLÜSSELSZENE
Nach der Pause hätte Mertesacker den entscheidenden Treffer machen können, doch wie schon in der ersten Halbzeit stand ein Hannoveraner auf der Linie. So folgten weitere 45 Minuten ohne Tor.
SPIELER DES SPIELS: Florian Fromlowitz
Der Ersatztorwart Hannovers bewies erneut, dass man ihn ohne Bedenken in eine Bundesliga-Partie werfen kann und parierte ohne Fehler.
SCHIEDSRICHTER – Note: 6
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
Markus Schmidt hatte das Spiel im Griff und leistete sich keine großen Fehlentscheidungen. Ein- oder zweimal hätte er eine gelbe Karte mehr verteilen können, doch insgesamt war das Spiel nicht unfair. Entschied beim Tor von Ya Konan richtig auf Abseits.
SPIELNOTE: 4
Es war kein gutes Spiel an diesem schönen Sonntagnachmittag: Wenige Chancen und keine Treffer in einer Partie, in dem sich besonders die Bremer mehr ausgerechnet hatten.
STATISTIK
Anstoß: Sonntag, den 13. September um 15.30 Uhr
Stadion: Weserstadion
Zuschauer: ca. 34.000
Tore: Fehlanzeige
FAZIT
Hannover spielte seine Taktik richtig gut und konsequent bis zum Ende. Nach der Pause hatte Bremen eine gute Phase, als Pizarro zweimal an Fromlowitz scheiterte. Am Ende ein leistungsgerechtes Unentschieden, was den Gästen deutlich mehr schmeckt als Werder.
Eure Meinung: Ist das Unentschieden ein Rückschlag für die Ambitionen Bremens?
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